Fensterln

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Das Fensterln, auch Gasslgehen oder auf's Gassl gehen, ist ein Jahrhunderte alter Brauch.

Geschichte

Wenn in Nächten junge Burschen Besuche bei ledigen jungen Frauen an deren Kammerfenstern machten, nannte man dies Fensterln. Dazu mussten die Burschen oft die Hauswand hinauf klettern oder sich mittels einer Leiter dem Kammerfenster nähern.

Oft begann das Fensterln mit vorangegangenen Gasslgehen. Dabei brachten drei oder mehrere junge Männer mehr oder weniger lange Gasslreime vor dem Haus der jungen Frau vor. Es waren Sprüche in festen Formen, die man mit verstellter Stimme vortrug. Kam es dann zu einer ernsteren Beziehung kam man nur mehr alleine zum Haus.

Allerdings gingen nicht alle Fensterl-Besuche romantisch aus. In alten Zeitungen finden sich Beiträge über tödliche Abstürze oder Verjagen mittels Mistgabeln (wobei der Mistgabelvertreiber dann vor Gericht verurteilt wurde). Einem anderen wurde beim Fensterln der Schädel eingeschlagen. Auch kam es zu Ablehnungen von Seiten der Angebeteten, was ebenfalls nicht immer gut ausging. So berichten Zeitungsartikel von gewalttätigen "Liebhabern".

Im Bezirk Liezen

Aufs Gassl gehen, zur Stubete gehen oder Heimgarten nannte man den nächtlichen Besuch der Burschen bei jungen Frauen auf dem Land, wie auf einer Fotografie aus dem Jahr 1920 in Gößl am Grundlsee in einer Quelle zu sehen ist.

Quellen