Ennstal: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Ennstal West.jpg|thumb|Blick vom [[Fastenberg]] nach Nordwest Richtung Gemeinde [[Pichl-Preunegg]]]] | [[Datei:Ennstal West.jpg|thumb|Blick vom [[Fastenberg]] nach Nordwest Richtung Gemeinde [[Pichl-Preunegg]]]] | ||
[[Datei:@1404SuEnnsAirdSNc.jpg|thumb|das Ennstal bei [[Altirdning]], rechts im Bild die [[Kammspitze]]]] | [[Datei:@1404SuEnnsAirdSNc.jpg|thumb|das Ennstal bei [[Altirdning]], rechts im Bild die [[Kammspitze]]]] | ||
Das '''Ennstal''' ist das Flusstal der [[Enns]] in den [[Ostalpen]]. Teile davon (von [[Ardning]] bis [[Pruggern]] sind | Das '''Ennstal''' ist das Flusstal der [[Enns]] in den [[Ostalpen]]. Teile davon (von [[Ardning]] bis [[Pruggern]] sind [[Landschaftsschutzgebiet]]. | ||
==Allgemeines== | ==Allgemeines== | ||
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Diese Gebietsabgrenzung stammt von Dr. [[Franz Höpflinger]] aus dessen Beitrag "[[Die Vögel des steirischen Ennstales und seiner Bergwelt]]". | Diese Gebietsabgrenzung stammt von Dr. [[Franz Höpflinger]] aus dessen Beitrag "[[Die Vögel des steirischen Ennstales und seiner Bergwelt]]". | ||
Er definiert das steirische Ennstal mit dem Flusslauf der Enns von deren Eintritt beim steirisch-salzburgischen Grenzort [[Mandling (Ort)|Mandling]] bis zum Ausgang des Gesäuses bei [[Hieflau]]. | Er definiert das steirische Ennstal mit dem Flusslauf der Enns von deren Eintritt beim steirisch-salzburgischen Grenzort [[Mandling (Ort)|Mandling]] bis zum Ausgang des Gesäuses bei [[Hieflau]]. Seine Südgrenze verläuft entlang des Hauptkamms der [[Niedere Tauern|Niederen Tauern]], die die Wasserscheide zum Flußgebiet der Mur bildet. Diese Südgrenze endet auf der [[Walder Höhe]] (845 m ü. A.) und verläuft von dort in nordöstlicher Richtung durch das [[Radmertal]] nach Hieflau. Die nördliche Grenze des Ennstals bildet der steirische Teil des [[Dachsteingebirge|Dachsteinstockes]] mit seinen östlichen Ausläufern [[Stoderzinken]], [[Kammspitze]] und [[Grimming]], und dann weiter im Norden das [[Mitterndorfer Becken]] und die Teile des [[Totes Gebirge|Toten Gebirges]] und der [[Ennstaler Alpen]] (jener Teil, der zur Steiermark gehört). | ||
== Beschreibung der Landschaftsformen<ref>Quelle Dr. [[Franz Höpflinger]] aus dessen Beitrag "[[Die Vögel des steirischen Ennstales und seiner Bergwelt]]</ref> == | == Beschreibung der Landschaftsformen<ref>Quelle Dr. [[Franz Höpflinger]] aus dessen Beitrag "[[Die Vögel des steirischen Ennstales und seiner Bergwelt]]</ref> == | ||
Das Flussbett der Enns trennt das Kalkgebirge | Das Flussbett der Enns trennt das Kalkgebirge im Norden vom Urgebirge im Süden. Das Kalkgebirge weist den Charakter in den typischen Formen ungegliederter, weiter Hochplateaus mit mächtigen Wandfluchten oder in steil aufstrebenden, zerscharteten und zersägten, oft geradezu in dolomitenartigen Formen sich zeigend, auf. Im Urgebirge südlich der Enns zeigt sich jedoch ein ganz andersartig gestaltetes Landschaftsbild. Ein mächtiger Nadelwaldgürtel beginnt bereits im Tal, über dem sich die weiten [[Alm]]en befinden. Daran anschließend erstrecken sich die oft stundenweit hinziehenden Joche und Kämme des Hauptkamms der Niederen Tauern. Hier befinden sich auch die mächtigen Ketten der [[Schladminger Tauern|Schladminger]], [[Sölker Tauern|Sölker]] und [[Rottenmanner Tauern]]. | ||
Ihr Wasserreichtum tritt in Form unzähliger Quellen, Bäche, Gebirgsflüssen, Wasserfällen und zahlreichen Seen bildlich in Erscheinung und diese Gebiete dadurch zu beliebten Wandergebieten macht. Im starkem Gegensatz zur unglaublichen Wasserarmut | Ihr Wasserreichtum tritt in Form unzähliger Quellen, Bäche, Gebirgsflüssen, Wasserfällen und zahlreichen Seen bildlich in Erscheinung und diese Gebiete dadurch zu beliebten Wandergebieten macht. Im starkem Gegensatz zur unglaublichen Wasserarmut | ||
des Kalkgebietes. | des Kalkgebietes. | ||
Das Ennstal selbst weitet sich langsam vom westlichen Beginn bis [[Öblarn]]. Bei [[Stainach]] und [[Admont]] formt es beckenartige, weite Talböden. Östlich von Admont wird das Ennstal in den | Das Ennstal selbst weitet sich langsam vom westlichen Beginn bis [[Öblarn]]. Bei [[Stainach]] und [[Admont]] formt es beckenartige, weite Talböden. Östlich von Admont wird das Ennstal in den wildromantischen Engpass des [[Gesäuse]]s "gezwängt". | ||
Das Tal selbst ist überwiegend von Wiesen bedeckt (wo nicht durch Gemeinden bebaut), in denen die unzähligen | Das Tal selbst ist überwiegend von Wiesen bedeckt (wo nicht durch Gemeinden bebaut), in denen die unzähligen | ||
für das Ennstal so charakteristischen [[Heustadel]] stehen. | für das Ennstal so charakteristischen [[Heustadel]] stehen. | ||
Kleinere Bergrücken mitten im Tal, die eine reichliche Bewaldung aufweisen findet man bei mit dem [[Mitterberg (Mitterberg )|Mitterberg]] bei Öblarn, dem [[Kulm (Ennstal)|Kulm]] bei [[Irdning]] | Kleinere Bergrücken mitten im Tal, die eine reichliche Bewaldung aufweisen findet man bei mit dem [[Mitterberg (Mitterberg )|Mitterberg]] bei Öblarn, dem [[Kulm (Ennstal)|Kulm]] bei [[Irdning]] und dem [[Lassinger Mitterberg]]. Unterbrochen wird das Ennstal manchmal noch von kleinen Auwäldern oder Schilfdickicht. Vor etwas mehr als hundert Jahren bedeckten noch mächtige Schilfbestände fast das ganze Ennstal von [[Aich]] bis zum Gesäuseeingang. Sie waren hin und wieder durch Auwald unterbrochen. Dort fand sich eine überaus reiche Wasser- und Sumpfvogelwelt fand | ||
darinnen ihre Wohnstätte. | darinnen ihre Wohnstätte. | ||
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==Orte in Salzburg== | ==Orte in Salzburg== | ||
Orte | Orte des Ennstals, das in Salzburg [[Ennspongau]] genannt wird, in der Reihenfolge des Flussverlaufs sind: Flachauwinkl, Flachau, Reitdorf, Eben im Pongau, Altenmarkt, Radstadt und Mandling. | ||
==Orte in der Steiermark== | ==Orte in der Steiermark== | ||
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[[1048]] wird die Obersteiermark bereits «Markland» genannt: denn nach der Schenkungsurkunde Heinrichs III. ist das dem Bistum Bamberg gewidmete ''Gut [[Rottenmann]], slawisch Cirminah genannt'' in der ''Mark Gottfrieds gelegen''.<ref>Quelle [[Geschichte Schladmings und des steirisch-salzburgischen Ennstales]], Seite 39</ref> | [[1048]] wird die Obersteiermark bereits «Markland» genannt: denn nach der Schenkungsurkunde Heinrichs III. ist das dem Bistum Bamberg gewidmete ''Gut [[Rottenmann]], slawisch Cirminah genannt'' in der ''Mark Gottfrieds gelegen''.<ref>Quelle [[Geschichte Schladmings und des steirisch-salzburgischen Ennstales]], Seite 39</ref> | ||
Seit den Traungauern wurde das Tal weiter erschlossen. Trockenlegung der Sümpfe und Seen und Rodungen von Wäldern erschufen neuen Ackerboden und Wiesen. 1180 wurde die Steiermark zum Herzogtum erhoben. Mit dem Tod von Otakar 1192 wird die Steiermark Österreich eingegliedert. 52 (? Jahr?) herrschten die Babenberger, bis das Interregnum kam – die herrscherlose Zeit. Weniger die politischen Konflikte, sondern mehr der beschwerliche Alltag beschäftigten die Ennstaler. Heuschreckenplagen, Viehseuchen und Klimaveränderungen und die [[Pest]] erschwerten das Leben. Die Türken erreichten das Ennstal nie, weil die [[Burg Strechau]] die türkische Offensive stoppte. Mit dem Ende des Interregnums durch Rudolf I. herrschten die Habsburger über das Ennstal.<ref>Pürcher Alois: ''Erlebnis Ennstal Schladminger Tauern'', Graz, 2000, S. 22-23.</ref> | Seit den Traungauern wurde das Tal weiter erschlossen. Trockenlegung der Sümpfe und Seen und Rodungen von Wäldern erschufen neuen Ackerboden und Wiesen. 1180 wurde die Steiermark zum Herzogtum erhoben. Mit dem Tod von Otakar 1192 wird die Steiermark Österreich eingegliedert. 52 (? Jahr?) herrschten die Babenberger, bis das Interregnum kam – die herrscherlose Zeit. Weniger die politischen Konflikte, sondern mehr der beschwerliche Alltag beschäftigten die Ennstaler. Heuschreckenplagen, Viehseuchen und Klimaveränderungen und die [[Pest]] erschwerten das Leben. Die Türken erreichten das Ennstal nie, weil die [[Burg Strechau]] die türkische Offensive stoppte. Mit dem Ende des Interregnums durch Rudolf I. ((* 1218; † 1291; der erste römisch-deutsche König aus dem Geschlecht der Habsburger) herrschten die Habsburger über das Ennstal.<ref>Pürcher Alois: ''Erlebnis Ennstal Schladminger Tauern'', Graz, 2000, S. 22-23.</ref> | ||
==Geografie== | ==Geografie== | ||
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=== Klima === | === Klima === | ||
Die Abgeschirmtheit durch das [[Dachsteinmassiv]] ist im oberen Ennstal ein ausschlaggebender Faktor für geringere Niederschlagsmengen als im mittleren Ennstal. Schladming | Die Abgeschirmtheit durch das [[Dachsteinmassiv]] ist im oberen Ennstal ein ausschlaggebender Faktor für geringere Niederschlagsmengen als im mittleren Ennstal. Schladming hat im Jahresmittel knapp 1 000 mm als Jahresmenge, während Admont bereits 1 228 mm erhält. Auch die Unterschiede zwischen Minimum im Spätherbst und Frühwinter bzw. dem Sommer nehmen zu, so dass insgesamt von einer leichten Zunahme in Richtung kontinentales Klima gesprochen werden | ||
kann. | kann. | ||
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Die ersten [[Fremdenverkehr]]<nowiki>sgäste</nowiki> kamen in den [[1920er]] und [[1930er]] Jahren. Seit damals entwickelte sich das Ennstal zu einem der bedeutsamsten Fremdenverkehrsziele Österreichs. Im Jahre 1992 gab es in der [[Dachstein-Tauern-Region]] bereits 23 000 Betten. Das Ennstal gilt im Winter als auch im Sommer als Urlaubsziel. Der boomende Fremdenverkehr hinterließ auch seine Spuren im Landschaftsbild. | Die ersten [[Fremdenverkehr]]<nowiki>sgäste</nowiki> kamen in den [[1920er]] und [[1930er]] Jahren. Seit damals entwickelte sich das Ennstal zu einem der bedeutsamsten Fremdenverkehrsziele Österreichs. Im Jahre 1992 gab es in der [[Dachstein-Tauern-Region]] bereits 23 000 Betten. Das Ennstal gilt im Winter als auch im Sommer als Urlaubsziel. Der boomende Fremdenverkehr hinterließ auch seine Spuren im Landschaftsbild. | ||
Neue Infrastruktur und der Rückgang der Beschäftigten im Agrarsektor prägten das Ennstal stark. Vor einigen Jahrzehnten lag der Anteil der Erwerbstätigen im Primärsektor noch bei 70 %. Vor allem die Bergbauern mussten ihre Höfe aufgeben oder einer Nebenerwerbstätigkeit nachgehen.<ref>Hagspiel, Bernadette; Hagspiel Erich (Hgg.): | Neue Infrastruktur und der Rückgang der Beschäftigten im Agrarsektor prägten das Ennstal stark. Vor einigen Jahrzehnten lag der Anteil der Erwerbstätigen im Primärsektor noch bei 70 %. Vor allem die Bergbauern mussten ihre Höfe aufgeben oder einer Nebenerwerbstätigkeit nachgehen.<ref>Hagspiel, Bernadette; Hagspiel Erich (Hgg.): ''Faszination Ennstal. Ein fotografischer Streifzug durch das steirische Ennstal mit Blicken ins Ausseerland und das Paltental'', Irdning, 1993, S. 15.</ref> | ||
== Bilder == | == Bilder == | ||
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