Schnepfleitner: Unterschied zwischen den Versionen
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==Namensherkunft== | ==Namensherkunft== | ||
Der Name " | Der Name "Schnepfleitner" ist ein Herkunftsname, ist also im weiteren Sinne von einer Örtlichkeit abgeleitet; die Ableitung erfolgt unter Verwendung des Suffixes ‑er, mit dem unter anderem Herkunftsbezeichnungen für Personen gebildet werden können. Der Name gehört damit zu einer in Österreich und den angrenzenden Gebieten des süddeutschen Raumes sehr gängigen Kategorie von Familiennamen. | ||
Der Name ist daher von einer als " | Der Name ist daher von einer als "Schnepfleiten" oder ähnlich benannten Örtlichkeit abzuleiten. Der Ausdruck "Schnepfleiten" ist offensichtlich eine Zusammensetzung aus "Schnepf" und "Leiten". "Schnepf" ist als Nebenform des Vogelnamens "Schnepfe" zu deuten. Der zweite Teil – "Leiten" – ist eine im oberdeutschen Raum gebräuchliche Bezeichnung für "Abhang".<ref>Wikipedia-Artikel [https://de.wikipedia.org/wiki/Leite_(Hang) "Leite (Hang)"]</ref> | ||
Die " | Die "Schnepfleiten", von der der Name abgeleitet sein muss, kann im Gebiet der [[Pongau]]er Gemeinde [[swiki:Pfarrwerfen]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> lokalisiert werden.<ref>Siehe im [[Salzburgwiki]] den Artikel "[[swiki:Schnepfleitner]]"</ref> | ||
==Verbreitung== | ==Verbreitung== | ||
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* Leopold (* 1707) wurde Bauer (Pruggerbauer) in Pruggern; sein Nachfolger als Pruggerbauer (und daher sein vermutlicher Sohn) Josef hatte einen Sohn Josef und dieser wiederum eine Tochter Magdalena (* 1842), deren Nachkommen namens Schnepfleitner bis in das [[20. Jahrhundert]] verfolgt werden können. | * Leopold (* 1707) wurde Bauer (Pruggerbauer) in Pruggern; sein Nachfolger als Pruggerbauer (und daher sein vermutlicher Sohn) Josef hatte einen Sohn Josef und dieser wiederum eine Tochter Magdalena (* 1842), deren Nachkommen namens Schnepfleitner bis in das [[20. Jahrhundert]] verfolgt werden können. | ||
* Johann (* ca. 1707) wurde Schneider (vulgo Thalhamschneider) in Gröbming. Er hatte zahlreiche Nachkommenschaft, in der sich der Name Schnepfleitner bis ins [[21. Jahrhundert]] und der Schneiderberuf durch mehrere Generationen vererbte. Johann | * Johann (* ca. 1707) wurde Schneider (vulgo Thalhamschneider) in Gröbming. Er hatte zahlreiche Nachkommenschaft, in der sich der Name Schnepfleitner bis ins [[21. Jahrhundert]] und der Schneiderberuf durch mehrere Generationen vererbte. Johann | ||
** hatte einen Sohn Franz (* [[1736]]), der seinem Vater als Thalham-Schneider nachfolgte; wir halten ihn für den Vater von Franz Schnepfleitner (* ca. [[1766]]), Bauern vlg. Bauer in [[Donnersbachwald]], Stammvater der sehr zahlreichen "Bauerngut- | ** hatte einen Sohn Franz (* [[1736]]), der seinem Vater als Thalham-Schneider nachfolgte; wir halten ihn für den Vater von Franz Schnepfleitner (* ca. [[1766]]), Bauern vlg. Bauer in [[Donnersbachwald]], Stammvater der sehr zahlreichen "Bauerngut-Linie" (aus dieser stammt auch der Verfasser [[Benutzer:Karl Irresberger]]); | ||
** hatte durch seinen Sohn Joseph und den Enkel Mathias Schnepfleithner (* [[1776]]) – einen Keuschler vulgo Rainschneider – eine Anzahl von Nachkommen, die wir als "Rainschneider- | ** hatte durch seinen Sohn Joseph und den Enkel Mathias Schnepfleithner (* [[1776]]) – einen Keuschler vulgo Rainschneider – eine Anzahl von Nachkommen, die wir als "Rainschneider-Linie" zusammenfassen;<br>und | ||
** hatte einen Sohn Georg (* [[1758]]), den wir für den Stammvater der "Reitmayr- | ** hatte einen Sohn Georg (* [[1758]]), den wir für den Stammvater der "Reitmayr-Linie" halten. | ||
* Georg (* [[1713]]) wurde Hutmacher (vlg. Unterhutterer, wörtlich "unterer | * Georg (* [[1713]]) wurde Hutmacher (vlg. Unterhutterer, wörtlich "unterer Hutmacher") in Gröbming; seine Nachkommen können wir nur durch wenige Generationen verfolgen. | ||
* Martin (* [[1721]]) wurde Bäckermeister und war zeitweise Marktrichter (d. h. Bürgermeister) von Gröbming. Er hatte unter anderem die Söhne Martin (* [[1748]]) und Johann (* [[1762]]), die wir in zwei in Graz lebenden Brüdern (* 1748/49 und * ca. [[1761]]) wiederzuerkennen glauben. Johann (* ca. 1761) war der Urgroßvater des Friedrich Friedrich Albert (Frederico) Schnepfleitner (* [[1867]]), Stammvater der brasilianischen Linie von Santo Ângelo, Rio Grande do Sul. | * Martin (* [[1721]]) wurde Bäckermeister und war zeitweise Marktrichter (d. h. Bürgermeister) von Gröbming. Er hatte unter anderem die Söhne Martin (* [[1748]]) und Johann (* [[1762]]), die wir in zwei in Graz lebenden Brüdern (* 1748/49 und * ca. [[1761]]) wiederzuerkennen glauben. Johann (* ca. 1761) war der Urgroßvater des Friedrich Friedrich Albert (Frederico) Schnepfleitner (* [[1867]]), Stammvater der brasilianischen Linie von Santo Ângelo, Rio Grande do Sul. | ||
===Die Pruggerbauer-Linie (Leopold Schnepfleithner)=== | ===Die Pruggerbauer-Linie (Leopold Schnepfleithner)=== | ||
Leopold Schnepfleithner (* [[28. Juni]] 1707 in Gröbming), (erster) ehelicher Sohn des Gröbminger Hutmachers Wolfgang Schnepfleithner und der Barbara geb. Heizinger, war zuerst Müller an der Kerschbaum-Mühle in [[Oberlengdorf]], dann Pruggerbauer (die Schreibweisen variieren, es gibt auch " | Leopold Schnepfleithner (* [[28. Juni]] 1707 in Gröbming), (erster) ehelicher Sohn des Gröbminger Hutmachers Wolfgang Schnepfleithner und der Barbara geb. Heizinger, war zuerst Müller an der Kerschbaum-Mühle in [[Oberlengdorf]], dann Pruggerbauer (die Schreibweisen variieren, es gibt auch "Bruggenbauer") in Pruggern bzw. [[Michaelerberg]] (Moosham). | ||
Die Stammtafel dieser Linie ist, etwas verkürzt, die folgende: | Die Stammtafel dieser Linie ist, etwas verkürzt, die folgende: | ||
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* Johann (* 30. Mai 1762 in Gröbming<!--TfB Gbm IV 83-->). | * Johann (* 30. Mai 1762 in Gröbming<!--TfB Gbm IV 83-->). | ||
Was nun die hier zu behandelnde Grazer und brasilianische Linie<ref>Hauptquellen für sechs, im 18. Jahrhundert beginnende und im 20. Jahrhundert endende, Generationen der hier behandelten Schnepfleitner-Linie sind die "Sippentafel Emma Schnepfleitner verehel. | Was nun die hier zu behandelnde Grazer und brasilianische Linie<ref>Hauptquellen für sechs, im 18. Jahrhundert beginnende und im 20. Jahrhundert endende, Generationen der hier behandelten Schnepfleitner-Linie sind die "Sippentafel Emma Schnepfleitner verehel. Mank", die sich in Brasilien in Familienbesitz befindet, und die Internetseite [https://web.archive.org/web/20201011212135/https://sites.google.com/site/genealogiasachs/home/fritz "Genealogia Sachs"].</ref> | ||
anlangt, so ist es eine bislang unbewiesene Vermutung, dass diese Linie einen Zweig der Bäckerlinie fortsetzt. Für diese Vermutung spricht aber, dass das erschließbare Geburtsjahr des Spitzenahns diese Linie, Johann (Baptist) Schnepfleitner (* 1761), annähernd dem (* 1762) eines (bis auf den Zusatz " | anlangt, so ist es eine bislang unbewiesene Vermutung, dass diese Linie einen Zweig der Bäckerlinie fortsetzt. Für diese Vermutung spricht aber, dass das erschließbare Geburtsjahr des Spitzenahns diese Linie, Johann (Baptist) Schnepfleitner (* 1761), annähernd dem (* 1762) eines (bis auf den Zusatz "Baptist") gleichnamigen Sohnes des Gröbminger Bäckermeisters entspricht, überdies aber auch, dass dasselbe (* 1748) auf Johanns Bruder Martin (* 1749/50) zutrifft. | ||
Der Priester Martin Schnepfleitner (* 1748/49, † 24. Oktober 1824 in Laubegg)<ref>Quellen zum Priester Martin Schnepfleitner: Keller, Paul Anton: Pfarrersorgen zu Laubegg. [https://www.historischerverein-stmk.at/wp-content/uploads/B_Jg35_Paul-Anton-KELLER-Pfarrersorgen-zu-Laubegg.pdf Blätter für Heimatkunde 35 (1961)], S. 23; E-Mail-Auskunft des Diözesanarchivs Graz-Seckau vom 5. Juni 2020 an Karl Irresberger; Sterberegister II (1821-1837) der Pfarre St. Georgen an der Stiefing, [http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/graz-seckau/st-georgen-an-der-stiefing/2637/?pg=57 Fol. 55.]</ref> | Der Priester Martin Schnepfleitner (* 1748/49, † 24. Oktober 1824 in Laubegg)<ref>Quellen zum Priester Martin Schnepfleitner: Keller, Paul Anton: Pfarrersorgen zu Laubegg. [https://www.historischerverein-stmk.at/wp-content/uploads/B_Jg35_Paul-Anton-KELLER-Pfarrersorgen-zu-Laubegg.pdf Blätter für Heimatkunde 35 (1961)], S. 23; E-Mail-Auskunft des Diözesanarchivs Graz-Seckau vom 5. Juni 2020 an Karl Irresberger; Sterberegister II (1821-1837) der Pfarre St. Georgen an der Stiefing, [http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/graz-seckau/st-georgen-an-der-stiefing/2637/?pg=57 Fol. 55.]</ref> | ||
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* fünf klein gestorbene Kinder (* 1793 – 1798)<!--Johann Georg Martin (* 11. Oktober 1793 [TfB III Fol. 337], † 1. Dezember 1798 in Eibiswald [TfB 13] [TfB 36]); Martin Anton (* 31. August 1794 [TfB III Fol. 415], † 20. Februar 1795 Eibiswald [TfB 31]); Anton Martin (* 3. Oktober 1795 [TfB IV Fol. 75], † 7. Dezember 1795 in Eibiswald [TfB 32]); Anna Maria (* 6. April 1798 [TfB V S.21], † 9. April 1798 [StB S. 121])--> | * fünf klein gestorbene Kinder (* 1793 – 1798)<!--Johann Georg Martin (* 11. Oktober 1793 [TfB III Fol. 337], † 1. Dezember 1798 in Eibiswald [TfB 13] [TfB 36]); Martin Anton (* 31. August 1794 [TfB III Fol. 415], † 20. Februar 1795 Eibiswald [TfB 31]); Anton Martin (* 3. Oktober 1795 [TfB IV Fol. 75], † 7. Dezember 1795 in Eibiswald [TfB 32]); Anna Maria (* 6. April 1798 [TfB V S.21], † 9. April 1798 [StB S. 121])--> | ||
Bald nach der Heirat, bei der er noch k.k. Kontrollor beim Kameral-Eisengußwerk war, stieg Johann Baptist Schnepfleitner als " | Bald nach der Heirat, bei der er noch k.k. Kontrollor beim Kameral-Eisengußwerk war, stieg Johann Baptist Schnepfleitner als "Hammerherr" oder "Hammergewerke" selbst in das Eisenverarbeitungsgewerbe ein. Er betrieb von 1790 bis 1804 Hammerwerke in Eibiswald und wurde im Jahr 1794 auch erster Viertelmandatar, also oberster Gewerke, des neu entstandenen Hammergewerkischen Viertels Graz<ref>Gemeindechronik von St. Oswald Auszug "Hammerwerksbetrieb im heutigen Krumbach" (https://web.archive.org/web/20031027040139/http://www.oswald-o-e.at/unsergem/wirtschaft.htm www.oswald-o-e.at/unsergem/wirtschaft.htm auf web.archive.org, abgerufen am 27. Oktober 2003).</ref> | ||
Wie lange Johann Baptist Schnepfleitner lebte, wissen wir nicht. Die letzte verlässliche Nachricht ist die von der Geburt der Tochter Anna Maria (* 6. April 1798). | Wie lange Johann Baptist Schnepfleitner lebte, wissen wir nicht. Die letzte verlässliche Nachricht ist die von der Geburt der Tochter Anna Maria (* 6. April 1798). | ||
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:* Johann (*† 1870 Gedersberg [Pfarre Graz-Straßgang]) | :* Johann (*† 1870 Gedersberg [Pfarre Graz-Straßgang]) | ||
Friedrich Albert Schnepfleitner (* 21. Dezember 1867, Ort unbekannt; † 25. Dezember 1940 in Santo Ângelo, Rio Grande do Sul [RS]), wanderte nach Brasilien aus, wo er seinen Vornamen auf " | Friedrich Albert Schnepfleitner (* 21. Dezember 1867, Ort unbekannt; † 25. Dezember 1940 in Santo Ângelo, Rio Grande do Sul [RS]), wanderte nach Brasilien aus, wo er seinen Vornamen auf "Frederico" änderte. | ||
Er hatte mit seiner Ehefrau Carlota (oder Caroline) Telten (* 10. Juli 1867, † 29. September 1939) die Kinder Lina, Hugo, Robert, Hulda, Helmuth (* 1898), Flora, Emil, Meta, Eduard, Erika (* 25. Mai 1922 in Santo Ângelo [RS], † 1991 ebenda, verh. Sturzenegger<!--https://www.familysearch.org/tree/person/details/LLSM-NDY-->) und Isolde. | Er hatte mit seiner Ehefrau Carlota (oder Caroline) Telten (* 10. Juli 1867, † 29. September 1939) die Kinder Lina, Hugo, Robert, Hulda, Helmuth (* 1898), Flora, Emil, Meta, Eduard, Erika (* 25. Mai 1922 in Santo Ângelo [RS], † 1991 ebenda, verh. Sturzenegger<!--https://www.familysearch.org/tree/person/details/LLSM-NDY-->) und Isolde. | ||
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===Die Thalhamschneider-Linie von Gröbming (Hannß Schnepfleithner)=== | ===Die Thalhamschneider-Linie von Gröbming (Hannß Schnepfleithner)=== | ||
Die Benennung "Thalhamschneider- | Die Benennung "Thalhamschneider-Linie" verweist auf den Weiler Thalham (ältere Schreibweise: Thallhaim uä.) in der Gemeinde Gröbming; er liegt ein wenig südlich des Ortszentrums (des Marktes), aber noch nördlich der [[Enns]]. | ||
Stammvater dieser Linie ist der Schneidermeister Hannß (Johann) Schnepfleithner (* ca. 1707<!--StB Gbm IV 235-->), (vierter) Sohn des Gröbminger Hutmachers Wolfgang Schnepfleitner und der Barbara geb. Heizinger: | Stammvater dieser Linie ist der Schneidermeister Hannß (Johann) Schnepfleithner (* ca. 1707<!--StB Gbm IV 235-->), (vierter) Sohn des Gröbminger Hutmachers Wolfgang Schnepfleitner und der Barbara geb. Heizinger: | ||
Hannß (Johann) Schnepfleithner (* ca. 1707<!--StB Gbm IV 235-->; † 27. Dezember 1793<!--StB Gbm IV 235-->), Schneidermeister in Assach und dann in Gröbming, ∞ (12. September 1735 in Schladming<!--TrB I.227-->) Barbara Rädler (* ca. 1715; † 3. Dezember 1782 in Gröbming-Michaelberg<!-- StB Gbm IV 135-->), Schneidermeisterstochter | Hannß (Johann) Schnepfleithner (* ca. 1707<!--StB Gbm IV 235-->; † 27. Dezember 1793<!--StB Gbm IV 235-->), Schneidermeister in Assach und dann in Gröbming, ∞ (12. September 1735 in Schladming<!--TrB I.227-->) Barbara Rädler (* ca. 1715; † 3. Dezember 1782 in Gröbming-Michaelberg<!-- StB Gbm IV 135-->), Schneidermeisterstochter | ||
* Franz (* 29. September 1736 in Assach<!-- [TfB Haus V.130]); Heirat 1761 [TrB Gbm IV 34 f]-->), Thalham-Schneider, Stammvater der "eigentlichen Thalhamschneider- | * Franz (* 29. September 1736 in Assach<!-- [TfB Haus V.130]); Heirat 1761 [TrB Gbm IV 34 f]-->), Thalham-Schneider, Stammvater der "eigentlichen Thalhamschneider-Linie" | ||
* Veronika (* 12. Jänner 1738 in Assach<!-- [TfB Haus V.140]-->), ∞ 1756 <!--Heirat 13. September 1756 [TrB Gbm III 285] mit -->Johannes Mädl<!--, am 28. August 1764 Geburt des Sohnes Franz Seraph Mädl, dessen Taufpate der Bäckermeister Martin Schnepfleitner war--> | * Veronika (* 12. Jänner 1738 in Assach<!-- [TfB Haus V.140]-->), ∞ 1756 <!--Heirat 13. September 1756 [TrB Gbm III 285] mit -->Johannes Mädl<!--, am 28. August 1764 Geburt des Sohnes Franz Seraph Mädl, dessen Taufpate der Bäckermeister Martin Schnepfleitner war--> | ||
* Theresia (* 29. September 1739 in Assach<!-- [TfB Haus V.150]-->), ∞ 1756 Franz Götzfried | * Theresia (* 29. September 1739 in Assach<!-- [TfB Haus V.150]-->), ∞ 1756 Franz Götzfried | ||
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* Maria (* 20. April 1748 in Assach [TfB Haus V.203]) | * Maria (* 20. April 1748 in Assach [TfB Haus V.203]) | ||
* Martin (* 29. Oktober 1750 in Assach [TfB Haus V.223])--> | * Martin (* 29. Oktober 1750 in Assach [TfB Haus V.223])--> | ||
* Josef (* 1. März 1753 in Assach<!-- [TfB Haus V.240],-->), Schneider in Gröbming, Stammvater der "Schneiderseppl- | * Josef (* 1. März 1753 in Assach<!-- [TfB Haus V.240],-->), Schneider in Gröbming, Stammvater der "Schneiderseppl-Linie" | ||
* Simon (* 23. Oktober 1755 in Gröbming<!-- [TfB Gbm III 343], Heirat 1788-->), Pichl-Weber | * Simon (* 23. Oktober 1755 in Gröbming<!-- [TfB Gbm III 343], Heirat 1788-->), Pichl-Weber | ||
* Georg (* 23. April 1758 in Gröbming<!--[TfB Gbm IV 23]-->), mutmaßlich Stammvater der Reithmayer-Linie von [[Selzthal]] | * Georg (* 23. April 1758 in Gröbming<!--[TfB Gbm IV 23]-->), mutmaßlich Stammvater der Reithmayer-Linie von [[Selzthal]] | ||
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=====Die Bauerngut-Linie von Donnersbachwald===== | =====Die Bauerngut-Linie von Donnersbachwald===== | ||
Die Bauerngut-Linie hat ihren Namen nach dem Bauerngut vulgo Bauer in [[Donnersbachwald]], das im 19. Jahrhundert im Besitz der Familie Schnepfleitner stand. Der Vulgoname " | Die Bauerngut-Linie hat ihren Namen nach dem Bauerngut vulgo Bauer in [[Donnersbachwald]], das im 19. Jahrhundert im Besitz der Familie Schnepfleitner stand. Der Vulgoname "Bauer" dürfte auf den Familiennamen einer früheren Besitzerfamilie zurückzuführen sein. Das Gut selbst besteht heute nicht mehr, an seiner Stelle steht eine Siedlung, die Bauernsiedlung. Unweit erstreckt sich der Bauer-Graben, der von einem Bach zum [[Donnersbach (Bach)|Donnersbach]] entwässert wird. | ||
Der Besitzer Paul Häußler vulgo Bauer starb am 22. Oktober 1787 am Schlagfluss. Die Witwe Elisabeth geb. Schupfer heiratete am 4. November 1788, 46‑jährig, den 22‑jährigen Franz Schnepfleitner (* ca. 1766). In ihm vermuten wir einen Sohn des Trauzeugen, des Thalhamschneiders Franz Schnepfleithner (* 29. September 1736).<ref>Belege für die Abstammung des Bräutigams (sei es in der Trauungseintragung oder in der bisher nicht aufgefundenen Taufeintragung) fehlen. Für die Zurechnung des Bräutigams Franz Schnepfleitner zur Thalhamschneider-Linie spricht ein weiteres Indiz: Er war am 22. Juni 1807 einer der Beistände bei der Eheschließung des Adam Schnepfleitner – also wohl seines Bruders – mit Elisabeth, ehelicher Tochter des Paul Häusler, gewesten Besitzers am Bauerngut in Donnersbachwald, und der Maria geb. Schupfer (also offenbar einer [Halb‑]Schwester seiner Frau).</ref> | Der Besitzer Paul Häußler vulgo Bauer starb am 22. Oktober 1787 am Schlagfluss. Die Witwe Elisabeth geb. Schupfer heiratete am 4. November 1788, 46‑jährig, den 22‑jährigen Franz Schnepfleitner (* ca. 1766). In ihm vermuten wir einen Sohn des Trauzeugen, des Thalhamschneiders Franz Schnepfleithner (* 29. September 1736).<ref>Belege für die Abstammung des Bräutigams (sei es in der Trauungseintragung oder in der bisher nicht aufgefundenen Taufeintragung) fehlen. Für die Zurechnung des Bräutigams Franz Schnepfleitner zur Thalhamschneider-Linie spricht ein weiteres Indiz: Er war am 22. Juni 1807 einer der Beistände bei der Eheschließung des Adam Schnepfleitner – also wohl seines Bruders – mit Elisabeth, ehelicher Tochter des Paul Häusler, gewesten Besitzers am Bauerngut in Donnersbachwald, und der Maria geb. Schupfer (also offenbar einer [Halb‑]Schwester seiner Frau).</ref> | ||
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* Georg (* 8. April 1898 in Irdning, Kienach Nr. 6). | * Georg (* 8. April 1898 in Irdning, Kienach Nr. 6). | ||
Auffälligerweise finden wir Michael Schnepfleitner ab 1891 nicht mehr an der Adresse Donnersbachwald Nr. 49, sondern an der Adresse Donnersbachwald Nr. 50, die seit alters den Hausnamen " | Auffälligerweise finden wir Michael Schnepfleitner ab 1891 nicht mehr an der Adresse Donnersbachwald Nr. 49, sondern an der Adresse Donnersbachwald Nr. 50, die seit alters den Hausnamen "Unherr" trägt. Das Bauerngut in Donnersbachwald, aber auch das Unherr-Gut gab Michael Schnepfleitner offensichtlich vor 1897 auf; er wurde Bauer vulgo Tüchler in Irdning, Kienach Nr. 6. Noch später, spätestens 1912, war Michael Bauer vulgo Wastl in (Alt ?)Irdning Nr. 42. | ||
Michaels Witwe Josefa starb am 24. Februar 1922 im Armenhaus der Marktgemeinde Irdning.<!-- [StB Irdning VIII 201] --> | Michaels Witwe Josefa starb am 24. Februar 1922 im Armenhaus der Marktgemeinde Irdning.<!-- [StB Irdning VIII 201] --> | ||
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Sodann musste Maria Schnepfleitner mit dem Los der meisten jüngeren Bauernkinder vorlieb nehmen und als Magd in fremde Dienste gehen. Sie brachte ihre jüngere Tochter Maria (* 23. September 1869) als Dienstmagd in Donnersbachwald zur Welt. | Sodann musste Maria Schnepfleitner mit dem Los der meisten jüngeren Bauernkinder vorlieb nehmen und als Magd in fremde Dienste gehen. Sie brachte ihre jüngere Tochter Maria (* 23. September 1869) als Dienstmagd in Donnersbachwald zur Welt. | ||
Fünf Jahre später begegnen wir Maria als Besitzerin des Lahnergutes auf dem Erlsberg Nr. 42 wieder; dies bedeutet gewiss, dass ihr Halbbruder Joseph Mühlbacher zu diesem Zeitpunkt bereits gestorben war, sodass Maria Erbin des Lahnergutes werden konnte. Sie heiratete am 25. Jänner 1875 in Donnersbachau den Bauernsohn Mathias Steer (* 17. Februar 1838). Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor: Walburga (* 1879) und Maria (* 8., † 10. August 1883). Maria Steer vulgo Lahnerin starb am 16. August 1883, also wenige Tage nach der Geburt ihrer Tochter Maria, 37‑jährig an "Blutfluss und | Fünf Jahre später begegnen wir Maria als Besitzerin des Lahnergutes auf dem Erlsberg Nr. 42 wieder; dies bedeutet gewiss, dass ihr Halbbruder Joseph Mühlbacher zu diesem Zeitpunkt bereits gestorben war, sodass Maria Erbin des Lahnergutes werden konnte. Sie heiratete am 25. Jänner 1875 in Donnersbachau den Bauernsohn Mathias Steer (* 17. Februar 1838). Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor: Walburga (* 1879) und Maria (* 8., † 10. August 1883). Maria Steer vulgo Lahnerin starb am 16. August 1883, also wenige Tage nach der Geburt ihrer Tochter Maria, 37‑jährig an "Blutfluss und Fieber". | ||
Tochter Konstanzia Schnepfleitner (* 1. März 1866 in Donnersbach) lebte als Dienstmagd in der heutigen Gemeinde [[Aigen im Ennstal]] ([[Sallaberg am Kulm]], [[Ketten]], [[Fischern (Aigen im Ennstal)|Fischern]]) und schenkte in den Jahren 1888 bis 1903 sieben unehelichen Kindern das Leben, die zu verschiedenen Pflegeeltern kamen. Sie soll irgendwann in den Jahren 1909 bis 1913 gestorben sein. Ihre Nachkommen sind überblicksweise: | Tochter Konstanzia Schnepfleitner (* 1. März 1866 in Donnersbach) lebte als Dienstmagd in der heutigen Gemeinde [[Aigen im Ennstal]] ([[Sallaberg am Kulm]], [[Ketten]], [[Fischern (Aigen im Ennstal)|Fischern]]) und schenkte in den Jahren 1888 bis 1903 sieben unehelichen Kindern das Leben, die zu verschiedenen Pflegeeltern kamen. Sie soll irgendwann in den Jahren 1909 bis 1913 gestorben sein. Ihre Nachkommen sind überblicksweise: | ||
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Wir springen vom 20. Jahrhundert in das 18. Jahrhundert und nach Gröbming zurück, um eine weitere, recht verzweigte Zweiglinie der Gröbminger Thalhamschneider-Linie zu betrachten. | Wir springen vom 20. Jahrhundert in das 18. Jahrhundert und nach Gröbming zurück, um eine weitere, recht verzweigte Zweiglinie der Gröbminger Thalhamschneider-Linie zu betrachten. | ||
Die Bezeichnung " | Die Bezeichnung "Schneiderseppl" findet sich (1819) als Vulgoname des Ignaz, Sohn des Josef Schnepfleitner, im Taufbuch der Pfarre Gröbming (Band VII S. 60). Sie wird durch den gleich zu erwähnenden Schneidermeister Joseph Schnepfleithner entstanden sein und blieb offenbar mit dem von diesem und seinen Nachkommen bewohnten Haus Gröbming Nr. 45 verbunden. | ||
Joseph Schnepfleithner (* 1. März 1753 in Assach<!-- [TfB Haus V.240], Heirat 1773 [TrB Gbm IV 206],-->), † 30. November 1816 Gröbming 45<!-- [StB Gbm V 79] -->, Sohn des Gröbminger Thalhamschneiders Hannß Schnepfleithner und der Barbara Rädler, heiratete am 28. September 1773 in Gröbming die hiesige Schneidermeisterstochter Anna Reitter. Die beiden hatten zumindest | Joseph Schnepfleithner (* 1. März 1753 in Assach<!-- [TfB Haus V.240], Heirat 1773 [TrB Gbm IV 206],-->), † 30. November 1816 Gröbming 45<!-- [StB Gbm V 79] -->, Sohn des Gröbminger Thalhamschneiders Hannß Schnepfleithner und der Barbara Rädler, heiratete am 28. September 1773 in Gröbming die hiesige Schneidermeisterstochter Anna Reitter. Die beiden hatten zumindest | ||
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===Simon Schnepfleitner vulgo Pichlweber zu Niederöblarn=== | ===Simon Schnepfleitner vulgo Pichlweber zu Niederöblarn=== | ||
Simon Schnepfleitner (* 23. Oktober 1755<!-- [TfB Gbm III 343]-->, Sohn des Thalhamschneiders und der Barbara geb. Rädler, heiratete am 23. Juni 1788 in Irdning Magdalena, Tochter des Johann Weichlinger "an Pichel, | Simon Schnepfleitner (* 23. Oktober 1755<!-- [TfB Gbm III 343]-->, Sohn des Thalhamschneiders und der Barbara geb. Rädler, heiratete am 23. Juni 1788 in Irdning Magdalena, Tochter des Johann Weichlinger "an Pichel, Webergütel". So wurde er Besitzer des Pichlwebergütls zu Niederöblarn Nr. 15. Aus der Ehe gingen zumindest folgende Kinder hervor: | ||
* Sigmund (* 1788), vulgo Heubergweber zu Lassing<!-- [TrB Lassing 26. November 1816]--> | * Sigmund (* 1788), vulgo Heubergweber zu Lassing<!-- [TrB Lassing 26. November 1816]--> | ||
* Cordula (* 22. Oktober 1791 in Niederöblarn Nr. 15<!-- [TfB Öblarn I 35]-->) | * Cordula (* 22. Oktober 1791 in Niederöblarn Nr. 15<!-- [TfB Öblarn I 35]-->) | ||
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===Die Schnepfleitner vulgo Reitmayr in Selzthal=== | ===Die Schnepfleitner vulgo Reitmayr in Selzthal=== | ||
[[Selzthal]] gehörte ursprünglich zur Pfarre Rottenmann. Der Name Schnepfleitner kommt in den Matriken dieser Pfarre erstmals im Jahr 1792 – es handelt sich um die Heirat des 33‑jährigen Georg Schnepfleithner vulgo Reitmayr mit Maria Mitteregger – vor. Georg Schnepfleithner muss also, obwohl ihn der Zusatz "Reitmayr im | [[Selzthal]] gehörte ursprünglich zur Pfarre Rottenmann. Der Name Schnepfleitner kommt in den Matriken dieser Pfarre erstmals im Jahr 1792 – es handelt sich um die Heirat des 33‑jährigen Georg Schnepfleithner vulgo Reitmayr mit Maria Mitteregger – vor. Georg Schnepfleithner muss also, obwohl ihn der Zusatz "Reitmayr im Zelzthal" (''sic!'') als (bereits) Ansässigen ausweist, irgendwann zugezogen sein. Aus Georgs angegebenem Heiratsalter errechnet sich ein Geburtsjahr 1758/1759. Dies würde sehr gut zu Georg (* 23. April 1758<!--TfB Gbm IV 23-->), einem jüngeren Sohn von Hannß (Johann) Schnepfleithner und Barbara geb. Rädler (Begründer der Thalhamschneider-Linie von Gröbming), passen. Wir ordnen ihn daher, wenn auch mit Vorbehalt, an ebendieser Stelle ein. | ||
Georg Schnepfleithner, (Bauer vulgo) Reitmayr in Zelzthal, heiratete am 28. Mai 1792, 33 Jahre alt (= * 23. April 1758?) und ledig, die 25‑jährige ledige Maria Mittereggerin. | Georg Schnepfleithner, (Bauer vulgo) Reitmayr in Zelzthal, heiratete am 28. Mai 1792, 33 Jahre alt (= * 23. April 1758?) und ledig, die 25‑jährige ledige Maria Mittereggerin. | ||