Burg Pichl
Die Burg Pichl war eine große Burganlage in der Ennstaler Gemeinde Pichl-Preunegg oberhalb des Gasthofes Rainerbauer, von der heute nichts mehr erhalten ist.
Allgemeines
1983 wurde im Zuge einer Erweiterung einer Schottergrube Reste dieser ehemals ausgedehnten Burganlage gefunden, die bei weiteren Erdbewegungsarbeiten vollkommen zerstört wurden. Dennoch konnten durch wissenschaftliche Untersuchungen festgestellt werden, dass die Burganlage aus einer Oberburg und größeren Vorburg bestand. In einer massiven Ringmauer war eine Nord-Südmauer eingegliedert, welche die Oberburg und Vorburg verband. Östlich der Anlage verlief eine weitere massive Mauer hangabwärts. Diese in nördliche Richtung hangabwärts verlaufende Mauser dürfte ehemals eine Wegsperre gewesen sein. Die Vorburganlage war in zwei Gebäude gegliedert. Laut Untersuchungsergebnisse wird die Burg Pichl in das 12. oder 13. Jahrhundert datiert.
Geschichte
Nach wissenschaftlichen Vermutungen zufolge handelte es sich bei der Burg Pichl um eine Vorläuferanlage des heutigen Pichlmayrgutes, das bedeutet auch, die Burganlage war einst im Besitz des Salzburger Stiftes St. Peter. Da die Burg gegenüber der Einmündung des Preuneggtales in das Ennstal lag, wird berechtigterweise darauf geschlossen, dass die Burg Pichl den Fuhrwerkswerg aus dem Lungauer Weißpriachtal, der über den Znachsattel in das Ennstal führte, kontrolliert wurde. Zudem war Verbindungsweg für den Bergbau von großer Bedeutung. Dieser Weg bestand seit dem 6. oder 8. Jahrhundert und wurde bis in das Jahr etwa 1500 benutzt, da der Weg über die Radstädter Tauern zu jener Zeit für Transporte zu verfallen war.
Quelle
- Schriftliche Unterlagen aus der Chronik der Gemeinde Pichl-Preunegg, welche dem User Peter Ortner für das Ennstalwiki zur Verfügung gestellt wurden;