Theodor Wehrenfenig: Unterschied zwischen den Versionen
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''Um die Absicht dieser Chronik nicht gänzlich zu verfehlen, ist es auch nötig einige Erfahrungen hierin niederzuschreiben um den Nachfolgern schon vorläufig mit den Verhältnissen bekannt zu machen in die er hier tritt.'' | ''Um die Absicht dieser Chronik nicht gänzlich zu verfehlen, ist es auch nötig einige Erfahrungen hierin niederzuschreiben um den Nachfolgern schon vorläufig mit den Verhältnissen bekannt zu machen in die er hier tritt.'' | ||
''Mit 22 Jahren - in meinem Alter in welchem noch keiner vor mir in Wien ordiniert wurde, trat ich hier das Amt an und nur 4 Jahre dauerte die Zeit meines Hierseins. Auffallend ist in hiesiger Gegend das Zurückbleiben an äußerer Bildung, ein gewisses allzu natürliches Benehmen eine gewisse Derbheit in ihrer Sprache verrät sich gleich beim ersten Anblick, aber es liegt auch eine gewisse Gutmütigkeit darinnen, die einen das Rohe vergessen macht. Meiner Meinung nach findet man hier so manches Gute was man unter anderen Gemeinden vergebens sucht, worunter wohlauch das gehört, daß sie den klugen Anordnungen ihres Seelsorgers gerne ihren Beifall schenken und nicht so sehr auf die Schale als auf den Kern sehen. Nichts wurde mehr vernachlässigt, als der Schulunterricht. Als ich hieher kam, fand ich in der Schule zwar mehrere die bereits 5 Jahre die Schule besuchten, aber keinen der lesen konnte. Die Eltern halten 6 Wochen des Confirmationsunterrichtes für hinlänglich, ihre Kinder zu Christen vollkommen zu bilden. Die weite Entfernung von der Schule, die Armut die sie nötigt, durch ihre Kinder [[swiki:Dienstboten]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> zu ersparen und sie den ganzen Sommer über auf den Almen zu gebrauchen, das sind die großen Hindernisse, die dem Schulunterrichte entgegenstehen.''“ | ''Mit 22 Jahren - in meinem Alter in welchem noch keiner vor mir in Wien ordiniert wurde, trat ich hier das Amt an und nur 4 Jahre dauerte die Zeit meines Hierseins. Auffallend ist in hiesiger Gegend das Zurückbleiben an äußerer Bildung, ein gewisses allzu natürliches Benehmen eine gewisse Derbheit in ihrer Sprache verrät sich gleich beim ersten Anblick, aber es liegt auch eine gewisse Gutmütigkeit darinnen, die einen das Rohe vergessen macht. Meiner Meinung nach findet man hier so manches Gute was man unter anderen Gemeinden vergebens sucht, worunter wohlauch das gehört, daß sie den klugen Anordnungen ihres Seelsorgers gerne ihren Beifall schenken und nicht so sehr auf die Schale als auf den Kern sehen. Nichts wurde mehr vernachlässigt, als der Schulunterricht. Als ich hieher kam, fand ich in der Schule zwar mehrere die bereits 5 Jahre die Schule besuchten, aber keinen der lesen konnte. Die Eltern halten 6 Wochen des Confirmationsunterrichtes für hinlänglich, ihre Kinder zu Christen vollkommen zu bilden. Die weite Entfernung von der Schule, die Armut die sie nötigt, durch ihre Kinder [[swiki:[[swiki:Dienstboten]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref>]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> zu ersparen und sie den ganzen Sommer über auf den Almen zu gebrauchen, das sind die großen Hindernisse, die dem Schulunterrichte entgegenstehen.''“ | ||
Über seinen Abschied von Schladming schreibt Pastor Wehrenfenig: „''Immer näher rückt die Stunde meines Abschiedes von hier. Die nun verflossenen vier Jahre meines Hierseins zähle ich unter die angenehmsten meines Lebens - ich zählte - so getreu mein Gedächtnis auch ist, keine einzige wahrhaft trübe Stunde aber wohl gar viele derer die durch die herrlichste Würze des Lebens durch Liebe und Vertrauen veredelt worden sind.''" | Über seinen Abschied von Schladming schreibt Pastor Wehrenfenig: „''Immer näher rückt die Stunde meines Abschiedes von hier. Die nun verflossenen vier Jahre meines Hierseins zähle ich unter die angenehmsten meines Lebens - ich zählte - so getreu mein Gedächtnis auch ist, keine einzige wahrhaft trübe Stunde aber wohl gar viele derer die durch die herrlichste Würze des Lebens durch Liebe und Vertrauen veredelt worden sind.''" | ||