Die Pest in Schladming

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Dieser Artikel berichtet über die Pest in Schladming.

Geschichte

1716 erreichte die Pest zum letzten Mal das Ennstal und erreichte ihren Höhepunkt besonders in der Kohlgrube (Ramsauer Straße) unter den dort wohnenden Bergknappen viele Opfer forderte. Tagelang lagen die Pestleichen oft in den Häusern, da sich niemand getraute, sich wegen der Ansteckungsgefahr den Verstorbenen zu nähern und sie zu bestatten. Mit langen Stangen und Hacken wurden die Toten von den „Ziehknechten" aus den Häusern geholt und in Massengräbern bestattet.

Aus einer Knappschaftsrechnung sind noch einige Hilfeleistungen aus dieser Zeit überliefert: „Für die eingesperrten Kollgrübler eine heilige Meß lesen lassen …, den in der Kollgruebn eingesperrten, verlassenen Pergsleut, Weib und Khindern hinuntergeben ¼ Pfund. Pulver (Medikamente), ein Achtl Weiz, 6 Khörzen ..., dem Pader für hinuntergegebene Medikamenter ..., den Ziehknechten (die mit Stangen und Haken die Pestleichen aus den Häusern entfernen. mußten) eine viertel Khanne Wein ...[1].

Einer der vielen Pestfriedhöfe im Nahbereich der Stadt Schladming ist heute noch durch eine kleine Kreuzkapelle gekennzeichnet. Eine Inschrift erinnert an die unsagbaren Leiden, die einst über die Bevölkerung hereingebrochen sind. Durch die Neuerrichtung der Pestkapelle im Jahre 1813 bzw. die oftmalige Restaurierung (1875, 1897, 1933 und 1980) ist auch der ursprüngliche Hinweis auf das Jahr 1716 als das Pestjahr durch die Jahreszahl 1715 verändert worden.

Quelle

Einzelnachweise

  1. Quelle Heimatkundliche Blätter von Schladming Nr. 46, März 2002, verfasst von Walter Stipperger