Palmsonntag: Unterschied zwischen den Versionen
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== Gröbming == | == Gröbming == | ||
Die [[Gröbming|Gröbminger]] berichten über den „katholischen“ Brauch des Palmbuschentragens folgender Maßen: Der Palmbuschen besteht aus einem ca. 100 bis 150 Zentimeter langen Stock, an dessen oberen Ende Palmzweige gebunden werden, die mit bunten Bändern und kleinen Äpfeln geschmückt sind. Diese Buschen werden von den Kindern am Palmsonntag in den Gottesdienst getragen, wo sie geweiht werden. Von dem geweihten Palmbuschen werden im Laufe des folgenden Jahres einzelne Zweige abgebrochen und den Tieren gefüttert, auf das Feld gebracht oder im Ofen verbrannt. Die geweihten Zweiglein sollten Schutz vor Unheil bieten. Ein geweihtes Palmkätzchen zu schlucken sollte gegen Halsschmerzen hilfreich sein. | Die [[Gröbming|Gröbminger]] berichten über den „katholischen“ Brauch des Palmbuschentragens folgender Maßen: Der Palmbuschen besteht aus einem ca. 100 bis 150 Zentimeter langen Stock, an dessen oberen Ende Palmzweige gebunden werden, die mit bunten Bändern und kleinen Äpfeln geschmückt sind. Diese Buschen werden von den Kindern am Palmsonntag in den Gottesdienst getragen, wo sie geweiht werden. Von dem geweihten Palmbuschen werden im Laufe des folgenden Jahres einzelne Zweige abgebrochen und den Tieren gefüttert, auf das Feld gebracht oder im Ofen verbrannt. Die geweihten Zweiglein sollten Schutz vor Unheil bieten. Ein geweihtes Palmkätzchen zu schlucken sollte gegen Halsschmerzen hilfreich sein. | ||
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== Großsölk == | == Großsölk == | ||
In der [[Großsölk]] werden ebenfalls am Vortag große, runde Buschen auf kurze Stecken gebunden, die mit mehreren Äpfeln und bunten Bändchen verziert werden. Beim Heimkommen von der Palmweihe am Palmsonntag muss der Träger dreimal ums Haus gehen und bekommt dafür als Belohnung ein rotes Ei. Der Palmbuschen wird anschließend auf den Dachboden oder eine Überhöhe gesteckt. | In der [[Großsölk]] werden ebenfalls am Vortag große, runde Buschen auf kurze Stecken gebunden, die mit mehreren Äpfeln und bunten Bändchen verziert werden. Beim Heimkommen von der Palmweihe am Palmsonntag muss der Träger dreimal ums Haus gehen und bekommt dafür als Belohnung ein rotes Ei. Der Palmbuschen wird anschließend auf den Dachboden oder eine Überhöhe gesteckt. | ||
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In [[Öblarn]] und [[Niederöblarn]] bindet der Vater/Hausherr/Bauer die Palmbuschen je nach Kinderzahl. Wenn kein Kind im Haus ist, wird für die Frau ein „Handbuschen“ ohne Stecken gemacht. Verwendet werden Palmkätzchen, die teils rund („kuglert“) und teils abstehend gebunden werden. Rundherum kommt noch der Buchsbaum, dann Krepppapierband über die Bindestelle. An die Zweige werden bunte Seidenbändchen und ein bis drei kleine Äpfel geknüpft. | In [[Öblarn]] und [[Niederöblarn]] bindet der Vater/Hausherr/Bauer die Palmbuschen je nach Kinderzahl. Wenn kein Kind im Haus ist, wird für die Frau ein „Handbuschen“ ohne Stecken gemacht. Verwendet werden Palmkätzchen, die teils rund („kuglert“) und teils abstehend gebunden werden. Rundherum kommt noch der Buchsbaum, dann Krepppapierband über die Bindestelle. An die Zweige werden bunte Seidenbändchen und ein bis drei kleine Äpfel geknüpft. | ||
Ist im Vorjahr jemand aus der Familie gestorben, ist das unter Band schwarz. Nach der Palmweihe in der Pfarrkirche gehen die Palmbuschenträger dreimal ums Haus und bekommen zum Lohn dafür drei rot gefärbte Eier. Die meisten Leute haben erzählt, dass sie vorm Heimgehen noch ein Zweigerl auf das Familiengrab stecken, eines an die Gartenecke bzw. Hofecke oder – wenn vorhanden – auf das Feld, damit alles durch das geweihte Palmkätzchen einen besonderen Schutz und Segen bekomme. Der übrige Buschen kommt entweder auf den Dachboden oder unter die Dachsparren eines Nebengebäudes. Einen eigenen Spruch gibt es auf einigen Höfen rund um Öblarn. Beim Umrunden des Gebäudes sagen die Palmbuschenträger: | Ist im Vorjahr jemand aus der Familie gestorben, ist das unter Band schwarz. Nach der Palmweihe in der Pfarrkirche gehen die Palmbuschenträger dreimal ums Haus und bekommen zum Lohn dafür drei rot gefärbte Eier. Die meisten Leute haben erzählt, dass sie vorm Heimgehen noch ein Zweigerl auf das Familiengrab stecken, eines an die Gartenecke bzw. Hofecke oder – wenn vorhanden – auf das Feld, damit alles durch das geweihte Palmkätzchen einen besonderen Schutz und Segen bekomme. Der übrige Buschen kommt entweder auf den Dachboden oder unter die Dachsparren eines Nebengebäudes. Einen eigenen Spruch gibt es auf einigen Höfen rund um Öblarn. Beim Umrunden des Gebäudes sagen die Palmbuschenträger: | ||
HL. Bontesinal, | HL. Bontesinal, | ||
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== Lassing == | == Lassing == | ||
In [[Lassing]] werden Palmzweiglein mit Buchsbaum zu den Palmbuschen gebunden und mit grünen und weißen Bändern geschmückt. Buben und Mädchen tragen diese Buschen in die Pfarrkirche, wo sie geweiht werden. Daheim angekommen, gehen die Kinder dreimal um das Haus oder den Hof, das muss aber noch vor 12 Uhr Mittag geschehen, sonst ist es ungültig. Einzelne Zweige werden auch zum Schutz vor Unwettern auf die Felder verteilt. Zuletzt wird der restliche Buschen am Dachboden aufbewahrt, bis er im nächsten Jahr im Osterfeuer verbrannt wird. Die Kinder erhalten als Belohnung ein rotes Ei. | In [[Lassing]] werden Palmzweiglein mit Buchsbaum zu den Palmbuschen gebunden und mit grünen und weißen Bändern geschmückt. Buben und Mädchen tragen diese Buschen in die Pfarrkirche, wo sie geweiht werden. Daheim angekommen, gehen die Kinder dreimal um das Haus oder den Hof, das muss aber noch vor 12 Uhr Mittag geschehen, sonst ist es ungültig. Einzelne Zweige werden auch zum Schutz vor Unwettern auf die Felder verteilt. Zuletzt wird der restliche Buschen am Dachboden aufbewahrt, bis er im nächsten Jahr im Osterfeuer verbrannt wird. Die Kinder erhalten als Belohnung ein rotes Ei. | ||