Scheißtag: Unterschied zwischen den Versionen
K Textersetzung - „Zwischenkriegszeit“ durch „Zwischenkriegszeit“ |
K Textersetzung - „““ durch „"“ |
||
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
== Allgemeines == | == Allgemeines == | ||
„d’Scheisståg", Scheißtag(e) sind vor allem in der älteren, bäuerlichen Bevölkerung im [[Bezirk Liezen]], die sich an die Zeit mit den | |||
[[swiki:Dienstboten]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> auf den Bauernhöfen noch erinnern kann, in schelmisch-lebhafter Erinnerung. | [[swiki:Dienstboten]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> auf den Bauernhöfen noch erinnern kann, in schelmisch-lebhafter Erinnerung. | ||
| Zeile 14: | Zeile 14: | ||
Aus dem Ortsteil [[Reith (Sölk)|Reith]] in [[Kleinsölk]], Gemeinde [[Sölk]], berichtete [[Bürgermeister der Gemeinde Kleinsölk|Bürgermeister]] [[Ernst Daum]] vlg. Karner im Reith, dass ab Mittag des 30. Dezember in den alten Hofgemeinschaften die "Deanstzeit" ausbezahlt wurde. | Aus dem Ortsteil [[Reith (Sölk)|Reith]] in [[Kleinsölk]], Gemeinde [[Sölk]], berichtete [[Bürgermeister der Gemeinde Kleinsölk|Bürgermeister]] [[Ernst Daum]] vlg. Karner im Reith, dass ab Mittag des 30. Dezember in den alten Hofgemeinschaften die "Deanstzeit" ausbezahlt wurde. | ||
Der Bauer holte sich dabei alle Dienstboten in die „schea | Der Bauer holte sich dabei alle Dienstboten in die „schea Stub’m", wo er ihnen die „Leviten" las. Sie mussten sich also die Kritik des Bauern anhören. Danach bekamen sie ihr Geld. Es folgte der Dank des Bauern entweder für die geleistete Arbeit und verlängerte das Dienstverhältnis. Oder aber er schickte die Magd oder den Knecht weg. Die Dienstboten hatten vor diesem Tag teilweise große Angst, da vor allem in den wirtschaftlich schlechten Jahren der [[Zwischenkriegszeit]] war der Verlust eines solchen Dienstplatzes keine erfreuliche Sache war. | ||
Für die Dienstleute, die verabschiedet wurden, gab es am Abend bei einem bestimmten Hof bzw. Bauerngasthaus für alle gemeinsam das sogenannte | Für die Dienstleute, die verabschiedet wurden, gab es am Abend bei einem bestimmten Hof bzw. Bauerngasthaus für alle gemeinsam das sogenannte „Binkelfest". Dieses fand in Reith 1968 zum letzte Mal statt. | ||
„G’fetscht", also gewechselt von einem Bauern zum anderen wurde in Reith dann am [[2. Februar]], dem „Liachtmesstog" ([[Maria Lichtmess|Lichtmesstag]]). | |||
== Scheißtag in Wörschach == | == Scheißtag in Wörschach == | ||