Admonter Passionsspiel

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Das Admonter Passionsspiel ist eine szenische Darstellung vom Leiden und Tod Jesu aus dem ausgehenden Mittelalter.

Allgemeines

Das Admonter Passionsspiel wurde neu entdeckt und in Teilen am 4. April 2013 in der Stiftskirche Admont erstmals aufgeführt.

Die Erstaufführung der "Visitatio Sepulchri" wurde vom Grazer Choralschola aufgeführt. Das Stück stammt aus dem Admonter Passionsspiel, für das es bisher nur eine einzige erhaltene Niederschrift in der Büchersammlung des Bendiktinerstiftes Admont gab, und wurde vom Grazer Germanistikprofessor Wernfried Hofmeister initiiert.

Das Admonter Passionsspiel entstand an der Grenze von Mittelalter und Neuzeit und geht ursprünglich auf den Nürnberger Meistersinger Hans Sachs zurück. Basierte seine Originalversion noch auf den Lehren Martin Luthers, erfolgte um 1565 eine Überarbeitung durch einen anonymen katholischen Regisseur und Schreiber.

Inhaltlich stellt die konzertante, halbszenische Aufführung die "Höllenfahrt Christi" dar, der nach seinem Tod die Pforten des Teufels öffnet, um die Gefangenen zu befreien. Bemerkenswert sei die sehr bühnenwirksame Aufbereitung der Inhalte, betont Mittelalter-Experte Hofmeister: "Auch wenn das Stück vergeistigter und weniger üppig als frühere Spiele ausgestaltet wurde, so ist es dennoch durchaus volksnah."

Zwecks besseren Verständnis der Darbietung hatte Hofmeister den frühneuhochdeutschen Text für ein Begleitheft übersetzt, zudem führte der Grazer Kunstprofessor Franz Karl Praßl, der die auf gregorianischen Choral spezialisierte Grazer Choralschola leitet, zuvor mit einem Kurzvortrag ins Thema ein. Den Rahmen der Aufführung bildete eine Tagung der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft, die sich vom 3. bis 6. April im Stift Admont dem geistlichen Spiel im europäischen Spätmittelalter widmet.

Quellen