Niederscheibenbergalm: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Niederscheibenbergalm ''' (1 150 [[m ü. A.]]) ist eine [[Alpines Lexikon#A|Alm]] in den [[Ybbstaler Alpen]].


Die '''Niederscheibenbergalm ''' (1 150 [[m ü. A.]]) ist eine [[Alpines Lexikon#A|Alm]] in den [[Ybbstaler Alpen]].
==Allgemeines==
==Allgemeines==
Das Almgebiet liegt in der Katastralgemeinde Oberkirchen an der Grenze zwischen der Steiermark und Niederösterreich. Hier stehen die [[Scheibenbergalm-Hütte]], [[Jagdhütte am Scheibenberg]] und auf der steir. Seite das Jagdhütte [[Scheibenberghütte (Jhtt)]].
Das Almgebiet liegt in der Katastralgemeinde Oberkirchen an der Grenze der [[Steiermark]] zu [[Niederösterreich]]. Hier stehen die [[Scheibenbergalm-Hütte]], [[Jagdhütte am Scheibenberg]] und auf der steirischer Seite die [[Scheibenberghütte (Jhtt)|Scheibenberghütte]], ein Jagdhütte.
 
== Erreichbarkeit ==  
== Erreichbarkeit ==  
Über einen Forstweg von [[Palfau]] oder entlang der Mountainbiketour (Gamssteintour) von [[Großreifling]] über das Mendlingtal zum [[Mendling (Pass)]].  
Über einen [[Forstweg]] von [[Palfau]] oder entlang der [[Gamsstein]]-Mountainbiketour von [[Großreifling]] über das [[Mendlingbach|Mendlingtal]] zum [[Mendling (Pass)|Mendlingpass]].  
Nach Süden gibt es noch einen Steig über den [[Raffelgraben]] hinunter nach [[Erzhalden]].
Nach Süden gibt es noch einen [[Steig]] über den [[Raffelgraben]] hinunter nach [[Erzhalden]].
 
==Geschichtliches==
==Geschichtliches==
Vor etwa 1000 Jahren war in diesem Bereich noch der Nordrand des Herzogtums Kärnten gestanden. Die in etwa heute noch gültige Grenze zwischen den Herzogtümern Steiermark und Österreich soll der Sage nach um das Jahr [[1180]] gezogen worden sein, und zwar nach einem Zweikampf zwischen dem steirischen Markgrafen Otakar IV. und dem siegreichen Babenbergerherzog Leopold V.
Vor etwa eintausend Jahren war in diesem Bereich noch der Nordrand des Herzogtums Kärnten. Die in etwa heute noch gültige Grenze zwischen den Herzogtümern Steiermark und Österreich soll der Sage nach um das Jahr [[1180]] gezogen worden sein, und zwar nach einem Zweikampf zwischen dem [[Steirische Markgrafen|steirischen Markgrafen]] [[Ottokar IV.]] und dem siegreichen Babenbergerherzog Leopold V.


Nach mehreren Grenzbegehungen und Abmarkungen überschritt 1709 eine Kommission die meisten Gipfel am Nordrand der Steiermark, um eine endgültige Grenzlinie festzulegen.
Nach mehreren Grenzbegehungen und Abmarkungen überschritt [[1709]] eine Kommission die meisten Gipfel am Nordrand der Steiermark, um eine endgültige Grenzlinie festzulegen.
Doch erst [[1828]] wurde dieser Grenzstein gesetzt, um dem jahrhundertelangen Gebietsstreit zwischen dem [[Stift Admont]] und der Herrschaft des Bistums Freising ein Ende zu setzen.  
Doch erst [[1828]] wurde dieser Grenzstein gesetzt, um dem jahrhundertelangen Gebietsstreit zwischen dem [[Stift Admont]] und der Herrschaft des Bistums Freising ein Ende zu setzen.  


Die Land- und damit auch die Almwirtschaft waren eng ins System des Eisenwesens eingebunden: Staatlich verordnete Widmungsgebiete; vor allem der ''Dreimärktebezirk'' im niederösterr. Alpenvorland um Scheibbs, stellten die Versorgung der Eisenwurzen mit Lebensmitteln sicher.<br>
Die [[Landwirtschaft|Land]]- und damit auch die [[Almwirtschaft]] waren eng ins System des Eisenwesens eingebunden: Staatlich verordnete Widmungsgebiete; vor allem der Dreimärktebezirk im niederösterreichischen Alpenvorland um Scheibbs, stellten die Versorgung der Eisenwurzen mit Lebensmitteln sicher. In diesen Gebieten mussten die Bauern alle Produkte, die nicht der Deckung des Eigenbedarfs dienten, an die Knappen und Eisenarbeiter im gebirgigen Bereich um den Erzberg liefern. Das bedeutete zwar eine gesicherte Abnahme, aber auch die Abhängigkeit vom staatlichen Preismonopol. Im Gegenzug zu den Proviantgütern vor allem Getreide aber auch Fett und Leinen; wurde Roheisen (Rauheisen) geliefert.
In diesen Gebieten mußten die Bauern alle Produkte, die nicht der Deckung des Eigenbedarfs dienten, an die Knappen und Eisenarbeiter im gebirgigen Bereich um den Erzberg liefern. Das bedeutete zwar eine gesicherte Abnahme, aber auch die Abhängigkeit vom staatlichen Preismonopol. Im Gegenzug zu den Proviantgütern vor allem Getreide aber auch Fett und Leinen; wurde Roheisen (Rauheisen) geliefert.
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Neben den Schmugglern trieb hier im Grenzbereich eine zweite Spezies rußgeschwärzter Männer ihr Unwesen: Die Wilderer wie etwa der legendäre Markus Pichler vulgo Ganser
Neben den Schmugglern trieb hier im Grenzbereich eine zweite Spezies rußgeschwärzter Männer ihr Unwesen: Die [[Wilderei|Wilderer]] wie etwa der legendäre [[Markus Pichler vulgo Ganser Marx]] (nach dem hier eine Lacke benannt ist). Mit Vorliebe waren sie exterritorial unterwegs, die Steirer drüben in Niederösterreich und umgekehrt. So hatte man zuhause am ehesten seine Ruhe mit den Jägern und [[Gendarmerie|Gendarmen]].
Marx (nach dem hier eine Lacke benannt ist). Mit Vorliebe waren sie exterritorial unterwegs, die Steirer drüben in Niederösterreich und umgekehrt. So hatte man zuhause am ehesten seine Ruhe mit den Jägern und Gendarmen.


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* Infotafeln an der Grenze zur Ndiederscheibenbergalm
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[[Kategorie:Ybbstaler Alpen]]
[[Kategorie:Landl]]
[[Kategorie:Palfau]]
[[Kategorie:Palfau]]
[[Kategorie:Ybbstaler Alpen]]
[[Kategorie:Niederösterreich]]
[[Kategorie:Niederösterreich]]

Version vom 26. November 2025, 15:30 Uhr

Niederscheibenbergalm

Die Niederscheibenbergalm (1 150 m ü. A.) ist eine Alm in den Ybbstaler Alpen.

Allgemeines

Das Almgebiet liegt in der Katastralgemeinde Oberkirchen an der Grenze der Steiermark zu Niederösterreich. Hier stehen die Scheibenbergalm-Hütte, Jagdhütte am Scheibenberg und auf der steirischer Seite die Scheibenberghütte, ein Jagdhütte.

Erreichbarkeit

Über einen Forstweg von Palfau oder entlang der Gamsstein-Mountainbiketour von Großreifling über das Mendlingtal zum Mendlingpass. Nach Süden gibt es noch einen Steig über den Raffelgraben hinunter nach Erzhalden.

Geschichtliches

Vor etwa eintausend Jahren war in diesem Bereich noch der Nordrand des Herzogtums Kärnten. Die in etwa heute noch gültige Grenze zwischen den Herzogtümern Steiermark und Österreich soll der Sage nach um das Jahr 1180 gezogen worden sein, und zwar nach einem Zweikampf zwischen dem steirischen Markgrafen Ottokar IV. und dem siegreichen Babenbergerherzog Leopold V.

Nach mehreren Grenzbegehungen und Abmarkungen überschritt 1709 eine Kommission die meisten Gipfel am Nordrand der Steiermark, um eine endgültige Grenzlinie festzulegen. Doch erst 1828 wurde dieser Grenzstein gesetzt, um dem jahrhundertelangen Gebietsstreit zwischen dem Stift Admont und der Herrschaft des Bistums Freising ein Ende zu setzen.

Die Land- und damit auch die Almwirtschaft waren eng ins System des Eisenwesens eingebunden: Staatlich verordnete Widmungsgebiete; vor allem der Dreimärktebezirk im niederösterreichischen Alpenvorland um Scheibbs, stellten die Versorgung der Eisenwurzen mit Lebensmitteln sicher. In diesen Gebieten mussten die Bauern alle Produkte, die nicht der Deckung des Eigenbedarfs dienten, an die Knappen und Eisenarbeiter im gebirgigen Bereich um den Erzberg liefern. Das bedeutete zwar eine gesicherte Abnahme, aber auch die Abhängigkeit vom staatlichen Preismonopol. Im Gegenzug zu den Proviantgütern vor allem Getreide aber auch Fett und Leinen; wurde Roheisen (Rauheisen) geliefert.

Neben den Schmugglern trieb hier im Grenzbereich eine zweite Spezies rußgeschwärzter Männer ihr Unwesen: Die Wilderer wie etwa der legendäre Markus Pichler vulgo Ganser Marx (nach dem hier eine Lacke benannt ist). Mit Vorliebe waren sie exterritorial unterwegs, die Steirer drüben in Niederösterreich und umgekehrt. So hatte man zuhause am ehesten seine Ruhe mit den Jägern und Gendarmen.

Bildergalerie

weitere Bilder

Weblink

  • Position auf AMap (Datenstand, 05.11.2025)

Quellen

  • GIS (gis.stmk.gv.at Grenzen - Regionale Gliederung)
  • Infotafeln an der Grenze zur Ndiederscheibenbergalm