Andreas Rodlauer: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Andreas Peter Rodlauer''' (* [[1830]], † [[1914]]) war ein [[Ennstal]]er Bergführer und | [[Datei:Andreas Rodlauer mit einer seiner Ehefrauen.jpg|thumb|Andreas Rodlauer mit einer seiner Ehefrauen.]] | ||
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[[Datei:Andreas Rodlauer Zeichnung.jpg|thumb|Andreas Rodlauer.]] | |||
'''Andreas Peter Rodlauer''' (* [[23. Oktober]] [[1830]] in [[Großraming]], [[OÖ]].; † [[6. April]] [[1914]] in Aigen ''bei'' Admont) war ein [[Ennstal]]er [[Bergführer im Ennstal|Bergführer]], Wilderer und Grundbesitzer in [[Aigen (Admont)|Aigen]]<ref>Info im facebook "Historische Runde Admont", am 28. November 2021></ref> bei [[Admont]].<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gre&datum=19140415&query=%22Andreas+Rodlauer%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], Grazer Volksblatt, 15. April 1914, Seite 8</ref> | |||
== Leben == | == Leben == | ||
Rodlauer, | Andreas Rodlauer wurde als Sohn des Holzknechtes Felix Rodlauer und Anna Maria Preißner am 23. Oktober 1830 in Großraming, Brunnbach 30 (OÖ.) geboren. [[1858]] kam er als Arbeiter am [[Hieflauer Ennsrechen|Gasteiger Rechen]] nach [[Hieflau]], zwei Jahre später, wechselte er als Holzknecht nach [[Gstatterboden]] zur [[Innerberger Hauptgewerkschaft]] (später [[Steiermärkische Landesforste]]). [[1875]] wurde Rodlauer zum "Schichtenmeister" befördert und mit diversen Großprojekten, darunter mit der Klausanlage durch den [[Bruckgraben]] (eine [[Holztrift|Trift]]<nowiki>strecke</nowiki> durch die Felsenklamm des Bruckgrabens entlang des [[Bruckgrabenbach]]es.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwb&datum=19100120&query=%22Andreas+Rodlauer%22&ref=anno-search&seite=30 ANNO], (Neuigkeits) Welt Blatt, Ausgabe vom 20. Jänner 1900, Seite 30, mit einer Portrait-Zeichnung von Rodlauer</ref>) und dem Bau der Rollbahn am [[Gstatterstein]] betraut. | ||
Als Wildschütz - Rodlauer war in der [[Wilderei im Ennstal]] als ''Schwarzer Peter'' bekannt - gelang im auf der Flucht vor der [[Johnsbach]]er Jägerschaft erstmalig ein Durchstieg durch die Nordwand der [[Hochtorgruppe]] - die Legende besagt, dass Rodlauer die Tat erst am Sterbebett gebeichtet habe. Der Fluchtweg wurde später als "[[Peternpfad]]" bekannt. | |||
== | Bei der ersten touristischen Begehung des "Peternpfades" auf die [[Peternscharte]] und über den [[Wasserfallweg in den Ennstaler Alpen]] auf das [[Hochtor (Ennstaler Alpen)|Hochtor]]<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwg&datum=19100204&query=%22Andreas+Rodlauer%22&ref=anno-search&seite=20 ANNO], Neues Wiener Tagblatt, Ausgabe vom 4. Februar 1910, Seite 20</ref> am [[11. Juni]] [[1877]] durch [[Heinrich Heß]], den "Vater des [[Gesäuse]]s", fungierte Rodlauer ebenso als Führer wie am [[5. Juli]] 1877 bei der Erstbegehung des Wasserfallweges (mit Heinrich Heß, Karl Sperl und Theodor Hansen) sowie am [[29. August]] 1877 bei der ersten Besteigung des [[Kleiner Buchstein|Kleinen Buchsteins]] (mit Heinrich Heß und Eduard Gerstenberg). Letzteren hat Rodlauer bereits im Jahre 1862 "inoffiziell" bestiegen. | ||
Obwohl Rodlauer nie staatlich authorisierter Bergführer war, diente er als solcher zahlreichen Besuchern als Bergführer, darunter Prof. Johann Frischauf und Prof. v. Jurascheck,<ref>Prof. Franz Ritter von Jurascheck</ref> den bekannten Alpinisten Dr. [[Emil Zsigmondy]] sowie dem [[Dachstein]]forscher Hofrat [[Friedrich Simony]]. Ebenso gefragt war er bei dem in [[Hall (Gemeinde)|Hall]] bei Admont ansässigen Kartografen [[Gustav Freytag]], an dessen Kartenwerk ("[[Gesäuse]] und [[Ennstaler Alpen]] mit ihren erlaubten Touristensteigen", [[1891]]) er als profunder Gebietskenner beteiligt war. | |||
Andreas Rodlauer war dreimal verheiratet, aus deren Ehen zwölf Kinder entstanden. Zuletzt ehelichte er im August [[1894]] die 40 Jahre jüngere Christine Schnedhuber, mit der er zwei weitere Töchter bekam. [[1890]] erwarb er im Admonter Ortsteil Moorwirtschaft das Anwesen vulgo Steinerhäusl, in welchem Rodlauer am 6. April 1914 verstarb. Seine Beerdigung fand am [[8. April]] 1914 statt.<ref name="GT">Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gtb&datum=19140415&query=%22Andreas+Rodlauer%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], Grazer Tagblatt, Ausgabe 15. April 1914, Seite 2</ref> | |||
Zum Zeitpunkt seines Todes 1914 war er der älteste Bergführer in der Steiermark gewesen.<ref name="GT"></ref> | |||
In [[Sankt Gallen]] gab es dereinst am Grabenausgang des [[Rodlauer Graben]]s ein Keuschlergehöft, dass von einer gleichnamigen Familie bewohnt wurde – eine verwandtschaftliche Nähe zu Andreas Rodlauer ist möglich, aber nicht gesichert.<ref>lt. Facebook-PN [[Ernst Kren]] am 30. November 2021 an Admin. Peter</ref> | |||
== Nachruf == | |||
Ein Nachruf im "Grazer Tagblatt" vom 15. April 1914:<blockquote>''Am [[8. April|8. d.]] wurde Andreas Rodlauer, der älteste Bergführer Steiermarks, beerdigt. Rodlauer hat die Pioniere der Ennstaler Touristik, den alpinen Schriftsteller Heinrich Heß. die Professoren v. Jurascheck, Dr. Zsigmondy, Hofrat Simony, Purtscheller<ref>[[swiki:Ludwig Purtscheller]]</ref>, Gustav Freitag und andere, in die Geheimnisse der Bergwelt eingeführt. Rodlauer war von Gestalt klein, aber stämmig, kühn und ausdauernd. In seiner Begleitung fühlte sich jeder Tourist gesichert. Er hatte auch nie einen Unfall bei seinen Touren. Rodlauer erreichte ein Alter von 81 Jahren. Er hinterläßt in der Touristenwelt ein gutes Angedenken.''</blockquote> | |||
==Quelle == | |||
* [[Ernst Kren]] aus ''[[Ademundi vallis. Chronik des Admonttales in historischen Ansichten.]]'', via Facebook-PN am 28. November 2021 an Admin. [[Benutzer:Peter Krackowizer|Peter]] | |||
== Einzelnachweise == | |||
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[[Kategorie:Person]] | [[Kategorie:Person]] | ||
[[Kategorie:Person (Geschichte)]] | [[Kategorie:Person (Geschichte)]] | ||
[[Kategorie:Alpinismus]] | [[Kategorie:Person (Alpinismus)]] | ||
[[Kategorie:Person (Gesäuse)]] | |||
[[Kategorie:Alpinismus (Geschichte)]] | [[Kategorie:Alpinismus (Geschichte)]] | ||
[[Kategorie: | [[Kategorie:Bergführer]] | ||
[[Kategorie:Geboren 1830]] | |||
[[Kategorie:Gestorben 1914]] | |||