Nepalhilfe Kulung

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Nepalhilfe Kulung ist ein kleiner Verein, der aus Personen aus dem Ennstal und Vorarlberg besteht und nach dem Erdbeben in Nepal im Frühjahr 2015 Hilfe geleistet hatte.

Kleiner Verein hilft in Nepal

Die beiden Bergführer Kurt Speer aus Oberhaus (Marktgemeinde Haus) und Roland Mattle aus dem Montafon in Vorarlberg hatten am 14. April 2012 wurde der Verein “Nepalhilfe Kulung” in Bartholomäberg gegründet. Zweck des Vereins ist die Entwicklungshilfe in den Kulung-Dörfern Bung, Chescam und Gudel durch Unterstützung von Infrastrukturprojekten und medizinische Hilfe.

Nach dem schweren Erdbeben am 25. April 2015 in Nepal entschieden sich Kurt Speer und Roland Mattle zu einer spontanen Hilfsaktion. Über die Pfingstfeiertage reisten die beiden Bergführer gemeinsam mit dem Arzt Dr. Alois Tschofen, dem Baumeister Ing. Albert Gerhardter und Franz Neumayer nach Kathmandu, der Hauptstadt von Nepal und überbrachten den Erdbebenopfern einen namhaften Geldbetrag.

Seit 20 Jahren (seit 1995) sind Kurt Speer und Roland Mattle in Nepal mit Freunden unterwegs und unternehmen dort jedes Jahr Expeditionen und Trekkingtouren. Bei einer Expedition im Jahr 1996 auf den Ama Dablam lernten sie den damaligen Koch Min Dhan Kulung kennen und luden ihn nach Oberhaus ein, wo er die die notwendigen Kenntnisse in den Techniken der Bergrettung erwarb. Kurz darauf konnte Min Dhan Kulung mit Unterstützung von Speer und Mattle eine Bergsteigerschule in Nepal eröffnen.

In den Sommermonaten ist Min auf einer Hütte in Vorarlberg tätig und unterstützt mit dem dort verdienten Geld sein Dorf Bung, das südlich des Everestgebietes liegt. In das Dorf führt keine Straße, es ist nur zu Fuß erreichbar, wobei man einen fünftägigen Marsch in Kauf nehmen muss, um es zu erreichen. Speer und Mattle war schnell klar, dass man den Bewohnern in dieser abgeschiedenen Gegend helfen muss. Diese beschränkte sich zunächst auf Ausrüstungsgegenstände und Kleider, die im Zuge von Expeditionen oder Trekkingtouren unter den Bewohnern verteilt wurden.

2012 gründeten die beiden Bergführer einen Verein, der die Menschendes Dorfes über die Initiative „Bung public Welfare Center“ unterstützt. Mit Hilfe des Vereins konnten bereits ein 88-KW-Kraftwerk sowie eine Schule mit vier Klassenzimmer errichtetwerden.

Für 2015 wäre eine Trinkwasserversorgung in das Dorf Bung geplant gewesen. Das Erdbeben hat jedoch rund 800 Häuser in Bung beschädigt oder völlig zerstört. Wie Kurt Speer berichtet, unterstützt die Regierung den Wiederaufbau von nur 80 Häusern – und das mit einem einmaligen Betrag von umgerechnet 60 Euro. Für die völlig zerstörten Häuser erhalten die Betroffenen in der Hauptstadt Kathmandu einen Kredit von der Regierung – maximal 2.000 Euro auf zehn Jahre. „Mit diesem Geld ist ein Wiederaufbau praktisch unmöglich, auch weil sich die Menschen dort einen Kredit nicht leisten können. Zum Vergleich: Ein Lehrer verdient in Nepal im Schnitt umgerechnet 65 Euro im Monat“, so Kurt Speer gegenüber dem „Ennstaler“.

Bei der Reise zu Pfingsten 2015 konnten sich Speer und Mattle sowie Dr. Alois Tschofen, Ing. Albert Gerhardter und Franz Neumayer einen Überblick über das Ausmaß der Katastrophe machen. „Wir waren sehr betroffen, als wir die zerstörten Häuser sahen. Wir können diesen Menschen nur finanziell und ohne Bürokratie helfen und hoffen, dass wir auch im Ennstal Unterstützung finden“, so Speer.

Weblinks

Quellen