Gunther Burstyn: Unterschied zwischen den Versionen

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Burstyn entwickelte als k.k. Landwehr-Genieoffizier vor dem Ersten Weltkrieg Panzertechnik, die damals aber nicht eingesetzt wurde. Die Versuche dazu führte er [[1909]] mit Modellbauten und mit Hilfe seines Vaters Adolf Burstyn, Direktor der Eisenbahnschule in Klosterneuburg und ehemaliger Vorstand der Bahnerhaltungs-Sektion Aussee von [[1877]] bis ca. [[1890]], an der Schule in K10sterneuburg durch. Warum aber Burstyn den Fahrer des Motorgeschützes mit dem Rücken zur Fahrtrichtung positionierte ist unerklärlich. Als Geschütz wählte er eine österreichische Standartwaffe, sehr wohl wissend, wie er seinem noch zu erwähnenden Bekannten Pollner erklärte, dass dies unzureichend ist und durch ein besseres Modell zu ersetzen wäre. Nur es gab damals kein ihm bekanntes besseres.  
Burstyn entwickelte als k.k. Landwehr-Genieoffizier vor dem Ersten Weltkrieg Panzertechnik, die damals aber nicht eingesetzt wurde. Die Versuche dazu führte er [[1909]] mit Modellbauten und mit Hilfe seines Vaters Adolf Burstyn, Direktor der Eisenbahnschule in Klosterneuburg und ehemaliger Vorstand der Bahnerhaltungs-Sektion Aussee von [[1877]] bis ca. [[1890]], an der Schule in K10sterneuburg durch. Warum aber Burstyn den Fahrer des Motorgeschützes mit dem Rücken zur Fahrtrichtung positionierte ist unerklärlich. Als Geschütz wählte er eine österreichische Standartwaffe, sehr wohl wissend, wie er seinem noch zu erwähnenden Bekannten Pollner erklärte, dass dies unzureichend ist und durch ein besseres Modell zu ersetzen wäre. Nur es gab damals kein ihm bekanntes besseres.  


[[1911]] konstruierte er den ersten geländegängigen Panzerwagen mit drehbarem Geschützturm, sein "Motorgeschütz“. Der Entwurf, der 1911 patentiert wurde und moderner wirkt als die Panzer des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]], stellte technisch einen Meilenstein in der Geschichte der Panzertechnik dar. Die Grundidee des späteren >Tank< bzw. >Panzer< mit den integrierten Komponenten: Laufwerk - Wanne - drehbarer Geschützturm ist dato im [[21. Jahrhundert]] noch immer der Kern dieser Waffengattung.  
[[1911]] konstruierte er den ersten geländegängigen Panzerwagen mit drehbarem Geschützturm, sein "Motorgeschütz". Der Entwurf, der 1911 patentiert wurde und moderner wirkt als die Panzer des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]], stellte technisch einen Meilenstein in der Geschichte der Panzertechnik dar. Die Grundidee des späteren >Tank< bzw. >Panzer< mit den integrierten Komponenten: Laufwerk - Wanne - drehbarer Geschützturm ist dato im [[21. Jahrhundert]] noch immer der Kern dieser Waffengattung.  


Ein ihm guter Bekannter und Freund seines Vaters, den er von seinem Geburtsort Aussee her kannte, der Eisenbahningenieur OIng. [[Karl Pollner]], führte die dazu notwendigen statischen Berechnungen durch. Zu ihrem Leidwesen konnten sie die ihnen bekannte und von der US-Firma ''Caterpillar'' bereits erfundene und unter Patent stehende "Raupenkette" nicht dafür verwenden.  
Ein ihm guter Bekannter und Freund seines Vaters, den er von seinem Geburtsort Aussee her kannte, der Eisenbahningenieur OIng. [[Karl Pollner]], führte die dazu notwendigen statischen Berechnungen durch. Zu ihrem Leidwesen konnten sie die ihnen bekannte und von der US-Firma ''Caterpillar'' bereits erfundene und unter Patent stehende "Raupenkette" nicht dafür verwenden.  
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In den Kämpfen um Cambrai in Nordfrankreich im Ersten Weltkrieg wurde der Waffentyp erstmals am [[15. September]] [[1916]] eingesetzt. Allerdings mit sehr geringem Erfolg da 70 % der "Tanks" aus technischen Gründen bereits vor dem Erreichen der Hauptkampflinie ausgefallen waren. Die Deutschen erbeuteten nach der Schlacht mehrere stillliegende Fahrzeuge und versuchten in der Folge, allerdings vergeblich wie etliche Fotos im Kriegsarchiv beweisen, damit etwas anzufangen.
In den Kämpfen um Cambrai in Nordfrankreich im Ersten Weltkrieg wurde der Waffentyp erstmals am [[15. September]] [[1916]] eingesetzt. Allerdings mit sehr geringem Erfolg da 70 % der "Tanks" aus technischen Gründen bereits vor dem Erreichen der Hauptkampflinie ausgefallen waren. Die Deutschen erbeuteten nach der Schlacht mehrere stillliegende Fahrzeuge und versuchten in der Folge, allerdings vergeblich wie etliche Fotos im Kriegsarchiv beweisen, damit etwas anzufangen.
  [[File:HGM Modell Burstyn Motorgeschütz.jpg|thumb|Modell des Motorgeschützes von Gunther Burstyn vor dem Heeresgeschichtlichen Museum in Wien, aufgestellt anlässlich der Ausstellung "Projekt & Entwurf - Militärische Innovationen aus fünf Jahrhunderten“ (16. Juni bis 6. November 2011).]]
  [[File:HGM Modell Burstyn Motorgeschütz.jpg|thumb|Modell des Motorgeschützes von Gunther Burstyn vor dem Heeresgeschichtlichen Museum in Wien, aufgestellt anlässlich der Ausstellung "Projekt & Entwurf - Militärische Innovationen aus fünf Jahrhunderten" (16. Juni bis 6. November 2011).]]
Sehr viele Jahre später wurde im ausgehenden [[20. Jahrhundert]] das Konzept von Oblt Gunther Burstyn in originaler Größe nach den originalen Plänen vom "HGM" in Wien  
Sehr viele Jahre später wurde im ausgehenden [[20. Jahrhundert]] das Konzept von Oblt Gunther Burstyn in originaler Größe nach den originalen Plänen vom "HGM" in Wien  
(Heeres Geschichtliches Museum, Arsenal, Ghegastraße) von dessen Direktor, HR Dr. [[Christian Ortner]], einem gebürtigen Bad Ausseer, nachgebaut und es stellte sich dabei heraus, dass das Fahrzeug in dieser ersten Ausführung nicht gefechts- und einsatzfähig ist.  
(Heeres Geschichtliches Museum, Arsenal, Ghegastraße) von dessen Direktor, HR Dr. [[Christian Ortner]], einem gebürtigen Bad Ausseer, nachgebaut und es stellte sich dabei heraus, dass das Fahrzeug in dieser ersten Ausführung nicht gefechts- und einsatzfähig ist.  
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Im Bundesheer der Ersten Republik oblagen Major Burstyn nach dem Dienst im damaligen Heeresmuseum bis zu seiner [[1933]] erfolgten Pensionierung als Generalbaurat überwiegend pioniertechnische Aufgaben. Die Pensionierung traf ihn zutiefst, da er dadurch das Studium seines Sohnes kaum mehr finanzieren konnte.  
Im Bundesheer der Ersten Republik oblagen Major Burstyn nach dem Dienst im damaligen Heeresmuseum bis zu seiner [[1933]] erfolgten Pensionierung als Generalbaurat überwiegend pioniertechnische Aufgaben. Die Pensionierung traf ihn zutiefst, da er dadurch das Studium seines Sohnes kaum mehr finanzieren konnte.  


Den großen Durchbruch seiner Ideen brachte der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]], der an den Fronten ganz wesentlich ein "Krieg der Panzer“ war. Dies verschaffte Burstyn als Pionier dieser Wehrtechnik in der Wehrmacht höchstes Ansehen. Er widmete sich nun der Panzertaktik, insbesondere der Panzerabwehr, und entwickelte verschiedene Sperrmittel, unter anderem den Panzerhöcker als wirksame Panzer-Standardsperre, die auch nach dem Krieg vielfache Verwendung fand, etwa an der seinerzeitigen Innerdeutschen Grenze.
Den großen Durchbruch seiner Ideen brachte der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]], der an den Fronten ganz wesentlich ein "Krieg der Panzer" war. Dies verschaffte Burstyn als Pionier dieser Wehrtechnik in der Wehrmacht höchstes Ansehen. Er widmete sich nun der Panzertaktik, insbesondere der Panzerabwehr, und entwickelte verschiedene Sperrmittel, unter anderem den Panzerhöcker als wirksame Panzer-Standardsperre, die auch nach dem Krieg vielfache Verwendung fand, etwa an der seinerzeitigen Innerdeutschen Grenze.


Burstyn war auf Grund der Nürnberger Gesetze als Sohn eines gebürtigen Juden nach NS-Diktion zumindest Halbjude, dürfte aber als Ehrenarier eingestuft worden sein, da ansonsten seine Tätigkeit für die Wehrmacht nicht möglich gewesen wäre.
Burstyn war auf Grund der Nürnberger Gesetze als Sohn eines gebürtigen Juden nach NS-Diktion zumindest Halbjude, dürfte aber als Ehrenarier eingestuft worden sein, da ansonsten seine Tätigkeit für die Wehrmacht nicht möglich gewesen wäre.
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[[1944]] verlieh die Technische Hochschule Wien zum ersten Mal seit 1938, als der ehemalige US-Präsident Herbert Hoover ausgezeichnet worden war, Ehrendoktorate. Die geehrten Österreicher hatten ihre Verdienste vor dem NS-Regime erworben: Generalbaurat a. D. Gunther Burstyn, Flugpionier Igo Etrich, Automobilkonstrukteur Hans Ledwinka und Eisenbahntechniker Johann Rihosek.  
[[1944]] verlieh die Technische Hochschule Wien zum ersten Mal seit 1938, als der ehemalige US-Präsident Herbert Hoover ausgezeichnet worden war, Ehrendoktorate. Die geehrten Österreicher hatten ihre Verdienste vor dem NS-Regime erworben: Generalbaurat a. D. Gunther Burstyn, Flugpionier Igo Etrich, Automobilkonstrukteur Hans Ledwinka und Eisenbahntechniker Johann Rihosek.  


Die akademische Feier im Rahmen der "Tage der Wiener Technischen Hochschule“ aber ehrte Burstyn, den Burstyn-Biografen Daniela und Ewald Angetter zufolge, für seine besonderen Verdienste um die deutsche Kriegsführung.
Die akademische Feier im Rahmen der "Tage der Wiener Technischen Hochschule" aber ehrte Burstyn, den Burstyn-Biografen Daniela und Ewald Angetter zufolge, für seine besonderen Verdienste um die deutsche Kriegsführung.


In dem zur Verleihung der Ehrendoktorwürde eingeholten Gutachten wird Burstyn Angetter zufolge bestätigt, dass seine Einstellung zum [[Nationalsozialismus]] einwandfrei sei und er schon als Mitglied der Vaterländischen Front die NSDAP unterstützt habe, sodass seitens der Gauleitung Niederdonau keine Einwände gegen den unter anderem durch den Dozentenführer und den Reichserziehungsminister vorgelegten Antrag betreffend die Verleihung der Ehrendoktorwürde bestünden.
In dem zur Verleihung der Ehrendoktorwürde eingeholten Gutachten wird Burstyn Angetter zufolge bestätigt, dass seine Einstellung zum [[Nationalsozialismus]] einwandfrei sei und er schon als Mitglied der Vaterländischen Front die NSDAP unterstützt habe, sodass seitens der Gauleitung Niederdonau keine Einwände gegen den unter anderem durch den Dozentenführer und den Reichserziehungsminister vorgelegten Antrag betreffend die Verleihung der Ehrendoktorwürde bestünden.