Pfarre Kalwang: Unterschied zwischen den Versionen
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==Reformation und Gegenreformation am Beispiel der Pfarre Kalwang == | ==Reformation und Gegenreformation am Beispiel der Pfarre Kalwang == | ||
Unter den Adeligen und Bürgern fand die Lehre von Martin Luther zahlreiche Anhänger. Aber vor allem unter der bäuerlichen Bevölkerung, die mit ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage äußerst unzufrieden waren, traten in großer Zahl zum evangelischen Glauben über. Bereits [[1528]] musste ein bischhöflicher Visitationsbericht feststellen, dass in den Orten Kammern, Mautern, [[Kalwang]] und Wald viele Bewohner übergetreten waren. Die gemischte geistliche und weltliche Kommission stellte das Überhandnehmen des Protestantismus in diesen Orten fest. Der geistige Einfluss des [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerstifts Admont]] nahm in diesem Landesteil bereits stark ab. Zahlreiche lutherisch-evangelische Schriften verbreiteten sich rasch. Die Anhänger der neuen Lehre traten immer mutiger gegen die geistlichen und weltlichen Vorgesetzten auf und fanden dabei größtenteils Unterstützung beim Adel. | Unter den Adeligen und Bürgern fand die Lehre von Martin Luther zahlreiche Anhänger. Aber vor allem unter der bäuerlichen Bevölkerung, die mit ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage äußerst unzufrieden waren, traten in großer Zahl zum evangelischen Glauben über. Bereits [[1528]] musste ein bischhöflicher Visitationsbericht feststellen, dass in den Orten Kammern, [[Mautern]], [[Kalwang]] und Wald viele Bewohner übergetreten waren. Die gemischte geistliche und weltliche Kommission stellte das Überhandnehmen des Protestantismus in diesen Orten fest. Der geistige Einfluss des [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerstifts Admont]] nahm in diesem Landesteil bereits stark ab. Zahlreiche lutherisch-evangelische Schriften verbreiteten sich rasch. Die Anhänger der neuen Lehre traten immer mutiger gegen die geistlichen und weltlichen Vorgesetzten auf und fanden dabei größtenteils Unterstützung beim Adel. | ||
Das Stift Admont verlor seinen Einfluss auf Pfarre die Kalwang komplett. [[1521]] setzte [[Äbte von Admont|Abt]] [[Christophorus Rauber]] nach dem Tod des Provisors Alexander Kaindorfer (Chundorff) den Bernhard [[Püchler]], bisher Gesellpriester (Kaplan) in Kammern als Filialadministrator in Kalwang ein. Bei der Visitation [[1544]] erklärten sich die Zechleute (Bergleute) mit dem Vikar Johann Albsteig zufrieden. Als aber [[1566]] der Pfarrer von Kammern den Vikar Peter einsetzen wollte, gab der Kalwanger Richter Hans Lendschacher, ein Schneider, den Kirchenschlüssel nicht heraus. Das hatte ihm der Herr von Dietrichstein auf Ehrnau so befohlen und weil Peter zu wenig gelehrt sei. Lendschacher meinte damit, dass Peter nicht im protestantischem Sinne predigte. Abt [[Valentin Abel]] protestierte dagegen in schärfster Weise und bemerkte in seinem Schreiben ''... Der Schneider möge Hosen flicken!'' | Das Stift Admont verlor seinen Einfluss auf Pfarre die Kalwang komplett. [[1521]] setzte [[Äbte von Admont|Abt]] [[Christophorus Rauber]] nach dem Tod des Provisors Alexander Kaindorfer (Chundorff) den Bernhard [[Püchler]], bisher Gesellpriester (Kaplan) in Kammern als Filialadministrator in Kalwang ein. Bei der Visitation [[1544]] erklärten sich die Zechleute (Bergleute) mit dem Vikar Johann Albsteig zufrieden. Als aber [[1566]] der Pfarrer von Kammern den Vikar Peter einsetzen wollte, gab der Kalwanger Richter Hans Lendschacher, ein Schneider, den Kirchenschlüssel nicht heraus. Das hatte ihm der Herr von Dietrichstein auf Ehrnau so befohlen und weil Peter zu wenig gelehrt sei. Lendschacher meinte damit, dass Peter nicht im protestantischem Sinne predigte. Abt [[Valentin Abel]] protestierte dagegen in schärfster Weise und bemerkte in seinem Schreiben ''... Der Schneider möge Hosen flicken!'' | ||