Weiblgrab: Unterschied zwischen den Versionen
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Schließlich wurde der Hoala Lipp beauftragt, die Tote zu bergen und zu Tal zu bringen. Der durch einen riesigen Kropf verunstaltete Lipp war aufgrund der schlechten Wirtschaftslage gezwungen, sich mit Gelegenheitsarbeiten durchs Leben zu schlagen. Er half bei verschiedenen Bauern aus, hielt aber auch Totenwachen und verrichtete Hilfsarbeiten bei Begräbnissen. Wegen seiner schönen Handschrift wurde dieser durchaus gescheite Mann auch immer wieder mit Schreibarbeiten beauftragt. Da die Leiche schon sehr zerfallen war, konnte sie nicht mehr geborgen werden. Laut Angaben von Franz Fuchs habe sie der Kaplan von Haus eingesegnet. Johanna Huber meinte, der Geistliche sei Dinawitzer gewesen. Auch Ida Huber berichtet von Dinawitzer, der den Lipp begleitet habe. Dazu sei angemerkt, dass Univ. Doz. Msgr. Dr. [[Johann Dinawitzer]] (* [[12. September]] [[1884]] in [[Lassing]], † [[28. August]] [[1980]] in Haus im Ennstal) schon als junger Geistlicher eifriger Jäger war und gerne dieses Berggebiet aufsuchte. Da Johann Dinawitzer am [[2. Juli]] [[1923]] zum Priester geweiht wurde und die Verstorbene einsegnete, kann der Zeitpunkt dieses Unglücks als „vor 1928 geschehen" realistisch sein. | Schließlich wurde der Hoala Lipp beauftragt, die Tote zu bergen und zu Tal zu bringen. Der durch einen riesigen Kropf verunstaltete Lipp war aufgrund der schlechten Wirtschaftslage gezwungen, sich mit Gelegenheitsarbeiten durchs Leben zu schlagen. Er half bei verschiedenen Bauern aus, hielt aber auch Totenwachen und verrichtete Hilfsarbeiten bei Begräbnissen. Wegen seiner schönen Handschrift wurde dieser durchaus gescheite Mann auch immer wieder mit Schreibarbeiten beauftragt. Da die Leiche schon sehr zerfallen war, konnte sie nicht mehr geborgen werden. Laut Angaben von Franz Fuchs habe sie der Kaplan von Haus eingesegnet. Johanna Huber meinte, der Geistliche sei Dinawitzer gewesen. Auch Ida Huber berichtet von Dinawitzer, der den Lipp begleitet habe. Dazu sei angemerkt, dass Univ. Doz. Msgr. Dr. [[Johann Dinawitzer]] (* [[12. September]] [[1884]] in [[Lassing]], † [[28. August]] [[1980]] in Haus im Ennstal) schon als junger Geistlicher eifriger Jäger war und gerne dieses Berggebiet aufsuchte. Da Johann Dinawitzer am [[2. Juli]] [[1923]] zum Priester geweiht wurde und die Verstorbene einsegnete, kann der Zeitpunkt dieses Unglücks als „vor 1928 geschehen" realistisch sein. | ||
=== | === Geheimnisvolles Weiblgrab === | ||
Obwohl die näheren Umstände ihres Todes und der Bergung der Leiche bald in Vergessenheit geraten sind, haben dennoch Sennerinnen der Agerl gedacht. Johanna Huber erinnert sich, dass sie das Weiblgrab immer gepflegt und mit Blumen geschmückt hätten. Nach Simon Gruber wurde in den | Obwohl die näheren Umstände ihres Todes und der Bergung der Leiche bald in Vergessenheit geraten sind, haben dennoch Sennerinnen der Agerl gedacht. Johanna Huber erinnert sich, dass sie das Weiblgrab immer gepflegt und mit Blumen geschmückt hätten. Nach Simon Gruber wurde in den 1960er-Jahren ein kleines Holzkreuz am Grab errichtet. Dieses ist allerdings im Winter durch den Schneedruck bald zerstört worden. Doch wird es immer wieder von Almleuten, Jägern und auch den Autoren dieses Beitrages erneuert. | ||
Nach wie vor rankt sich ein Geheimnis um dieses Grab, das zur Mythenbildung anregt, da noch zu viele Bausteine fehlen. Was bleibt ist ein Schicksal aus längst vergangenen Tagen, das aber doch nicht vergessen ist. | Nach wie vor rankt sich ein Geheimnis um dieses Grab, das zur Mythenbildung anregt, da noch zu viele Bausteine fehlen. Was bleibt ist ein Schicksal aus längst vergangenen Tagen, das aber doch nicht vergessen ist. | ||