Constantin Keller (Beamter)

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Constantin Keller war Anfang des 19. Jahrhunderts Dekanats-Administrator der Schuldistrikts-Aufsicht Haus.

Leben

In dieser Funktion sah er sich am 26. Februar 1825 veranlasst, sich an das Ordinariats-Offizium in Graz zu wenden und um die Dienstenthebung Jacob Pachauers anzusuchen und gleichzeitig die Verleihung einer Auszeichnung zu beantragen.

"Bey heranrückendem Sommercurse und immer zunehmender Altersschwäche des zu Schladming angestellten Musterlehrers Jacob Pachauer veranlaßt, untersteht sich die gefertigte Schuldistrikts-Aufsicht das aller unterthänigste Ansuchen zu machen, diesen Schuldienst ehestens durch öffentliche Blätter ausschreiben zu dürfen. Die Gründe, welche hierzu veranlassen sind:

1. Hat dieser in jeder Hinsicht ehrwürdige Schulmann Pachauer bereits das 73. Jahr seines Alters zurückgelegt und fängt nun an, durch gewaltige Abnahme seines Gesichtes und Gehöres beynahe selbst zum Kinde zu werden, nachdem er doch dem Schulfache durch volle 57 Jahre als Lehrer vorstand und selbst die Schule in Schladming durch 45 Jahre versah,

2. Wäre es wirklich in hohem Grade beklagenswerth, wenn diese aus 78 schulbesuchenden Kindern bestehende und durch ihren bisherigen Musterlehrer Pachauer eben so als durch ihren verdienstvollen und eifrigen Herrn Pfarrvikar und Katecheten Carl Rieger wirklich ausgezeichnete Schule wieder etwas von Ihrem gegenwärtigen Werthe verlieren oder wohl gar herabsinken sollte.

Da beyde dieser angeführten Gründe aber nicht nur das Dringende einer baldigen Wiederbesetzung der Schule zu Schladming durch einen neu anzustellenden Lehrer beweisen, sondern auch laut für die wirklichen Verdienste des alten Pachauer sprechen, so glaubt es der gefertigte Schuldistrikts-Aufseher sowohl dem durch 57 Jahre bey dem Lehrfache erwiesenen Eifer dieses Musterlehrers als auch der weiteren Beförderung desSchulfaches selbst wirklich schuldig zu sein, diesen ehrwürdigen Jacob Pachauer für die wohl ohnehin nur kurze Zeit seiner noch zu erwartenden Lebenstage für die gnädige Betheilung mit der kleinen goldenen Ehrenmedaille bestens anzuempfehlen und in Vorschlag zu bringen."

Quelle