Andreas Georg Zedler: Unterschied zwischen den Versionen
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Der vierte Sohn von [[Michael Zedler der Ältere]] Hackenschmied in | Der vierte Sohn von [[Michael Zedler der Ältere]], Hackenschmied in Neuhaus, und [[Maria Scherer]] heiratet am [[13. August]] [[1756]] in St. Stefan ob Leoben [[Agnes Grössinger]]. Er ist als ''Schmied außer Pressnitz'' genannt. In St. Stefan ob Leoben kommen vier Kinder des Paares zur Welt, wovon zwei im Säuglingsalter sterben. Von Paul Wölzer kaufte Andreas die Schmiede sicher mit Hilfe seines Vaters. Nach dem Tode seines Vaters, kommt er in Schwierigkeiten. Wann er genau verhaftet wird ist unbekannt. Spätestens am [[12. November]] [[1764]] wird er ins [[Konventionshaus]] nach Judenburg gebracht. Diese Mischung aus Kloster, Straf und Arbeitslager diente zur Umerziehung von Protestanten. Seine Frau Agnes wird ebenfalls hier untergebracht. Am [[20. April]] [[1765]] wird Andreas die Schmiede entzogen. Im Zuge dessen muss er für Verpflegung und das Bett im Konventionshaus für sich und seine Frau aufkommen. Ebenso werden weitere 100 Gulden für die Reparatur der Schmiede und Behausung, welche durch einen Brand entstanden waren, abgezogen. Die Schmiede war mit 170 Gulden bewertet worden. Wo sich in dieser Zeit die Kinder befinden ist unklar. Im Zuge der [[Gegenreformation]] wird er 1765 zusammen mit seiner Frau Agnes als einer der letzten nach Ungarn ausgesiedelt.<ref>[https://www.siebenbuerger.de/landler/informationen/landler-familiennamen/ www.siebenbuerger.de]</ref><ref>[https://pest.lutheran.hu/pest/rakoscsaba/atalakitas%20alatt/7publikacioink/rkepub%20meg000/rkepub%20meg%| Pest.lutheran.hu]</ref>. Seine beiden Kinder, der vierjährige Franz und die zweijährige Elisabeth, bleiben zurück. | ||
Sein Stamm ist bis im Jahre [[1936]] noch mit zwei Familien in Keresztúr ansässig.<ref>[https://pest.lutheran.hu/pest/rakoscsaba/atalakitas%20alatt/7publikacioink/rkepub%20meg000/rkepub%20meg%20005 pest.lutheran.hu]</ref> | Sein Stamm ist bis im Jahre [[1936]] noch mit zwei Familien in Keresztúr ansässig.<ref>[https://pest.lutheran.hu/pest/rakoscsaba/atalakitas%20alatt/7publikacioink/rkepub%20meg000/rkepub%20meg%20005 pest.lutheran.hu]</ref> | ||
=== ''Verbotene Korespotenz'' === | === ''Verbotene Korespotenz'' === | ||
Nach der grausamen Ennstaler Protestantenvertreibung nach Iklad versuchen immer wieder die nach Ungarn Vertriebenen zurückzukommen, um Kontakt oder zumindest Nachrichten von den zurückgelassenen Familienmitgliedern zu erhalten. Manchmal auch um finanzielle Angelegenheiten zu klären. Der Kontakt mit ihnen | Nach der grausamen Ennstaler Protestantenvertreibung nach Iklad versuchen immer wieder die nach Ungarn Vertriebenen zurückzukommen, um Kontakt oder zumindest Nachrichten von den zurückgelassenen Familienmitgliedern zu erhalten. Manchmal auch um finanzielle Angelegenheiten zu klären. Der Kontakt mit ihnen ist der ansässigen Bevölkerung verboten, genauso wie die Korrespondenz.<ref>[http://mirko-online.at/images/MiRKO/2017mirko_kueppers.pdf|Verbotene Korespotenz ein Werkstattbericht, pdf]</ref> | ||
Als ein Beispiel kann hier der Brief von Andreas Zedler an seinen Bruder im Jahre [[1775]] gelten. Dieser wurde von [[Johann Feichtner (Protestant)|Johann Feichtner]], der sich zusammen mit [[Franz Stenitzer]] | Als ein Beispiel kann hier der Brief von Andreas Zedler an seinen Bruder im Jahre [[1775]] gelten. Dieser wurde von [[Johann Feichtner (Protestant)|Johann Feichtner]], der sich zusammen mit [[Franz Stenitzer]] von Ungarn aus ins [[Ennstal]] nach [[Wörschachwald]] aufgemacht hatte, um Verwandte zu kontaktieren, an [[Michael Zedler den Jüngeren]] überbracht. | ||
====Inhalt des Briefes==== | ====Inhalt des Briefes==== | ||
[[Datei:Brief Andre Zedler.jpg|thumb|Buchauszug Buch Deutsche Forschungen in Ungarn mit der Transcription von Andreas Zedlers Brief durch Paul Dedic]] | [[Datei:Brief Andre Zedler.jpg|thumb|Buchauszug Buch Deutsche Forschungen in Ungarn mit der Transcription von Andreas Zedlers Brief durch Paul Dedic]] | ||
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Im Brief bittet Andreas Zedler darum, dass sein Bruder an seinen Sohn Fränzl, der mittlerweile 14 Jahre ist, denkt. Ihm hilft, dass er auch Schmied wird und dass er ein wenig Nachricht erhält. | Im Brief bittet Andreas Zedler darum, dass sein Bruder an seinen Sohn Fränzl, der mittlerweile 14 Jahre ist, denkt. Ihm hilft, dass er auch Schmied wird und dass er ein wenig Nachricht erhält. | ||
Nachdem die Boten verhaftet worden waren und Johann Feichter angab, beim Schmied in Neuhaus gewesen zu sein, um eben diesen Brief zu übergeben, musste Michael Zettler | Nachdem die Boten verhaftet worden waren und Johann Feichter angab, beim Schmied in Neuhaus gewesen zu sein, um eben diesen Brief zu übergeben, musste Michael Zettler den Zettl an den [[Pfleger]] [[Karl Steinhardt]] in [[Irdning]] übergeben. Michael bittet diesen, das Beste zu tun, dass er keine Ungelegenheit mehr habe. Interessant ist, dass Michaels Sohn später nach [[Admont]] ins [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerkloster]] kommt und als Pater [[Justus Zedler]] bekannt wird. Was aus Andreas Zedlers Sohn Franz Zedler wurde, ist zur Zeit unbekannt. | ||
==Literatur== | ==Literatur== | ||