Natterriegel
Der Natterriegel ist ein Berg nordöstlich von Hall und gehört zu den Ennstaler Alpen. Er ist 2.065 m ü. A. hoch.
Geschichte und Geschichten um einen Admonter Hausberg
Salz am Fuße des Natterriegels
Im Jahre 931 wurden die Haller Salzpfannen urkundlich erwähnt. „In valle in loco, ubi sal jugiter coquitur ...“ (an dem Orte, wo ständig Salz gekocht wird) wurde 1074 das Benediktinerstift Admont errichtet. Nach Jahrhunderten der Nutzung musste Admont im 16. Jahrhundert seine Salzquellen am Fuße des Natterriegels schließen: Der Kaiser, der den Ertrag seiner Salinen im Salzkammergut steigern wollte, bewirkte das Verschlagen der Quellen.
Wenn man von Hall aus auf den Natterriegel wandert, so gehen man beim Großen Sulzgraben nur wenige Meter von der ehemals ergiebigsten Quelle entfernt vorbei.
Ochsen als Bergsteiger
Die Haller und Wenger Bauern nutzten die Weidegebiete knapp oberhalb der Waldgrenze in den Hallermauern. Doch die Almen sind in der schroffen Felskette spärlich - zu wenig für das Weidevieh. So organisierte das Stift Admont am Beginn der Neuzeit in einer sorgfältig geplanten Almbewirtschaftung auf seinen Besitzungen nördlich der Hallermauern Almen für seine Haller Bauern. Das Vieh überquerte auf vier Übergängen die Bergkette. Der wichtigste davon war das „Grabner Törl“, auf dem heute das Admonter Haus steht.
Der Wanderweg hinauf zum 1723 m ü. A. hohen Übergang ist also sehr alt: Bis 1572 habe ich ihn in den „Almbüchern“ des Admonter Stiftsarchives zurückverfolgen können. Er hieß Thörlweeg.
Wie der Name Natterriegel entstand
Der „Große Seeboden“ jenseits des Grabnertörls war die oberste der vielen Pölzbachalmen. Die Halter dieser Hochalm fürchteten sich nicht vor den Bergen, wohl aber vor allem, was ihrem Vieh Schaden zufügen konnte. Und auf den beweidbaren Südhängen, zwischen der Almsegge und noch lieber im warmen Kalkschutt, sonnten sich Schlangen, vor allem die Kreuzottern. Was lag näher, diesem gefährlichen südseitigen „Riedel“ (=Rücken) den Namen „Natterriegel“ zu geben? Der ursprüngliche Flurname gab schließlich dem gesamten Berg den Namen.
Sage
Die Sage „Wie der Natterriegel zu seinem Namen kam“ ist eine schaurige Geschichte vom wildernden Prinzen mit dem erlegten Gamsbock, von den wilden Nattern in der Höhle, die schließlich (anstatt des Prinzen) das Wildbret auffressen. Heute noch kann man am Wegrand die namengebenden Reptilien beobachten, wie sie sich in der Sonne „braten“ lassen. Kreuzottern sind kein gefährliches Gewürm, sondern sind nützliche, streng geschützte Alpentiere.
Erstbesteigung
Die Halterbuben also waren die ersten: sie erstiegen und benannten den Natterriegel, Jahrhunderte, bevor die Touristen kamen.
Schutzhütten / Almhütten
In der Nähe des Berges befinden sich folgende Schutzhütten/Almhütten:
Quellen
Weblinks
- AlpenYetis Wanderseiten
- Geschichte und Geschichten: Josef Hasitschka