Almwirtschaft: Unterschied zwischen den Versionen
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Nur wenige Hinweise geben Aufschluss über den Beginn der systematischen Almwirtschaft. Diese beginnt jedenfalls ab einer intensiven Viehwirtschaft. Belegt ist die Almnutzung während der [[Slawen|slawischen]] Besiedelung seit Ende des [[6. Jahrhundert]]s. Slawische Almbezeichungen und [[Flurname]]n sind Zeugen dieser Besiedelung. Ab dem [[9. Jahrhundert]] und damit seit der bairischen Landnahme sind urkundliche Belege für die Almnutzung vorhanden. Aufgrund der großen Waldflächen im Mittelalter boten sich die waldfreien Almen als Weidemöglichkeit an. Im [[Mittelalter]] waren Privatalmen noch eine Seltenheit, vorherrschend waren Gemeinschaftsalmen (" | Nur wenige Hinweise geben Aufschluss über den Beginn der systematischen Almwirtschaft. Diese beginnt jedenfalls ab einer intensiven Viehwirtschaft. Belegt ist die Almnutzung während der [[Slawen|slawischen]] Besiedelung seit Ende des [[6. Jahrhundert]]s. Slawische Almbezeichungen und [[Flurname]]n sind Zeugen dieser Besiedelung. Ab dem [[9. Jahrhundert]] und damit seit der bairischen Landnahme sind urkundliche Belege für die Almnutzung vorhanden. Aufgrund der großen Waldflächen im Mittelalter boten sich die waldfreien Almen als Weidemöglichkeit an. Im [[Mittelalter]] waren Privatalmen noch eine Seltenheit, vorherrschend waren Gemeinschaftsalmen ("Frei" oder "Gmein") und Herrschaftsalmen. Diese sind auch heute noch im Landschaftsbild erkennbar und bilden Almdörfer. Die später aufgeteilten Gemeinschaftsalmen zeichnen sich durch einzeln dastehende Almhütten aus. | ||
Trotz der verschlechterten klimatischen Bedingungen seit dem [[15. Jahrhundert]] wurden bis zur Mitte des [[16. Jahrhundert]]s weitere Almen errichtet. Grund dafür waren die kaiserlichen Rechte, die den Abbau von Metallen förderten. Folge waren Schlägerungen, die weitere Weidegebiete erschufen. Versuche, der Verdrängung von Waldgebieten durch Weideflächen entgegenzuwirken, scheiterten aber am Widerstand der Bauern, denen es nun möglich war, soviel Vieh auf die Alm zu treiben, wie sie im Winter versorgen konnten. Eisenindustrie und [[Bergbau im Ennstal|Bergbau]] verursachten eine erhöhte Nachfrage nach [[Holz]] und [[Holzkohle]], das Interesse galt nun der Forstwirtschaft. Verbleibende Weideflächen wurden deshalb intensiver genutzt. Waldschädigungen und Überbeanspruchung der Almen wurde schon im 16. Jahrhundert in Form von Gesetzen, Überwachung und Verboten entgegengewirkt. Für das [[Ennstal]] wesentlich war die [[1695]] verordnete [[Landsteirische Waldordnung]]. | Trotz der verschlechterten klimatischen Bedingungen seit dem [[15. Jahrhundert]] wurden bis zur Mitte des [[16. Jahrhundert]]s weitere Almen errichtet. Grund dafür waren die kaiserlichen Rechte, die den Abbau von Metallen förderten. Folge waren Schlägerungen, die weitere Weidegebiete erschufen. Versuche, der Verdrängung von Waldgebieten durch Weideflächen entgegenzuwirken, scheiterten aber am Widerstand der Bauern, denen es nun möglich war, soviel Vieh auf die Alm zu treiben, wie sie im Winter versorgen konnten. Eisenindustrie und [[Bergbau im Ennstal|Bergbau]] verursachten eine erhöhte Nachfrage nach [[Holz]] und [[Holzkohle]], das Interesse galt nun der Forstwirtschaft. Verbleibende Weideflächen wurden deshalb intensiver genutzt. Waldschädigungen und Überbeanspruchung der Almen wurde schon im 16. Jahrhundert in Form von Gesetzen, Überwachung und Verboten entgegengewirkt. Für das [[Ennstal]] wesentlich war die [[1695]] verordnete [[Landsteirische Waldordnung]]. | ||