Mergel
Mergel (Langform: Mergelstein) ist ein Sedimentgestein, bestehend aus einem bestimmten Verhältnis zwischen Karbonat- und Ton-Anteil.
Allgemeines
Zur Bildung von Mergel muss ein Ablagerungsmilieu von Feinstkorn (Ton, Schluff) vorliegen, in dem gleichzeitig Karbonat ausfällt. Der Karbonatanteil besteht meist als Kalk, seltener aus Dolomit. Je nach Kalk- und Ton-Anteil werden folgende (Mergel-)Varietäten unterschieden:
| Gesteinsname | Kalk-Anteil (CaCO3) [%] | Ton-Anteil [%] |
|---|---|---|
| hochprozentiger Kalkstein | bis 95 | bis 5 |
| mergeliger Kalk | bis 85 | bis 15 |
| Mergelkalk | bis 75 | bis 25 |
| Kalkmergel | bis 65 | bis 35 |
| Mergel | bis 35 | bis 65 |
| Tonmergel | bis 25 | bis 75 |
| Mergelton | bis 15 | bis 85 |
| mergeliger Ton | bis 5 | bis 95 |
| hochprozentiger Ton | bis 0 | bis 100 |
Kalkstein im Bezirk Liezen

Wie bereits der Name verrät, kommen die Kalksteine zu überwiegendem Anteil in den Nördlichen Kalkalpen vor. Sie zeugen für einen lang anhaltenden marinen Bildungsraum, in dem sich unterschiedliche Kalkarten wie z. B. Plattenkalk oder Riffkalk entwickelten. Der wohl bekannteste Kalk im Bezirk Liezen ist der Dachsteinkalk. Neben den Kalkalpen gibt es auch in der Grauwackenzone Kalk-Formationen. Hier seien auch die erzführenden Kalke der Norischen Decke erwähnt. Sie hatten in der Vergangenheit im Bezirk Liezen eine wirtschaftliche Bedeutung, wie etwa am Blahberg, einem Vorberg an der Nordseite des Dürrenschöberls. Hier wurde bis ins Jahr 1893 Siderit abgebaut.
Quellen
- Universalmuseum Joanneum Schloss Trautenfels, Birgit Strohmaier
- Schumann, Walter: Der neue BLV Steine- und Mineralienführer, 2002, BLV Verlagsgesellschaft mbH, München, ISBN 978-3405153021