Gagatbergbau

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Gagat ist ein imprägniertes fossiles Holz, das sich in einem Übergangsstadium von der Braunkohle zur Steinkohle befindet.

Allgemeines

Der Gagat wird wegen seiner dunklen Farbe auch schwarzer Bernstein genannt. Die nahezu gleichmäßig dichte bitumenreiche Kohle besitzt eine beachtliche Festigkeit und Polierfähigkeit. Vor allem zu Rosenkränzen und Trauerschmuck wird Gagat wegen seiner speziellen Eigenschaften und seines samtartigen, milden Glanzes verarbeitet.

Gagatbergbau in Gams bei Hieflau

Die erste Erwähnung des Gagatbergbaus in Gams bei Hieflau findet sich im Jahr 1414. Als Grund- und Lehensherr belehnte Abt Georg Lueger des Benediktinerstifts Admont in diesem Jahr Gewerken aus Schwaben mit dem Abbau. Es folgten süddeutsche Bergleute nach Gams.

Der Gagat wurde nach Admont gebracht, wo der Zehent und die Fron (Bezahlung) geleistet wurden. Zwischen 1533 und 1544 zeigen Aufzeichnungen im Stift Admont, dass 7,7 Tonnen Gagat gewonnen wurden, also jährlich im Durchschnitt 700 kg. Preisverfall, Streitigkeiten unter den Gewerken und immer schlechter werdende Erträge führten 1560 schließlich zur Einstellung des Gagatabbaus in Gams.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde das Interesse am Gagat wieder geweckt. Auf Anregung der Gemeinde wurde durch die Montanuniversität Leoben unter der Leitung von Prof. Dr. Mauritsch sowie der Mitarbeit der Professoren Dr. Holub und Dr. Sachsenhofer 1990 eine geophysikalische Untersuchung vorgenommen. Zweck der Studie war, auf dem Gelände des ehemaligen Abbaus eventuell noch vorhandene Gagatvorkommen nachzuweisen. Tatsächlich wurden bei den Versuchsgrabungen mittels Bagger ca. 40 kg Gagat auf der Schönleiten und ca. 20 kg im Haspelgraben gefunden. Das sind jene beiden Gebiete, wo früher abgebaut wurde.

Im Haspelgraben wurde 1998 ein fachgerecht gezimmerter Stolleneingang von etwa fünf Meter Länge eingerichtet, der an die Zeit, als Gams noch ein Bergbauzentrum war, erinnert. Dieser Punkt gehört unter anderem zum geologischen Radweg „GeoRad“.

Literatur

Über den Gagatbergbau in Gams existieren ausführliche historische Dokumentationen wie Arbeiten von DDr. Pater Adalbert Krause (* 1901,† 1979), O.S.B., vom Benediktinerstift Admont, Dr. Albert von Muchar und Wilhelm Freh, Linz.

Quellen