Anna von Lamberg: Unterschied zwischen den Versionen
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==Das Marmorrelief der Gräfin Lamberg== | ==Das Marmorrelief der Gräfin Lamberg== | ||
[[Datei:Lamberg.jpg|thumb|Marmorrelief der Gräfin Anna Lamberg Werndl im Schloss Trautenfels]] | [[Datei:Lamberg.jpg|thumb|Marmorrelief der Gräfin Anna Lamberg Werndl im Schloss Trautenfels]] | ||
Im Jahre 1904 starb Graf Lamberg und wurde in Pürgg beigesetzt. | Im Jahre 1904 starb Graf Lamberg und wurde in Pürgg beigesetzt. Erst 1912 kam es zur Errichtung der prunkvollen Familiengruft an der Westseite der Pürgger Pfarrkirche; verantwortlich dafür zeichnete der Wiener Bildhauer Joseph Heu, zu dem die Familie Lamberg schon längere Zeit gute Beziehungen unterhalten haben dürfte. | ||
Im Besitz des Landschaftsmuseum Schloß Trautenfels ist heute eine Hochreliefplatte aus schneeweißem Marmor, welches auch dieser Künstler gefertigt hat. Dieses für die Schloßgeschichte bedeutsame Geschenk zeigt die Büste der Gräfin Anna Lamberg-Werndl in Seitenansicht. Die Gräfin ist im Stil der Antike mit wallendem Kleid und im Nacken geknoteten Haar wiedergegeben. Das Relief erhält durch die dreifache Kannelierung eine seitliche Rahmung. Darunter die Aufschrift: ANNA GRAEFIN LAMBERG WERNDL. Rechts oben findet sich die Signatur des Künstlers: J. HEU. FECIT 21. SEPT. 1899. Die Höhe des Marmors beträgt 77 cm, die Breite 42,5 cm und die Stärke 4 cm. | Im Besitz des Landschaftsmuseum Schloß Trautenfels ist heute eine Hochreliefplatte aus schneeweißem Marmor, welches auch dieser Künstler gefertigt hat. Dieses für die Schloßgeschichte bedeutsame Geschenk zeigt die Büste der Gräfin Anna Lamberg-Werndl in Seitenansicht. Die Gräfin ist im Stil der Antike mit wallendem Kleid und im Nacken geknoteten Haar wiedergegeben. Das Relief erhält durch die dreifache Kannelierung eine seitliche Rahmung. Darunter die Aufschrift: ANNA GRAEFIN LAMBERG WERNDL. Rechts oben findet sich die Signatur des Künstlers: J. HEU. FECIT 21. SEPT. 1899. Die Höhe des Marmors beträgt 77 cm, die Breite 42,5 cm und die Stärke 4 cm. | ||
Das Marmorrelief der Gräfin wurde folglich schon im Jahre 1899 von Josef Heu ausgeführt. Heu kam 1875 in Marburg an der Drau auf die Welt und besuchte nach der Grundschule die Gewerbeschule in Graz. Von 1892 bis 1899, dem Ausführungsjahr des Porträts, studierte er an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Die „Auffindung der Quelle“, eine Brunnenfigurengruppe aus dieser Zeit, wurde mehrfach ausgezeichnet und von der Stadt Wien im Stadtpark aufgestellt. Seine Ausbildung und sein erfolgreiches „Jugendwerk“ dürfte ihm auch den Auftrag zur Errichtung der repräsentativen Familiengruft eingebracht haben. Darüber hinaus galt Heu als einer der namhaftesten Mitglieder des Wiener Künstlerhauses und wurde auch zur plastischen Ausgestaltung der Karl Lueger-Kirche am Wiener Zentralfriedhof herangezogen. | Das Marmorrelief der Gräfin wurde folglich schon im Jahre 1899 von Josef Heu ausgeführt. Heu kam 1875 in Marburg an der Drau auf die Welt und besuchte nach der Grundschule die Gewerbeschule in Graz. Von 1892 bis 1899, dem Ausführungsjahr des Porträts, studierte er an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Die „Auffindung der Quelle“, eine Brunnenfigurengruppe aus dieser Zeit, wurde mehrfach ausgezeichnet und von der Stadt Wien im Stadtpark aufgestellt. Seine Ausbildung und sein erfolgreiches „Jugendwerk“ dürfte ihm auch den Auftrag zur Errichtung der repräsentativen Familiengruft eingebracht haben. Darüber hinaus galt Heu als einer der namhaftesten Mitglieder des Wiener Künstlerhauses und wurde auch zur plastischen Ausgestaltung der Karl Lueger-Kirche am Wiener Zentralfriedhof herangezogen. | ||
Anna, die älteste Tochter der Gräfin Lamberg, heiratete den Südtiroler Baron Mersi. Über deren einzigen Sohn, Josef Maximilian Freiherr von Mersi, und dessen Erben gelangte das Marmorrelief in den regionalen Antiquitätenhandel. | Anna, die älteste Tochter der Gräfin Lamberg, heiratete den Südtiroler Baron Mersi. Über deren einzigen Sohn, Josef Maximilian Freiherr von Mersi, und dessen Erben gelangte das Marmorrelief in den regionalen Antiquitätenhandel. | ||
Die Museumsleitung von Schloß Trautenfels stand seit Jahren mit Herrn Günther Kappel sen., Antiquitätenhändler in Bad Mitterndorf, in regelmäßigem Kontakt. Über seine Vermittlung gelangten zahlreiche wertvolle Objekte in die Sammlung, so auch dieses Marmorrelief: Anlässlich seines Eintritts in den Ruhestand verabschiedete sich Günther Kappel mit diesem großzügigen Geschenk und ermöglichte so die Rückkkehr eines besonderen Erinnerungsstückes an die Gräfin Anna Lamberg Werndl an seinen ursprünglichen Aufenthaltsort. | Die Museumsleitung von Schloß Trautenfels stand seit Jahren mit Herrn Günther Kappel sen., Antiquitätenhändler in Bad Mitterndorf, in regelmäßigem Kontakt. Über seine Vermittlung gelangten zahlreiche wertvolle Objekte in die Sammlung, so auch dieses Marmorrelief: Anlässlich seines Eintritts in den Ruhestand verabschiedete sich Günther Kappel mit diesem großzügigen Geschenk und ermöglichte so die Rückkkehr eines besonderen Erinnerungsstückes an die Gräfin Anna Lamberg Werndl an seinen ursprünglichen Aufenthaltsort. | ||