Forstmuseum Silvanum

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Das Forstmuseum Silvanum in der Ennstaler Gemeinde Landl im Ortsteil Großreifling ist das erste Forstmuseum Österreichs und befindet sich in historischen Gebäuden.

Allgemeines

Schon 1890 dachte man laut über ein österreichisches land- und forstwirtschaftliches Museum nach. Dies geschah anlässlich der «Internationalen Land- und Forstwirtschaftlichen Ausstellung» in Wien. Es dauerte aber dann bis zum 1. Jänner 1966, bis auf der Initiative von Adolf Grabner ein Heimatmuseum in Wildalpen (Bezirk Liezen) mit Schwerpunkt Forstwirtschaft eröffnet wurde. Ab 1970 führt es den Namen «Forstmuseum Wildalpen». Intensive Sammlungstätigkeit und Vergrößerungsbestrebungen lassen bald den Standort Wildalpen zu klein zu werden. Es kommt zu Verhandlungen mit den Österreichischen Bundesforste. Diese stellen den sogenannten «Neuen Kasten» in Großreifling, einen Getreidespeicher der Innerberger Hauptgewerkschaft aus dem Jahr 1771, als Raum für eine Museumsneugründung zur Verfügung.

1975 konstituierte sich der Forstmuseumsverein Großreifling als Trägerinstitution des neuen Forstmuseums. Nach einer umfassenden Renovierung des beeindruckenden, massiven Gebäudes konnte das neue Museum 1979 eröffnet werden.

Der Standort des Museums wurde mit Bedacht gewählt. Das am Erzberg geförderte Eisens wäre ohne Holzkohle nicht weiter zu verarbeiten gewesen. Das dazu benötigte Holz bezog die Innerberger Hauptgewerkschaft zu großen Teilen aus der Gegend um Großreifling.

Das Museum

Im Erdgeschoß finden jährlich wechselnde Sonderausstellungen statt. Weiters befinden sich dort Großexponate des forstlichen Transportwesens vom Handzugschlitten bis zur lebensgroßen Darstellung des Waldbahnwesens. Forsthistorische Kostbarkeiten, das Reichsforstgesetz von 1852 sowie die wichtigsten heimischen Holzarten werden gezeigt. Im ersten Stock sieht man Grafiken, die einen Überblick über Waldregionen, Waldverteilung und Holzarten in Österreich geben. Zwei weitere zentrale Bereiche sind hier die Baumaufzucht und die Holzernte einst und heute. Vorgestellt werden Berufszweige wie Holzknecht, Holzfacharbeiter und Forsttaxator. Ein kleiner Bereich ist der Forstwirtschaft auf Briefmarken gewidmet.

Im zweiten Stock erklären zahlreiche Modelle auf anschaulichste Weise Entwicklungsgeschichte, Technik und Funktion des einstigen Holztransports: Holztrift, Klausen, Fangrechen, aber auch Seilförderung und Flößerei. Die Holzriesen, die bis in die jüngste Zeit Verwendung fanden, werden ebenfalls in diesem Stock gezeigt. Im obersten, dritten Geschoß werden forstlichen Nebenbetrieben gezeigt. Harznutzung, Köhlerei und Sägeindustrie werden teils in Modellen erklärt.

In seiner Gesamtheit und Vollständigkeit erfüllt das Forstmuseum Großreifling eine wichtige Funktion sowohl für das Verständnis regionaler Sozialgeschichte als auch bei der Bildung eines ökologischen Bewusstseins von Jung und Alt.

Quelle