Anonymer Postwurf Blumenrechnung

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Ein anonymer Postwurf Blumenrechnung sorgte im November 2014 für Aufregung im "schönsten Dorf Europas", der Marktgemeinde Haus.

Vorgeschichte

Am 26. September 2014 wurde die Marktgemeinde bei der Preisverleihung der "Entente Florale Europe" in Százhalombatta (Ungarn) zum „Schönsten Dorf Europas“ gekürt. Obwohl die tatsächlich erreichte Punktezahl geheim bleibt, sickerte durch: Für Haus im Ennstal gab es die beste Bewertung, die je ein Teilnehmerort erzielte[1]. Allerdings kam es Ende November zu einem anonymen Postwurf, der eine "Blumenrechnung" in der Höhe von € 180.000 aufdeckte.

Der Postwurf

Auf dem mittlerweile bereits zweiten Postwurf sind in Form einer Karikatur Bürgermeister Gerhard Schütter (ÖVP) und Gemeindekassier Helmut Wawra (SPÖ) sowie Vizebürgermeister Stefan Knapp von der Liste Haus zu sehen, der seinen beiden Vorstandskollegen eine „Blumenrechnung“ unter die Nase hält. Diese enthält die Teilnahmekosten, TV-Abgaben sowie Aufwendungen für Blumen, Dünger, Gärtner und für zwei Autos ausweist. In Summe sollen der Gemeinde durch die Teilnahme an der Entente Florale Europe Kosten von über 180.000 Euro entstanden sein, die, so ein Zusatz auf dem Postwurf, noch drei weitere Jahre zu bezahlen sind.

Während Vizebgm. Stefan Knapp darauf als „Aufdecker“ mit einem dazu passenden Satz in einer Sprechblase dargestellt wird, kommen Schütter und Wawra schlecht weg – ihnen wird Geldverschwendung und Packelei unterstellt. Gekennzeichnet ist die A4-seitige Karikatur mit „Initiative: Faires Haus, G. Maller“.

Am 28. November 2014 befasste sich nun der Gemeinderat in seiner Sitzung mit der Causa. Bürgermeister Gerhard Schütter bezeichnete dabei den Postwurf als feige, weil anonym, und stellte fest, dass dadurch rund 300 Hauser Bürger, die freiwillig am Bewerb „Entente Florale Europe“ mitgearbeitet haben, beleidigt wurden. Nachsatz: „Vom Tourismusverband und der Gemeinde wird gerade eine Werbekampagne gestartet, mit der wir mehrere tausend Besucher nach Haus bringen wollen. Durch diese Aussendung werden derartige Maßnahmen gefährdet“, so Schütter, der auch jeden Mandatar mit Fragen nach Hinweisen zum Verfasser des Postwurfes konfrontierte. Nachdem darüber kein Ortsparlamentarier Angaben machen wollte oder konnte, stellte er den Antrag, dass ein Rechtsanwalt mit einer Feststellungsklage beauftragt wird, nach der die Staatsanwaltschaft die notwendigen Erhebungen einleiten muss. Dieser Antrag des Bürgermeisters wurde einstimmig – also von den anwesenden Mandataren der ÖVP, der SPÖ und der Liste Haus – angenommen.

Interessantes Detail am Rande

Vor ziemlich genau einem Jahr war der Hauser Bürgermeister schon einmal Ziel eines zuerst anonymen Postwurfes. Auch damals wurden Gerhard Schütter mehrere Verfehlungen, darunter auch rund um den steirischen Blumenschmuckbewerb, vorgeworfen, die sich jedoch als völlig haltlos herausstellten. Nachdem damals der Druck aus der Bevölkerung immer größer wurde, bekannte sich schließlich Winfried Steiner, Mandatar der Liste Haus, gegenüber seinem Fraktionsführer Stefan Knapp dazu, den Postwurf verfasst und anonym aufgegeben zu haben. Bei der Sitzung des Gemeinderates am 28. November 2014 war Steiner übrigens nicht anwesend.

Quelle

Einzelnachweis

  1. Der Ennstaler, 3. Oktober 2014