Wiener Uhrenmuseum im Schladminger Kirchturm

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Das Wiener Uhrenmuseum im Schladminger Kirchturm war eine temporäre Notlösung, als es in den Tagen des Zweiten Weltkrieges notwendig geworden war, die Bestände großer, Museen vor den Einwirkungen des Luftkrieges und vor Stellungskämpfen in den Städten abzusichern.

Geschichte

In diesem Zusammenhang war es erforderlich, auch die umfangreiche Schausammlung und die Depotbestände des Wiener Uhrenmuseums zu verlagern. So wandte sich die Direktion des Wiener Uhrenmuseums an mich (in der damaligen Funktion des Kulturreferenten des Landkreises Liezen), ob im Bereich der Stadt Schladming eine Möglichkeit zur sicheren Unterbringung der wertvollen Beständedes Uhrenmuseums gegeben wäre. Nach einem Gespräch mit dem damaligen katholischen Stadtpfarrer Josef Doppelhofer erklärte sich dieser bereit, die Bestände des Uhrenmuseums in den einzelnen Etagen des Kirchturmes unterbringen zu lassen.

Nachdem auch aus Wien das Einverständnis zu diesem Vorschlag gegeben war, kamen die Museumsbestände in versiegelten Kisten per Auto nach Schladming und wurden von Angestellten des Uhrenmuseums im Kirchturm der katholischen Kirche von Schladming untergebracht. Von dieser Aktion wussten in Schladming nur der Stadtpfarrer Doppelhofer, der Mesner Ignaz Pachauer und Walter Stipperger als Kulturreferent des damaligen Landkreises Liezen. Die Genannten wurden von der Direktion des Uhrenmuseumsum strenges Stillschweigen gegenüber der Bevölkerung gebeten.

Nachdem sich auch in Wien nach Kriegsende die Lage wieder konsolidiert hatte, wurde das Museumsgut zur Freude des damaligen Direktors des Uhrenmuseums Rudolf Kaftan unversehrt nach Wien zurückgebracht. Eine telefonische Rückfrage vor einigen Monaten in Wien ergab, dass man sich sehr wohl an die Verlagerung des Museumsgutes nach Schladming mit Dankbarkeit erinnert.

Quelle