Mariä Lichtmess
Maria Lichtmess ist ein wichtiger Tag im bäuerlichen Leben.
Im Ennstal
Im Ennstal ist dieser Tag, der 2. Februar, ein Bauernfeiertag und ein Lostag für die Witterung.
Bräuche
Ein mittlerweile nicht mehr ausgeübter, aber alter Brauch, war das Patschenwerfen an diesem Tag. Nachdem Maria Lichtmess auch jener Tag war, an dem die Dienstleute (Mägde, Knechte) ihre Dienststelle (den Bauernhof) wechseln konnten, warfen sie an diesem Tag Patschen, um dabei eine Entscheidungshilfe zu erhalten (ob sie bleiben oder wechseln sollten). Aus Erzählungen der älteren Bevölkerung von Schladming ist dieser Brauch wie folgt: Man hat dabei einen Patschen über den Kopf nach hinten geworfen. Zeigte der geworfene Schuh dann am Boden liegend mit der Spitze auf den Werfer, so hieß das, der Werfer solle am Hof bleiben. Hingegen zeigte jede andere Richtung der Patschenspitze an, dass der Dienstbote seinen Arbeitsplatz wechseln sollte - er / sie zog zum nächsten Bauernhof.
Sprüche
Ist's zu Liachtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein.
Wenn's zu Liachtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.
An Liachtmess muass es neun Metzn[1] durch ein Neigerloch[2] jagen, dann kommt ein schönes
Frühjahr. (Spruch aus Schladming)
Weitere Bräuche
Weitere Bräuche zu Maria Lichtmess sind oder waren
Quelle
- Ennstaler Bräuche im Jahrlauf, erhoben von: Hubner, Otto; Tritscher, Josef (beide Schladming); Pilz, Thomas; Pilz, Martin; Pichler, Martin (alle Gröbming); Jandl, Ingrid (Öblarn); Radlingmaier, Andreas (Aigen im Ennstal); Reiter, Franz (Lassing); Pfatschbacher, Aloisia; Puntigam, Regina (Admont); zusammengefasst von Jandl, Ingrid, Begleittexte von Pichler, Manfred; Projektbetreuung: Dr. Orač-Stipperger, Roswitha, Verband der Heimat- und Trachtenvereine Enns- und Paltental und Steirisches Salzkammergut, Gröbming, 2002, ISBN 3-9501633-0-1