Felsbilder im Bezirk Liezen
Die Felsbilder im Bezirk Liezen sind schützenswerte Kulturdenkmäler und werden vom eigens dafür gegründeten Verein ANISA erforscht.


Vorkommen von Felsbildern
Die Felsbilder auf Kalkgesteinen sind in Österreich überwiegend an die Nördlichen Kalkalpen gebunden. Im Bezirk Liezen sind die Vorkommen im Dachsteingebirge, am Grimming, im Toten Gebirge und im Gesäuse. Meist befinden sich die Bilder an entlegenen Orten.
In den Niederen Tauern gibt es nur sehr wenige Vorkommen von Felsbildstationen. Die Anzahl an Ritzungen hängt stark von der Ritzbarkeit der Gesteine und von der wirtschaftlichen Nutzung des Areals ab. Das Dachsteingebirge etwa mit seinem überwiegend auftretenden Dachsteinkalk und den zahlreichen Almengebieten, lieferte dafür ideale Voraussetzungen. Deshalb liegt auch hier die größte Dichte an Fundorten vor.
Im Allgemeinen zeigen die Felsbilder Zeichen, Inschriften und Bilder, die in das Gestein geritzt, geschnitten oder punziert wurden. Dafür wurden spitze Steine oder Messer verwendet. Aufgrund der Erzeugungstechnik müssten sie deshalb eigentlich als "Felsritzbilder" bezeichnet werden.
Als Gestalter der Felsbilder kommen Personen in Frage, die sich aus wirtschaftlichen Gründen in den Fels- und Waldgebieten aufhalten. Einst waren es Almleute, Jäger, Forstarbeiter, Köhler, Bergleute, Sammler von Naturprodukten oder Säumer. Seit der jüngeren Vergangenheit "verewigen" sich auch vermehrt Wanderer an den Felswänden.
Felsbildwände sind in der Regel an schattigen Plätzen und nach Norden orientiert. Grund dafür ist die so genannte "Verwitterungsrinde", die zur Bildung Feuchtigkeit in Verbindung mit Pflanzensäuren benötigt. Letztere liefert vor allem das Moos Seligeria Trifaria. Dadurch entsteht am anstehenden Kalkstein (bevorzugt Dachsteinkalk und Wettersteinkalk) eine weiche, bis zu 50 mm tiefe Rinde, die leicht ritzbar ist.
Laut den Forschungsergebnissen
des Vereins ANISA stammen die Felsbilder im Bezirk Liezen überwiegend aus der
Neuzeit und dem Mittelalter. Es gibt bislang jedoch noch keine geeignete
Methode zur absoluten Altersbestimmung. Deshalb bedient man sich
Vergleichsdatierungen. Eindeutig zu verifizieren sind nur eingeritzte
Jahreszahlen.
Auch die Verwitterung verstärkt die Problematik der Datierung. Oft ist nicht eindeutig feststellbar, ob es sich um natürliche oder künstliche Ritzungen handelt.
Quellen
- Mandl, F.: Felsbilder im Bezirk Liezen in: Da schau her, 34. Jg., 1/2013, S 7 - 11, Trautenfels, Verein Schloss Trautenfels, 2013