Bergrettung Ortsstelle Schladming

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Der Österreichische Bergrettungsdienst Ortsstelle Schladming ist eine Rettungsorganisation, die in Schladming den Bergrettungsdienst durchführt. Sie ist eine der ältesten Bergrettungsstellen Österreichs.

Geschichte

Der erste alpiner Rettungsausschuss der Alpenvereinssektion Schladming wurde 1902 ins Leben gerufen. Der Central Ausschuß des D.u.Österr.Alpenvereines fragte in einem Schreiben, datiert mit 25. November 1902 bei der Alpenvereinssektion Schladming an, ob sich diese vorstellen könnte, "... sowohl am Sitze der Sektion wie eventuell noch an anderen Orten Ihres Sektionsgebietes Rettungsstellen bzw. Meldeposten zu errichten und ersuchen und hierüber Ihre Vorschläge zu erstatten..". Dies tat die Sektion mit ihrem Antwortschreiben.

Zwar nicht als Verein dem originalen Namen nach, jedoch als organisiertes Rettungswesen existiert der Bergrettungsdienst in Schladming bereits seit 1926. In diesem Jahr entstand im Rahmen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins eine alpine Rettungsstelle. Ihr Leiter war damals der Hotelier Franz Angerer sen. In der Zeit des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich unterstanden die Schladminger Rettungsmänner der "Deutschen Bergwacht". 1946 wurden die Bergretter wieder dem Österreichischen Bergrettungsdienst mit einer Ortsstelle in Schladming eingegliedert. Als erster eigenständiger Ort ihres Wirkens wurde in den Jahren 1965 und 1966 eine Hütte auf der Planai erbaut. Weiters wurde 1974 auf der Hochwurzen ein Dienstraum von der Liftgesellschaft zur Verfügung gestellt, welchen sich der Bergrettungsdienst mit eigenen Mitteln ausbaute. Aufgrund des besonders starken Wintersportbetriebes in Schladming ist in den Monaten Dezember bis April jeden Sonn- und Feiertag ein Bereitschaftsdienst zur Verfügung gestellt.

Rettung aus der Hochgolling-Nordwand

Der Bergführer und Bergretter Peter Gerhardter war bei einer geglückten Rettung aus der Hochgolling-Nordwand am 16. Juli 1952 beteiligt.

Am 14. Juli meldete der Wirt der Gollinghütte, dass Hilferufe in der Hochgolling-Nordwand beim Rottor gehört worden waren. Vier Bergrettungsmänner aus Schladming versuchten noch am gleichen Tag an die Eingeschlossenen heranzukommen, die auf einem ausgesetzten, schwer zugänglichen Band biwakierten. Einer von ihnen war Josef Reisenauer, Ortsstellenleiter-Stellvertreter des Bergrettungsdienstes Schladming. Er kannte die Hochgolling-Nordwand sehr gut, hatte er sie doch bereits dreimal im Alleingang durchstiegen. “Damals, es war der 14. Juli 1952, hatte ich vom Grat her schon Rufkontakt zu den Verunglückten, doch riet mir Hubert Vierthaler, mein damaliger Vorgesetzter, von einem Aufseilen dringend ab.“

Am nächsten Tag setzten schwere Regenfälle im Gollingwinkel ein, welche den Eingeschlossenen bald zum Verhängnis geworden wären. So verzögerte sich die Bergung noch um zwei Tage. Mit vereinten Kräften, Peter Gerhardter, Hubert Vierthaler, Sepp Reisenauer, Richard Perner u.a. gelang dann doch noch eine glückliche Bergung. Auch ein zweiter Versuch am darauffolgenden Tag scheiterte. Erst am dritten Tag gelang es einer Bergrettungsmannschaft unter der Führung Peter Gerhardters — sie war zur Verstärkung angefordert worden — nach „vierstündiger Kletter- und Seilarbeit" die beiden Brüder Hofmann aus Graz mit einem Begleiter aus England aus der Wand zu holen. Hans Reisenauer sprach Bergführer Peter Gerhardter die vollste Anerkennung aus, da es sich „um eine außergewöhnlich schwere Rettung handelte".

Anschrift

Bergrettung Ortsstelle Schladming
Ortsstellenleiter:
DI Hans Jürgen Bacher
Linke Ennsau 606
8970 Schladming
Telefon: 0 676 - 86 86 27 61
Notruf: 140
E-Mail: schladming@bergrettung-stmk.at

Weblinks

Quellen

  • Stadtgemeinde Schladming (hrsg.): Die Stadt Schladming. Festschrift zur 50. Wiederkehr der zweiten Stadterhebung; Schladming 1975
  • EnnstalWiki-Einträge