Weber
Der Handwerksberuf des auf Stör[1] gehenden Webers gilt im Ennstal bereits als ausgestorben.
Das Leben eines Webers
Frank Ackerl zählte zu den letzten Webern im Ennstal. Er erlernte das Weberhandwerk von seinem Vater, welches er später hauptsächlich in den Wintermonaten ausübte, da er im Sommer als Holzknecht tätig war. Bereits in einem Alter von 10 Jahren ging Franz Ackerl mit seinem Vater auf Stör, um Tücher, Loden und Fleckerlteppiche herzustellen. Das Ausüben dieses Handwerkes war oftmals sehr beschwerlich, da der Webstuhl mitsamt den Handwerksutensilien weite Strecken bis zu den Kunden getragen werden musste. Ab den 1940er Jahren wurde der Flachs und die Wolle von den Kunden ins Haus gebracht, wodurch das Pilgern mit dem Webstuhl immer mehr in den Hintergrund rückte. Franz Ackerl übte diese Handwerk bis Ende der 1990er Jahr aus. Der mit Händen und Füßen zu bedienende Webstuhl ist heute noch erhalten.
Webstuhl
Franz Ackerls Webstuhl ist ein Holz gefertigtes 1 bis 1,20 Meter breitrd Handwerksgerät, welches mit Händen und Füßen bedient wurde. Das Webblatt[2] besteht aus einem alten Bambusskistock. Zum Aufspannen der Kette[3] waren drei Menschen notwendig, um ein optimales Ergebnis zu erziehlen. Je nach Endprodukte war eine unterschiedliche Anzahl dieser Kettfäden notwendig. Während bei Loden an die 400 Fäden, mussten bei Leinen bis zu 12.000 Fäden gleichmäßig ausgerichtet durch das Webblatt laufen. Mit Betätigen der Fußpetale wurden die Kettenfäden abwechselnd gesenkt und gehoben. Gleichzeitig bewegte sich das Schiffchen mit dem Schussfaden hin und her. Der quer zu den Kettefäden liegende Schussfaden wurde bei jedem dieses Vorganges durch das Webblatt geschlagen, um die Webfläche zu festigen.
Fußnoten
- ↑ Im Falle des Webers pilgert der Handwerker mit seinem Webstuhl und Arbeitszubehör zum Kunden und verrichtet vor Ort seine Tätigkeit.
- ↑ Das Blatt schlägt nach jedem Webdurchgang nach unten, um die Textilfläche zu stabilisieren und zu festigen.
- ↑ Die Kette sind die vorgespannten Fäden des Webstuhles
Quelle
- Eigenartikel von Peter Ortner nach Gesprächen mit Angehörigen der Familie Rottenbicher