Sebastianikapelle

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Die Kapelle gegen den Schwarzen Tod befindet sich in Weng im Gesäuse.

Geschichtliches

1485, zur Zeit der Türkeneinfälle, der Missernten und der Pest erbaute man südlich der Pfarrkirche eine Sebastianskapelle. Sie ist die älteste Sebastiani-Kultstätte Österreichs. Von den Türken blieb das Admonttal zwar verschont, nicht aber von der Pest. Bereits die erste Pestepidemie um 1339 hatte viele Wenger dahingerafft, ebenso die zweite um 1485. Der Prior des Stiftes Admont (dort wurden 11 Patres von der Seuche dahingerafft) gelobte damals den Kapellenbau.

Der hl. Sebastian, ein römischer Offizier der kaiserlichen Leibgarde, wurde von Bogenschützen mit Pfeilen durchbohrt und durch Keulenschläge getötet. Er gilt als Schutzpatron gegen die Pest und gegen Seuchen bei Mensch und Vieh. Der hl. Rochus, der typische Pestheilige, steht am Altar neben dem hl. Sebastian. Rochus ist auch über dem Eingangsportal rechts neben dem hl. Sebastian abgebildet. Das Eingangsportal selbst ist ein Kunstwerk, das zum Schauen und Entdecken einlädt: Die seltsame Jahreszahl (mit der eigenartigen Schreibweise der Ziffer 4), die Fresken als Bilderbuch für die Landbevölkerung. Der Brauch, am 20. Jänner, dem Sebastianitag, den „Sebastiani-Wein“ zu weihen, ist auch heute noch üblich. Früher tunkte man als Symbol einen Pfeil des Sebastian in den Wein:

thuet man den Wein weichen, ... dunket hernach den Pfeil Sebastiani hinein und gibet den Leithen von solchem zu trinckhen bei dem Hochaltar. Man schrieb diesem gesegneten Wein besondere Kräfte zu und gab ihn daheim den Kranken.

Quellen

Das Beiheft als PDF