Kenneth Thomas Cichowicz: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Kenneth Thomas Cichowicz''' (* [[1947]]) ist ein Amerikaner, der 1985 am [[Hallstätter Gletscher]] 19 eiskalte Nächte schwer verletzt am [[Dachstein]] verbringen musste, bevor er gerettet werden konnte. | '''Kenneth Thomas Cichowicz''' (* [[1947]]) ist ein Amerikaner, der 1985 am [[Hallstätter Gletscher]] 19 eiskalte Nächte schwer verletzt am [[Dachstein]] verbringen musste, bevor er gerettet werden konnte. | ||
== Das Drama == | == Das Drama == | ||
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Der Amerikaner, ein Durchschnittsbergsteiger und kein Extremabenteurer, hatte sich einem beispiellosen Überlebenskampf zu stellen. Auf den Rückseiten von Dachstein-Ansichtskarten hielt er seine Eindrücke fest. Ein sehr emotionales, erschütterndes Tagebuch. Diese händischen Aufzeichnungen bilden auch den Faden des Romans. Peter Gruber betitelt sein Werk, das auf diesen wahren Begebenheiten beruht, deshalb auch als: „[[Das Tagebuch des Kenneth Thomas Cichowicz]]“. | Der Amerikaner, ein Durchschnittsbergsteiger und kein Extremabenteurer, hatte sich einem beispiellosen Überlebenskampf zu stellen. Auf den Rückseiten von Dachstein-Ansichtskarten hielt er seine Eindrücke fest. Ein sehr emotionales, erschütterndes Tagebuch. Diese händischen Aufzeichnungen bilden auch den Faden des Romans. Peter Gruber betitelt sein Werk, das auf diesen wahren Begebenheiten beruht, deshalb auch als: „[[Das Tagebuch des Kenneth Thomas Cichowicz]]“. | ||
== | == Warum ein Salzburger zur Rettung beigetragen hatte == | ||
Entscheidend zur Rettung des Amerikaners beigetragen hatte Gustl Herzog aus dem Salzburger Maria Alm am Steinernen Meer. Der mittlerweile 83-Jährige (November 2017) erinnert sich: "''Am 12. Oktober 1985 ging ein Amerikaner bei unserem Haus vorbei. Er hat das Taxischild gesehen und mich gefragt, ob ich ihn nach [[Ramsau]] bringen könnte. Ich und meine Frau konnten uns mit ihm unterhalten, Englisch hatten wir in jungen Jahren als Skilehrer in den USA gelernt.''" | |||
Der Amerikaner habe zuerst vom Königssee (Berchtesgadener Land, Bayern) zu Fuß zum Dachstein gehen wollen. "''Wegen Schlechtwetter musste er das ändern. Er ging vom Riemannshaus<ref>Anmerkung: Im Steinernen Meer, Gemeindegebiet von Saalfelden am Steinernen Meer, Salzburg, Pinzgau</ref> herunter, direkt bei uns vorbei. Er hat bei uns Mittag gegessen und dann habe ich ihn zum Bahnhof Saalfelden gebracht. Dort nahm er den Zug nach Schladming.''" | |||
Tage später fiel den Herzogs auf, dass ständig Hubschrauber über dem Steinernen Meer kreisten. In einer Zeitung las Gustl, dass jemand gesucht wird. "''Ich wusste: Das ist unser Amerikaner.''" - Und: "''Der ist nicht im Steinernen Meer, sondern im Dachsteingebiet.''" Es waren fast drei Wochen vergangen. Herzog alarmierte die [[Gendarmerie]]. "''Ihr müsst ihn suchen, er kann noch leben. Der Mann ist bei guter Kondition und sehr gut ausgerüstet. Der war beim Militär und hat die Rangerausbildung gemacht.''" | |||
Am zweiten Tag der Suche am Dachstein wurde der Soldat am Rande einer Gletscherspalte gefunden. Er hatte sich ein Bein zertrümmert, mehrere Rippen und einen Arm gebrochen. "''Er hat versucht, nach oben zu kriechen. Ein Mal ist es ihm fast gelungen, er ist aber wieder abgerutscht. Es muss furchtbar gewesen sein, denn einige Male hat er Stimmen von oben gehört, aber ihn hat keiner hören können''", so Herzog. | |||
Als sie von der Rettung erfuhren, reisten Gustl und Maria Herzog nach [[Schladming]] und besuchten Cichowicz im Spital: "''Als wir in sein Zimmer kamen, sagte er: ,You saved my life.' Und er erzählte, dass er es nur mehr zwei, drei Tage hätte aushalten können - dann hätte er sich umgebracht.''" Noch heute stehen die beiden mit Kenneth T. Cichowicz und seiner Familie brieflich in Kontakt. | |||
Die Geschichte ging um die Welt, der ORF widmete ihr 1987 eine Sendung, vor Kurzem (2017) gab es eine Neuauflage. Mit einem Wermutstropfen, so die Herzogs: "''Gustl wurde als Saalfeldener bezeichnet, das hat viele geärgert, auch dass er in einem komischen Bildausschnitt gezeigt wurde.''" Präzise Darlegung von Geschehenem ist ihnen sehr wichtig. | |||
Die Geschichte interessiert auch [[swiki:Servus TV]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref>. Im September 2017 war ein Team in Maria Alm, mit dabei war der Sohn von Kenneth T. Cichowicz, Casey. "''Wir haben uns sehr gefreut, ihn zu treffen.''" Am [[25. Dezember]] [[2017]], 20:15 Uhr, ist die Geschichte auf Servus TV zu sehen. | |||
== Quelle == | |||
* 2017 über die beiden Maria Almer: ein Beitrag in den [[swiki:Salzburger Nachrichten]] am 25. November 2017 | |||
== Fußnoten == | |||
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