Theodor Gaßner: Unterschied zwischen den Versionen

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[[1820]] wurde das Stiftsgymnasium nach Judenburg verlegt. Franz ging aber nach Graz weiter zur Schule. [[Äbte von Admont|Abt]] [[Gotthard Kuglmayr]], der seinem Neffen ein Freiquartier im [[Admonterhof]] in Graz angewiesen hatte, gestattete gerne, dass Gaßner es mit diesem seinem Schulkollegen teilte.  
[[1820]] wurde das Stiftsgymnasium nach Judenburg verlegt. Franz ging aber nach Graz weiter zur Schule. [[Äbte von Admont|Abt]] [[Gotthard Kuglmayr]], der seinem Neffen ein Freiquartier im [[Admonterhof]] in Graz angewiesen hatte, gestattete gerne, dass Gaßner es mit diesem seinem Schulkollegen teilte.  


Unter Aufsicht des Hofmeisters und Gymnasialprofessors Pater [[Hartnid Dorfmann]] absolvierte er die Humanitätsklassen, die beiden philosophischen Jahrgänge und nachdem er die Aufnahme in das Benediktinerstift Admont zugesichert bekommen hatte, den ersten Jahrgang der Theologie. Zwar zeigte sich Franz „sehr anständig und sittsam, aber keineswegs durch besonderen Fleiß und durch vorzügliche Leistungen hervorragte“.
Unter Aufsicht des Hofmeisters und Gymnasialprofessors Pater [[Hartnid Dorfmann]] absolvierte er die Humanitätsklassen, die beiden philosophischen Jahrgänge und nachdem er die Aufnahme in das Benediktinerstift Admont zugesichert bekommen hatte, den ersten Jahrgang der Theologie. Zwar zeigte sich Franz "sehr anständig und sittsam, aber keineswegs durch besonderen Fleiß und durch vorzügliche Leistungen hervorragte“.


=== Gaßner wird Benediktiner ===
=== Gaßner wird Benediktiner ===
Am [[25. September]] [[1824]] begann Gaßner unter dem Ordensnamen Theodor das Noviziat im Stift Admont. Er wurde dort wohlwollend aufgenommen, da seine musikalischen Fertigkeiten eine wesentliche Stütze des Kirchenchors wurde. Am [[10. September]] [[1827]] erhielt er die Bewilligung zur Ablegung der Ordensprofess. Doch plötzlich kamen Gaßner Bedenken und er trat mit Ende September aus dem Orden aus. Seine Mitbrüder ließen ihn nur ungern ziehen und niemand hatte bisher an seiner Berufung als Ordensgeistlicher gezweifelt. Gaßner erkannte dann nach einigen Wochen selbst seinen Fehler und kehrte mit [[5. November]] wieder ins Stift zurück, wo er am [[18. November]] das Ordensgelübde ablegte.  
Am [[25. September]] [[1824]] begann Gaßner unter dem Ordensnamen Theodor das Noviziat im Stift Admont. Er wurde dort wohlwollend aufgenommen, da seine musikalischen Fertigkeiten eine wesentliche Stütze des Kirchenchors wurde. Am [[10. September]] [[1827]] erhielt er die Bewilligung zur Ablegung der Ordensprofess. Doch plötzlich kamen Gaßner Bedenken und er trat mit Ende September aus dem Orden aus. Seine Mitbrüder ließen ihn nur ungern ziehen und niemand hatte bisher an seiner Berufung als Ordensgeistlicher gezweifelt. Gaßner erkannte dann nach einigen Wochen selbst seinen Fehler und kehrte mit [[5. November]] wieder ins Stift zurück, wo er am [[18. November]] das Ordensgelübde ablegte.  


Am [[13. Jänner]] [[1828]] wurde er zum Priester geweiht und feierte am [[3. Februar]] seine Primiz. Er feierte sie alleine ohne seine beiden Connovizen, die ein schreckliches Ereignis „zur selben Minute von seiner Seite hinweg aus dem Leben gerafft hatte“. Dies hatte sich folgendermaßen ereignet:
Am [[13. Jänner]] [[1828]] wurde er zum Priester geweiht und feierte am [[3. Februar]] seine Primiz. Er feierte sie alleine ohne seine beiden Connovizen, die ein schreckliches Ereignis "zur selben Minute von seiner Seite hinweg aus dem Leben gerafft hatte“. Dies hatte sich folgendermaßen ereignet:


=== Ein schweres Unglück trifft zwei seiner Connovizen ===
=== Ein schweres Unglück trifft zwei seiner Connovizen ===
Am [[5. August]] [[1826]], zur Abendzeit, als die Ordensbrüder eben am Kirchenchor im [[Blasius-Münster]] die Vespergebete sangen, entlud sich über Admont ein ungewöhnlich heftiges Gewitter. Zwar fanden Chorgebete oft bei Gewittern statt, aber mit so einer schwülen und unheimlichen Nacht hatte noch kein Gewitter die [[Stiftskirche Admont|Stiftskirche]] umhüllt. Die beiden großen Zifferblätter, die zu beiden Seiten des Chores angebracht waren, zeigten halb sechs Uhr nachmittags. Da fuhr „ein gräßliches Blitzfeuer hernieder und hatte die Brüder zu Boden geschleudert, dem ein furchtbarer Donnerschlag folgte“.
Am [[5. August]] [[1826]], zur Abendzeit, als die Ordensbrüder eben am Kirchenchor im [[Blasius-Münster]] die Vespergebete sangen, entlud sich über Admont ein ungewöhnlich heftiges Gewitter. Zwar fanden Chorgebete oft bei Gewittern statt, aber mit so einer schwülen und unheimlichen Nacht hatte noch kein Gewitter die [[Stiftskirche Admont|Stiftskirche]] umhüllt. Die beiden großen Zifferblätter, die zu beiden Seiten des Chores angebracht waren, zeigten halb sechs Uhr nachmittags. Da fuhr "ein gräßliches Blitzfeuer hernieder und hatte die Brüder zu Boden geschleudert, dem ein furchtbarer Donnerschlag folgte“.


Nur die beiden erwähnten jungen Kleriker, die ihren Platz zu beiden Seiten des Chores einander gegenüber hatten, standen aufrecht an der Wand und zitterten nicht. Sie rührten sich auch nicht, als die Brüder, von der Betäubung erwachend, sich erhoben - denn sie waren tot. Beide von demselben [[Blitz]] erschlagen. In zwei Strahlen geteilt war dieser an den Uhrzeigern über ihren Häuptern herabgefahren. Die beiden waren Gregor Fürst und Anton Kugelmaier.
Nur die beiden erwähnten jungen Kleriker, die ihren Platz zu beiden Seiten des Chores einander gegenüber hatten, standen aufrecht an der Wand und zitterten nicht. Sie rührten sich auch nicht, als die Brüder, von der Betäubung erwachend, sich erhoben - denn sie waren tot. Beide von demselben [[Blitz]] erschlagen. In zwei Strahlen geteilt war dieser an den Uhrzeigern über ihren Häuptern herabgefahren. Die beiden waren Gregor Fürst und Anton Kugelmaier.
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Im Oktober [[1836]] wurde Gaßner an das k. k. Gymnasium nach Graz versetzt. Er verließ Judenburg nur ungern, wo er sich wohl gefühlt hatte. Neben seiner schulischen Tätigkeit ging er seinen Leidenschaft der Mineralogie und Botanik nach. Diesen Hobbys konnte er nun in Graz nur in den Ferien nachgehen.
Im Oktober [[1836]] wurde Gaßner an das k. k. Gymnasium nach Graz versetzt. Er verließ Judenburg nur ungern, wo er sich wohl gefühlt hatte. Neben seiner schulischen Tätigkeit ging er seinen Leidenschaft der Mineralogie und Botanik nach. Diesen Hobbys konnte er nun in Graz nur in den Ferien nachgehen.


Seine gediegene Leistung an der Schule fiel [[1839]] der Schulbehörde auf. Der [[Admonter Gymnasium in Graz|Gymnasial-Präfect]] [[Blasius Trenk]] bezeichnete Gaßner [[1843]] in der „ämtlichen Qualifications-Tabelle“  als einen „hervorragend trefflichen Lehrer von hochachtbarer makelloser sittlichen Haltung, von ausnehmenden Berufseifer. Seine Lehrmethode sei durch Kraft und Deutlichkeit eindringlich, tiefere Kenntniß des Griechischen, Fertigkeit in der Arithmetik wird ihm zuerkannt“.  
Seine gediegene Leistung an der Schule fiel [[1839]] der Schulbehörde auf. Der [[Admonter Gymnasium in Graz|Gymnasial-Präfect]] [[Blasius Trenk]] bezeichnete Gaßner [[1843]] in der "ämtlichen Qualifications-Tabelle“  als einen "hervorragend trefflichen Lehrer von hochachtbarer makelloser sittlichen Haltung, von ausnehmenden Berufseifer. Seine Lehrmethode sei durch Kraft und Deutlichkeit eindringlich, tiefere Kenntniß des Griechischen, Fertigkeit in der Arithmetik wird ihm zuerkannt“.  


[[1843]] entschied die k. k. Studien-Hofkommission, die Leitung des k. k. Convictes in Graz wieder den Benediktinern aus dem Stift Admont zu übertragen. Gaßner erhielt die Stelle des „Subdirectors“.  
[[1843]] entschied die k. k. Studien-Hofkommission, die Leitung des k. k. Convictes in Graz wieder den Benediktinern aus dem Stift Admont zu übertragen. Gaßner erhielt die Stelle des "Subdirectors“.  


=== Zweite Periode seines öffentlichen Wirkens ===
=== Zweite Periode seines öffentlichen Wirkens ===
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Seinen Ruhestand trat er dann am [[2. Oktober]] 1872 nach Übergabe der Lehranstalt an seinen Nachfolger an.
Seinen Ruhestand trat er dann am [[2. Oktober]] 1872 nach Übergabe der Lehranstalt an seinen Nachfolger an.


Aber wegen der hohen Wertschätzung seiner „administrativen Gewandtheit und Genauigkeit Gaßner's“ wurde er durch Ministerial-Erlass vom [[4. September]] 1872 zum fachmännischen Beisitzer in den provisorischen k. k. Landesschulrat von Tirol und Vorarlberg berufen. Als [[1873]] der Landesschulinspektor Eduard Krischek zur Dienstleistung in das Unterrichtsministerium berufen wurde, übertrug man Gaßner die Führung der laufenden Geschäfte, sowie die „Intervenierung bei den Maturitätsprüfungen an deutschen Gymnasien“ und mit Beginn [[1874]] sämtliche Funktionen eines Landesschulinspektors. Diese führte er zwei Jahre provisorisch zur vollsten Zufriedenheit der Behörden aus.
Aber wegen der hohen Wertschätzung seiner "administrativen Gewandtheit und Genauigkeit Gaßner's“ wurde er durch Ministerial-Erlass vom [[4. September]] 1872 zum fachmännischen Beisitzer in den provisorischen k. k. Landesschulrat von Tirol und Vorarlberg berufen. Als [[1873]] der Landesschulinspektor Eduard Krischek zur Dienstleistung in das Unterrichtsministerium berufen wurde, übertrug man Gaßner die Führung der laufenden Geschäfte, sowie die "Intervenierung bei den Maturitätsprüfungen an deutschen Gymnasien“ und mit Beginn [[1874]] sämtliche Funktionen eines Landesschulinspektors. Diese führte er zwei Jahre provisorisch zur vollsten Zufriedenheit der Behörden aus.


Erst nach 47 Arbeitsjahren konnte Gaßner dann [[1876]] tatsächlich in den Ruhestand gehen.  
Erst nach 47 Arbeitsjahren konnte Gaßner dann [[1876]] tatsächlich in den Ruhestand gehen.  
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Während seiner Tätigkeiten im Schulbereich hatte er die Berge der Steiermark und Tirols bestiegen. [[1845]] hatte er eine Reise nach Deutschland unternommen, wo er Dresden und Berlin besuchte. [[1863]] reiste er nach Italien bis an die Küsten des ligurischen Meeres und durch die Schweiz.
Während seiner Tätigkeiten im Schulbereich hatte er die Berge der Steiermark und Tirols bestiegen. [[1845]] hatte er eine Reise nach Deutschland unternommen, wo er Dresden und Berlin besuchte. [[1863]] reiste er nach Italien bis an die Küsten des ligurischen Meeres und durch die Schweiz.


Im März 1849 hatte er „Botanische Notizen über den Hochwart im Judenburger Kreise“ in den von Wilhelm Haidinger herausgegebenen „Mittheilungen von Freunden der Naturwissenschaften“ in Wien publiziert.
Im März 1849 hatte er "Botanische Notizen über den Hochwart im Judenburger Kreise“ in den von Wilhelm Haidinger herausgegebenen "Mittheilungen von Freunden der Naturwissenschaften“ in Wien publiziert.


Dem zoologisch-botanischen Verein in Wien gehörte er seit [[1852]], dem Verein des tirolisch-vorarlbergischen Landesmuseums „Ferdinandeum“ seit [[1861]] als Mitglied an. Die k. k. geologische Reichsanstalt in Wien ernannte ihn [[1855]] zum Korrespondenten , der tirolerisch Stenografenverein [[1869]] zu seinem Ehrenmitglied.  
Dem zoologisch-botanischen Verein in Wien gehörte er seit [[1852]], dem Verein des tirolisch-vorarlbergischen Landesmuseums "Ferdinandeum“ seit [[1861]] als Mitglied an. Die k. k. geologische Reichsanstalt in Wien ernannte ihn [[1855]] zum Korrespondenten , der tirolerisch Stenografenverein [[1869]] zu seinem Ehrenmitglied.  


Mit der Gründung des historischen Vereines für Innerösterreich [[1844]] war er dessen Mitglied geworden, [[1849]] in den Ausschuss des Vereins gewählt.
Mit der Gründung des historischen Vereines für Innerösterreich [[1844]] war er dessen Mitglied geworden, [[1849]] in den Ausschuss des Vereins gewählt.