Nachtwächter
Der Nachtwächter stand dem Marktrichter und seine Ratsbürger in früheren Zeiten zur Seite, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen.
Allgemeines
Wenn die Ortsbewohner sich zur Ruhe begaben, begann der Nachtwächter mit seinen Runden durch den Ort und achtete darauf, dass es zu keinen lauten Zechereien kam, rief die Sperrstunde aus und wachte darüber, dass kein Feuer ausbrach. Auch in alten Rechnungen der Schladminger Marktbürgerschaft sind Ausgaben für den Nachtwächter verbucht, der neben Brot und Wein natürlich auch ein Schuhgeld und alle drei bis fünf Jahre „bei schlecht sein" einen lodenen Wettermantel bekam. Für seine Laterne bekam der Nachtwächter ein Lichtgeld zum Kauf von Kerzen ausbezahlt.
Ein Relikt aus jener Zeit, da der Nachtwächter in Schladming noch die Stunden ausrief hat sich bis in die jüngste Vergangenheit erhalten. Viele ältere Ortsbewohner werden sich noch an den „Greimeister Leo" erinnern, der im ehemaligen Gasthof Tutter arbeitete und auch bei der Bürgermusikkapelle Schladming tätig war und bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges im Auftrag der Gemeinde als Nachtwächter fungierte.
Quelle
- Heimatkundliche Blätter von Schladming, Nr. 17, September 1991, Beitrag von Walter Stipperger