Karl Eisler (* 21. Jänner 1888 in Liezen;† 19. Dezember 1945 in Schladming) war Fotograf und wurde ein Opfer des Nationalsozialismus.

Leben

 
Karl Eisler, ca 1925

Karl Eisler wurde als eines von zehn Kindern des Emanuel und Maria Eisler geboren. Seine Brüder waren unter anderen Sigmund und Adolf, beide Opfer des Nationalsozialismus.

Karl Eisler besuchte ab dem 1. Oktober 1893 die vierklassige gemischte Volksschule in Liezen. Karl konvertierte zum katholischen Glauben und wurde am 21. August 1920 in Liezen in der katholischen Kirche getauft.

Am 10. Dezember 1923 heiratete er die röm.-kath. Maria/Marie, geb. Koller (*27. Jänner 1890 in St. Peter am Ottersbach (Südoststeiermark)) in Schladming. Das Ehepaar hatte zwei Kinder. Maria (*8. Dezember 1921 in Salzburg) und Karl jr. (1. März 1924 in Schladming). Beide Kinder wurden katholisch getauft.

Die Familie lebte in Schladming. Karl Eisler führte ein eigenes Fotogeschäft und Fotostudio am Hauptplatz 17. Ab 1929 lebte er mit seiner Familie in dem von ihnen von Johann Angerer erworbenen Wohnhaus Dachsteingasse 100.

Durch seine Heirat mit der als Arierin geltenden Maria/Marie Eisler, geb. Koller lebte Karl Eisler während der NS Zeit in „privilegierter Mischehe“. (1)

1938 musste die Familie unter dem Druck der politischen Verhältnisse Schladming verlassen. Das Haus der Familie wurde arisiert durch den Gemüsehändler Erich Knaus. Die Familie versuchte in Folge, durch verschiedene Wohnungswechsel in Wien unterzutauchen. Karl Eisler und sein Sohn konnten zweimal einer Verhaftung entgehen, wurden zwangsweise als Arbeiter im Straßenbau eingesetzt. Die Gesundheit von Karl Eisler litt dadurch enorm. 19. Dezember 1945 verstarb Karl Eisler überraschend bei einem Aufenthalt in Schladming und wurde auf dem kath. Friedhof beerdigt. Die Familie erfuhr von seinem Tod erst nach dem Begräbnis. (2)

Nach dem Krieg erwirkte Karl Eisler in einem Restitutionsverfahren, dass Knaus einem Vergleich für das arisierte Haus (Dachsteingasse 100) zustimmte. (3)


Quellen