Sebastianitag

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Der Sebastianitag, der 20. Jänner, ist ein Gedenktag an den hl. Sebastian.

Der Heilige

Der hl. Sebastian, ein römischer Offizier der kaiserlichen Leibgarde, wurde von Bogenschützen mit Pfeilen durchbohrt und durch Keulenschläge getötet. Er gilt als Schutzpatron gegen die Pest und gegen Seuchen bei Mensch und Vieh.

Der Brauch, am Sebastianitag, den „Sebastiani-Wein“ zu weihen, ist auch heute noch üblich. Früher tunkte man als Symbol einen Pfeil des Sebastian in den Wein:

dunket hernach den Pfeil Sebastiani hinein und gibet den Leithen von solchem zu trinckhen bei dem Hochaltar.

Man schrieb diesem gesegneten Wein besondere Kräfte zu und gab ihn daheim den Kranken.

Bezogen auf den Märtyrertod von Sebastian soll man am Sebastinitag keine spitzen Gegenstände verwenden.

Bauernregeln

An Fabian und Sebastian greif keine Nadel an.
Fängt Fabian, Sebastian noch einmal streng der Winter an, so ist er zu Pauli Bekehr wohl ganz gewiss halb hin, halb her.

Ennstal-Bezug

Um diesen Tag herum findet in der römisch-katholischen Pfarre Weng die Sebastianiwein-Segnung statt. Zunächst findet eine Andacht in der Sebastianikapelle statt, dann geht es in einer Lichterprozession in die Pfarrkirche. Dort segnet der Pfarrer dann im Rahmen der Heiligen Messe die Weinflaschen.

In überlieferten Nikolausspielen heißt es "I bin da Tod, mei' Pfeil is' Gift". Daher soll die Berührung der gesegneten Weinflaschen mit dem Attribut des Heiligen all jene vor der Pest bewahren, die vom Wein trinken.

Schon 1688 berichtete der Wenger Pfarrer und spätere Abt des Benediktinerstifts Admont, Anselm Lürzer von Zechenthal, von dieser Segnung. Damals tauchte man noch einen Pfeil in den Wein, "duncket hernach den Pfeil Sebastiani hinein und gibt denen Leithen (Leuten) von solchen zu drincken".

In einem Vorläufer der Wenger Pfarrchronik wird 1844 auf eine Weinsegnung in früheren Zeiten mit Pfeil erwähnt. 1971 wurde ein neuer Pfeil aus Lindenholz angeschafft und am 20. Jänner 1971 von Pfarrer Pater R. Riz geweiht. Dieser 1971 geweihte Pfeil ist heute nicht mehr auffindbar.

Aus Weißenbach an der Enns wird berichtet, dass man am Sebastianitag nichts Nähen dürfe. Denn damit quäle man den Heiligen.

Quellen

Das Beiheft als PDF