Joseph Fröhlich
Joseph Fröhlich (* 18. Februar 1694 in Altaussee, † 24. Juni 1757
Joseph Fröhlich war Hofnarr, Taschenspieler, kurzweiliger Rat.
Leben
Im Jahr 1694 wurde dem ledigen Krämergesellen Wolfgang Fröhlich aus Steyr und der Ursula Gatterer in der Oberen Puchen zu Alten Aussee ein Sohn geboren und auf den Namen Joseph Fröhlich getauft.
Beim Kirchenmüller Georg Gatterer im Markt Aussee erlernte er das Müllerhandwerk. Auf Wanderjahren in deutschen Landen lernte er die Taschenspielerei; übte fleißig und trat damit auf Jahrmärkten als Spaßmacher und Wunderdoktor auf.
Joseph heiratete 1719 Ursula Lainböckl in Aussee. Er machte Karriere als Hoftaschenspieler am markgräflichen Hof in Bayreuth. Seine unterhaltsamen „Zauberkünste“, Wortwitz und Humor fielen auf und führten ihn an den Hof August des Starken, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, nach Dresden. Als Hofnarr und „kurzweiliger Rat“ war es seine Aufgabe, dem König die Missstände am Hofe aufzuzeigen, diese zu kritisieren und dabei die richtigen Worte zu finden. Er schaffte diesen Spagat vortrefflich und war am Hofe sehr beliebt. Seine Mildtätigkeit Armen gegenüber zeichnete ihn aus. Kein Fest, keine Lustbarkeit ohne den belesenen und gebildeten Hofnarren, der im Gefolge des Königs durch Polen und Sachsen reiste. Er unterhielt die adelige Gesellschaft als „Graf Saumagen“ in Theateraufführungen und bei Hochzeiten. Seine auffallend kostümierte Gestalt wurde mehrfach in Meissner Porzellan verewigt.
Joseph Fröhlich kaufte 1735 die Steinmühle im Markt Aussee. Als Mühlenkommissar von Polen besaß er eine Mühle in Mariemont bei Warschau, wohnte jedoch in Dresden, in dem von ihm erbauten „Narrenhäusl“.
Joseph Fröhlich starb am 24. Juni 1757. Seinen außergewöhnlichen Lebensweg begleitete der Leitspruch: „Semper fröhlich, numquam traurig!“ – Immer fröhlich, niemals traurig! An ihn erinnert das Denkmal im Kurpark Altaussee zum 325. Geburtstag, gestaltet von dem Kärntner Bildhauer Johann Feilacher
Quellen
- Monika Gaiswinkler, Juli 2019
- Tauf- u. Trauungsbuch Pfarre Aussee
- Text auf der Tafel bei der Skulptur im Kurpark Altaussee