Josef Pesendorfer
Josef Pesendorfer, (* 26. März 1791 in St. Kathrein am Offenegg, † 27. Februar 1856 in Rottenmann) war ein Gewerke und Großgrundbesitzer im Enns- undPaltental.
Leben
Pesendorfer wurde als Bauernsohn in St. Kathrein am Offenegg geboren und war zweimal verheiratet, am 15. 2. 1813, Ehe mit Anna Prettenhofer aus Pischelsdorf. Mit seiner ersten Frau zog Pesnedorfer zuerst nach Passail, dann nach Bruck an der Mur und schließlich 1815 nach Rottenmann. Nach deren Tod vermählte er sich nochmals am 23. 7. 1832 mit Amalia Röck. Aus erster Ehe hatte Pesendorfer 2 Söhne und 10 Töchter, aus zweiter Ehe 10 Söhne und 7 Töchter, insgesamt daher 29 Kinder.Nach seinem Ableben wurde von diesen seine gesamten Besitzungen an diese übergeben und firmierten unter Pesendorfers Erben.
Gewerkentätigkeit
Im Jahr 1815 kaufte Pesendorfer den Mauthammer in Rottenmann samt Landwirtschaft und Mühle. 1821 erwarb er aus der Konkursmasse der Waidhofener Sensengewerkschaft das Fürstenwerk mit Sensenhammer, Blechhammer und zwei weiteren Hämmern sowie einen Hammer in Trieben. Als Holz und Holzkohle teurer wurden, erweiterte er 1827 seine Betriebe um das nahe gelegene Torflager Gampermoos und kaufte im selben Jahr die Herrschaft Rottenmann samt Landgericht, reichen Waldungen (vor allem in der Strechen) und 300 Untertanen. Den Blechhammer gestaltete Pesendorfer zu einem modernen Walzwerk um. 1832 eröffnete er eine Bleiweißfabrik und erwarb das Brauhaus Rottenmann, dazu weitere Torfmoore und die Herrschaft Gumpenstein mit mehreren Realitäten, um auch in der Energieversorgung und in der Lebensmittelversorgung seiner Arbeiter unabhängig zu sein.
Pesendorfer war sehr religiös und unterstützte als Patronatsherr großzügig seine Patronatspfarren, zu denen etwa Lassing und Oppenberg zählten. Die soziale Einstellung Pesendorfers zeigt sich auch darin, dass er 1844 in einem Willbrief ein größeres Stiftungskapital widmete, mit dem zuerst ein kleines Haus in Rottenmann erworben wurde für kranke Taglöhner und Handwerker. 1887 wurde dieses Haus von der Steiermärkischen Landesregierung in ein öffentliches Krankenhaus umgewandelt, das bis heute ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung der Gegend ist. Dies war der Grundstein zum heutigen Landeskrankenhaus Rottenmann.
Um den Rohstoff selbst gewinnen zu können, kaufte er 1853 von Franz Ritter von Friedau den Eisenerzbergbau und das Schmelzwerk nächst Liezen, das er völlig umbaute (Amalienhütte. Er erwarb auch weitere Eisenerzbergbaue, einen Drahtzug und 1838 gemeinsam mit dem Oberzeiringer Gewerken Franz Xaver Neuper die Lungauer Eisengewerkschaft. Die Pesendorferschen Werke erzeugte Grobeisen, Streckeisen, Stahl, Mock und Blech. Als Pesendorfer 1856 verstarb, wurde das Erbe unter der großen Anzahl seiner Kinder aufgeteilt (Pesendorfers Erben).
Quellen
- https://www.liezen.at/de/stadtchronik/personen/gewerkejosef-1791pesendorfer.html
- Forschungsarbeit in div. Pfarrmatriken, Aufsätzen etc. von Benutzer:Dietersdorff, Autor des Artikels