Stell dir vor es ist Krieg… - Schladming und das obere Ennstal 1914 - 1918

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Stell dir vor es ist Krieg… - Schladming und das obere Ennstal 1914 - 1918 war der Titel einer Sonderausstellung im Stadtmuseum von Schladming, die von 2014 bis 2015 zu sehen war.

Die Ausstellung

Im Sommer 2014 jährte sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Das Stadtmuseum Schladming im Bruderladenhaus präsentierte zu diesem Thema eine Sonderausstellung.

Den Beginn des „Großen Krieges“, wie er oft genannt wird, begrüßte man 1914 auch in Schladming. Das Ennstal lag zwar nicht im Kampfgebiet, doch der Krieg beeinflusste die Heimatfront in allen Bereichen. Die rasante Entwicklung und der schicksalhafte Verlauf bis 1918 brandmarkten nicht nur die Kriegsteilnehmer an der Front, Entbehrungen und Sorgen prägten auch den Alltag in der Region.

Berührende Bilder, Texte und Hörbeispiele berichteten über den Ersten Weltkrieg und seine unmittelbaren Auswirkungen auf die Lebensrealität der Ennstaler. Originale Feldpostkarten gaben Einblick in das Leben der Soldaten und ihre Sehnsucht nach der Heimat und der Familie. Sie zeigte den Alltag der Daheimgebliebenen, die in der Region ums Überleben kämpften. Zeitdokumente ermöglichten einen sehr emotionalen Zugang und zeigen anhand von persönlichen Schicksalen, wie es den Menschen damals ergangen ist. Ein besonderer Dank galt dabei den vielen Leihgebern und Unterstützern, insbesondere Heribert Thaller. Das Stadtmuseum freut sich auch weiterhin über Beiträge jeglicher Art, von vergessenen Feldpostbriefen bis zum Soldbuch des Urgroßvaters.

Zum Titel

Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin, dieses Zitat wird Bertolt Brecht ((* 1898 als Eugen Berthold Friedrich Brecht in Augsburg; † 1956 in Ost-Berlin) zugeschrieben. Stimmt aber nicht, wie Martin Rasper in seinem 2017 erschienenen Buch «No Sports» hat Churchill nie gesagt: Das Buch der falschen Zitate"[1] sehr gut recherchiert erklärt.

Der Ursprungssatz stammt nämlich aus dem Gedicht «The People, Yes» von Carl Sandburg, USA, 1936. Und darin hieß er "sometimes they'll give a war and nobody will come" ("Einmal werden sie einen Krieg geben, und keiner wird kommen"). Machen wir einen Sprung in der doch längeren Ursprungsgeschichte ins Jahr 1981. Da erhielt der junge Hamburger Grafiker Johann Hartmann den Auftrag, ein Plakat für ein alternatives Volksfest am 1. Mai zu schaffen. Er schuf dann (aus verschiedenen Gründen) einen gehörten, aber nicht mehr wortgetreu erinnerlichen Satz, nämlich «Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin». Und dieser nahm vom 1. Mai Volksfest 1981 einen wiederum unglaublichen Siegeszug in der deutschsprachigen Welt.

Warum er Bert Brecht zugeschrieben wurde, entstand dann später, als man diesem Satz noch Sätze hinzudichtete, die zwar Brecht auch tatsächlich geschrieben hatte, aber auch in einem ganz anderen Zusammenhang. Was Bert Brecht aber tatsächlich im Zusammenhang mit Krieg gesagt hatte, war folgender Satz: «Zieht nun in neue Kriege nicht, ihr Armen / Als ob die alten nicht gelanget hätten»

Im Buch sind sehr genaue Quellenangaben (Seite 130 und 131) zu finden.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweis

  1. 2017, Ecowin Verlag bei Benevento Publishing, eine Marke von Red Bull Media House GmbH, Wals bei Salzburg, ISBN 978-3-7110-0140-5