Carpoforo Tencalla: Unterschied zwischen den Versionen
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Tencalla, Sohn eines Architekten, absolvierte seine Ausbildung in Mailand, Bergamo und Verona. In seiner Jugend war er in Oberitalien tätig, wo er sich bereits einen glänzenden Ruf erwerben konnte. Er wurde – vor allem auch durch seine zahlreichen späteren Arbeiten im Gebiet nördlich der [[Alpen]] – zu den „vornehmsten Meistern“ in der Freskomalerei gezählt. Arbeiten aus dieser Zeit sind im Palazzo des Marchese Terzi in Bergamo, in einer Kapelle in ''Santa Maria Maggiore'' und in der Kapelle ''Santa Maria delle Grazie'' in der Kathedrale von Lugano nachweisbar. | Tencalla, Sohn eines Architekten, absolvierte seine Ausbildung in Mailand, Bergamo und Verona. In seiner Jugend war er in Oberitalien tätig, wo er sich bereits einen glänzenden Ruf erwerben konnte. Er wurde – vor allem auch durch seine zahlreichen späteren Arbeiten im Gebiet nördlich der [[Alpen]] – zu den „vornehmsten Meistern“ in der Freskomalerei gezählt. Arbeiten aus dieser Zeit sind im Palazzo des Marchese Terzi in Bergamo, in einer Kapelle in ''Santa Maria Maggiore'' und in der Kapelle ''Santa Maria delle Grazie'' in der Kathedrale von Lugano nachweisbar. | ||
In Österreich ist Carpoforo Tencalla erstmals 1659/1660 im Stift Lambach ([[ | In Österreich ist Carpoforo Tencalla erstmals 1659/1660 im Stift Lambach ([[OÖ]].), wo er die Wandfresken im Presbyterium der Stiftskirche anfertigte, und im Palais Abensperg-Traun in Wien tätig. Anfang 1665 ist er abermals in Bergamo in der Kirche ''Madonna di Santa Giacomo'' aktiv und gestaltet die dortigen Deckenmalereien über dem Altar, bis er anschließend im Auftrag der Kaiserin Eleonora<ref>* 1655; † 1720, war mit Leopold I., Kaiser von Österreich, in zweiter Ehe verheiratet</ref> wieder nach Wien zurückkehrt und bis 1673 als ihr Hofmaler beschäftigt ist. In diesem Zeitraum und darüber hinaus sind nicht nur die Arbeiten für das Stift Heiligenkreuz, die Wiener Dominikanerkirche, Schloss Petronell, Schloss Esterhazy und die Wiener Hofburg entstanden, sondern auch jene im Auftrag von [[Siegmund Friedrich Graf von Trauttmansdorff]] für Schloss Trautenfels, wo er den [[Marmorsaal (Schloss Trautenfels)|Marmorsaal]] gestaltete. | ||
Der somit nachweislich vielfach engagierte Künstler ließ sich seine Kunstfertigkeit teuer bezahlen, arbeitete dafür aber auch schnell und verlässlich. In den Wintermonaten zog sich Tencalla immer wieder in seine Heimat zurück und ging weiteren Aufträgen nach. Ab 1674/75 war der Künstler im Auftrag der Familie Liechtenstein in Mähren, in der Bischöflichen Residenz von Olmütz und im Schloss Kremsier tätig, bis er schließlich 1682 einen Kontrakt für die Freskengestaltung des Domes von Passau unterzeichnete – er arbeitete daran bis zu seinem Tod im Jahre 1685. | Der somit nachweislich vielfach engagierte Künstler ließ sich seine Kunstfertigkeit teuer bezahlen, arbeitete dafür aber auch schnell und verlässlich. In den Wintermonaten zog sich Tencalla immer wieder in seine Heimat zurück und ging weiteren Aufträgen nach. Ab 1674/75 war der Künstler im Auftrag der Familie Liechtenstein in Mähren, in der Bischöflichen Residenz von Olmütz und im Schloss Kremsier tätig, bis er schließlich 1682 einen Kontrakt für die Freskengestaltung des Domes von Passau unterzeichnete – er arbeitete daran bis zu seinem Tod im Jahre 1685. | ||