„Schau eini“

Aus EnnstalWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Titelbild des Buches „Schau eini“.
Anna Gasteiner am 9. September 1990 in ihrem Garten.
Rückseite des Buches „Schau eini“.

„Schau eini“ ist der Titel eines der handgeschriebenen Bücher der Mundartdichterin Anna Gasteiner.

Einmal muss ich ja anfangen, auch über „mein Leben“ zu erzählen !

Bin am 7. Juli 1931 am elterlichen Hof vlg. „Willsberger“ in Pürgg Nr. 38, als erstes Kind meines Vaters und viertes Kind meiner Mutter geboren. Vor ihrer Verehelichung im Jahre 1930 waren sie Beide „Witwer“. Es kamen dann noch zwei Brüder, wobei leider einer (Sepp) im kleinsten Kindesalter starb und mein Lieblingsbruder Franz mit 33 Jahren (1967) von Gott abberufen wurde.

Ich besuchte von sechs bis 14 Jahren die einklassige Volksschule in Pürgg. Davon waren sechs Kriegsjahre und die Nachkriegszeit war für alle noch härter. Unsere Familie bestand aus 13 Personen und wir mussten von unserem kleinen Bergbauernhof leben. Für Selbstversorger gab es ja kaum Lebensmittelkarten. Viele Heimkehrer und Flüchtlinge belagerten tag-täglich den Hof und oft konnte Ihnen Mutter nur Kartoffel oder eine „Duschen-Sosse“ zur Labung geben.

Erinnere mich noch gut, im Herbst 1939 gab es die erste Kinderbeihilfe überhaupt. Mutter bestellte von diesem Geld, vom heutigen Kastner & Öhler, damals „Alpenland-Kaufhaus Graz“, das erste Paket, es war ein großes Ereignis: Heraus kamen neue Wäsche und Schuhe für uns Kinder und ein Paar Kochtöpfe.

„Den ersten Schokolade“ bekamen wir, als nach Kriegsschluss die Amerikaner unser Dorf besetzten. Das war ein Hallo!

Ab meinem 15.ten Lebensjahr war ich als selbständige Sennerin tätig, zehn Sommer lang. Zwischendurch besuchte ich im Winter eine landwirtschaftliche Haushaltungsschule (zwei Winter). Kurse im Bildungshaus „Maria Trost“ kamen dazu und Bastelkurse in Bad Aussee. Die andere Zeit nahm mich der elterliche Hof voll und ganz in Anspruch. Es galt hart und mit Ausdauer zu arbeiten, ohne Lohn! Und doch waren wir glücklich und zufrieden. Hatten einen Pfarrer, der mit der Jugend „sehr gut umgehen“ konnte und uns besonders „gesanglich“ einiges abverlangte. Unser Kirchenchor war damals sehr bekannt und wir waren mit Recht stolz auf unseren Pfarrer Johann Pramhofer sowie auf den Chorleiter und Organisten Alois Gewessler.

Am 18. April 1960 begann dann ein neuer Lebensabschnitt durch meine „Verheiratung“. Am 1. September 1960 kam ich nach Gaishorn Nr. 84 (jetzt Gaishorn am See) zum vlg. „Kögler“.

Drei3 Kindern schenkte ich das Leben, wo leider das 2.geborene (Gabriela-Franziska) im Kindesalter verstarb. Vieles gebe es noch zu sagen, doch, was ich hier in Gaishorn tu, das wissen alle, das ich nur für Haus und Hof und besonders für meine Familie da bin und wenn Gott will, noch eine Zeit lang „da sein“ kann.

Anna Gasteiner – März 1990

Einleitung des Buches

Das will ich mir schreiben
is Herz und Sinn,
Daß ich nicht für mich allein auf Erden bin,
daß ich die Liebe von der ich Leb,
liebend an Andere weiter geb.


„Wer Friede hält in
seinem Haus,
trägt Ihn auch in die weite
Welt hinaus !“

Was man braucht !

Der Mensch braucht einen Platz -,
auf dem er stehen kann.
Er braucht auch einen Freund-,
mit dem er gehen kann.
Der Mensch braucht auch ein Tun-,
das täglich ihn erfreut.
Er braucht auch eine Stille
und Zeit für Besinnlichkeit.
Der Mensch braucht zum Leben,
wohl stets auch Gottes Geist-,
weil er allein die Fülle-,
des Lebens ihm verheißt.

Anna Gasteiner, 1997

Das schöne Paltental

Im schönen Påltentål, da gfreut mi´s Leben ållemål,
findst guate Menschen drinn, mit einem frohen Sinn,
A gånz bestimmter Ort, i geb Dir drauf mei Wort -,
a Hoamat voller Liab, die i sonst nirgends kriag,
is, wo i geh und steh: Mein “Gaishorn am See!“
Schau i den Reichenstoa voll Pråcht, den Flitzenbåch mit seiner Måcht,
den Wåsserfåll mit seinem Lärm -,
oder will i a Vogerl singan hörn?
Die seltnen Bleamaln voller Leben,
dåß ålls hätt uns der Herrgott gebn.
Dafür dånkt Dir gewiß eh, ganz „Gaishorn am See!“
Hoch oben am Sonnberg, in luftiger Höh,
håb i an går wunderbårn Blick, owi zum See.
Tiaf unten die Perle, in Schönheit und Glånz,
das ma´n See wieder håbn, des freut mit hålt gånz.
Unser Glück, unser Stolz,
unser Reichtum – Juche – is „Gaishorn am See!“

Anna Gasteiner – März 1990

Weitere Beiträge aus diesem Buch

Quelle