Mathias Waschl
Mathias Waschl ist Hoteldirektor an Bord eines Kreuzfahrtschiffes.
Karriere
Mathias Waschl, der im Ennstal aufgewachsen ist, absolvierte die Höhere Lehranstalt für Tourismus in Bad Ischl. Danach sammelte er Berufserfahrung in verschiedenen Hotels in Österreich und Frankreich. Auf ein Kreuzfahrtschiff kam er eher zufällig: Eine ehemalige Schulkollegin wollte sich in Hamburg bei Reedereien bewerben, und er begleitete sie lediglich. Dem Recruiter sagte er damals noch selbstbewusst, dass er niemals auf einem Schiff arbeiten werde – die Berge seien sein Zuhause. Zwei Wochen später stand er dennoch vor einer völlig neuen Welt: Karibik, Panamakanal und Bora Bora waren plötzlich Teil seines künftigen Arbeitsalltags. Sein Vater kommentierte das trocken mit: "Probier’s halt einmal aus."
Aus diesem "einmal" wurden inzwischen fast neun Jahre (Stand 2026). In dieser Zeit arbeitete sich Waschl vom Rezeptionisten bis zum Hoteldirektor hoch. Heute verantwortet er den gesamten Hotelbetrieb an Bord: Rezeption, Housekeeping, Küchen- und Restaurantbereiche, Bars, Spa, Administration sowie das Personalbüro – insgesamt bis zu 300 Crewmitglieder aus vielen Nationen. Das Leben auf engem Raum über mehrere Monate hinweg verlangt viel soziale Kompetenz. Grundsätzlich sieht er ein Kreuzfahrtschiff jedoch ähnlich wie ein Hotel an Land: "Am Ende geht es immer darum, Menschen eine besondere Zeit zu ermöglichen – egal ob im Gebirge oder auf hoher See. Nur der Horizont ist ein anderer."
Eine weitere Schladmingerin brachte Waschl schließlich auf den Geschmack der Arbeit an Bord: Katrin Gabardi.
Was die drei kreuzfahrenden Schladminger - Katrin Gabardi, Mathias Waschl und Sarah Fischbacher - verbindet, ist nicht nur die Freude am Reisen, sondern auch eine gemeinsame Haltung: neugierig genug, um aufzubrechen, und gleichzeitig fest verwurzelt, um zu wissen, wo man hingehört. Waschl bringt es so auf den Punkt: "Zuhause bin ich nicht der Hoteldirektor, sondern einfach der Mathias." Wenn er zwischendurch heimkommt, braucht es nicht viel, um anzukommen: "Einmal tief durchatmen und endlich wieder Leitungswasser."
Quelle
- Martin Huber, in: Kleine Zeitung: Der Arbeitsplatz dieser drei Steirer sind die Weltmeere, Ausgabe vom 15. März 2026