Schladminger Postgeschichte: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 10: | Zeile 10: | ||
Um aber auch den Bereich des oberen Ennstales postalisch zu versorgen entschied man in Wien nach Einholung der kaiserlichen Genehmigung durch eine Hofkammer-Verordnung vom [[29. Oktober]] [[1807]], dass zwischen den Poststationen Stainach und [[swiki:Radstadt|Radstadt]] wöchentlich zweimal ein „reitender Briefpostkurs“ eingerichtet werden sollte. Durch eine Anordnung der Hofkammer wurde bestimmt, dass die für diesen Postkurs zu eröffnenden Poststationen [[Gröbming]] und [[Schladming]] den Dienst mit [[1. Mai]] [[1808]] aufzunehmen haben. Die Postmeisterstelle in Schladming wurde der Gastwirtin Josefa [[Tritscher]] mit der Auflage verliehen, für die Besorgung der Postgeschäfte einen geprüften Postschreiber auf ihre Kosten aufzunehmen. Josefa Tritscher ersuchte ihren 19jährigen Sohn Franz hiefür in Dienst nehmen zu dürfen, was ihr auch bewilligt wurde. Als Jahresbesoldung wurde der Postmeisterin Tritscher ein Betrag von 450 [[swiki:Gulden|Gulden]] und ein zehnprozentiger Anteil an den Briefposteinnahmen zugesichert. Im Jahre 1819 folgte Josefa Tritscher ihr Sohn Franz in der Führung der Poststation. Er hatte bisher als Postexpeditor die Postgeschäfte in Schladming versehen. | Um aber auch den Bereich des oberen Ennstales postalisch zu versorgen entschied man in Wien nach Einholung der kaiserlichen Genehmigung durch eine Hofkammer-Verordnung vom [[29. Oktober]] [[1807]], dass zwischen den Poststationen Stainach und [[swiki:Radstadt|Radstadt]] wöchentlich zweimal ein „reitender Briefpostkurs“ eingerichtet werden sollte. Durch eine Anordnung der Hofkammer wurde bestimmt, dass die für diesen Postkurs zu eröffnenden Poststationen [[Gröbming]] und [[Schladming]] den Dienst mit [[1. Mai]] [[1808]] aufzunehmen haben. Die Postmeisterstelle in Schladming wurde der Gastwirtin Josefa [[Tritscher]] mit der Auflage verliehen, für die Besorgung der Postgeschäfte einen geprüften Postschreiber auf ihre Kosten aufzunehmen. Josefa Tritscher ersuchte ihren 19jährigen Sohn Franz hiefür in Dienst nehmen zu dürfen, was ihr auch bewilligt wurde. Als Jahresbesoldung wurde der Postmeisterin Tritscher ein Betrag von 450 [[swiki:Gulden|Gulden]] und ein zehnprozentiger Anteil an den Briefposteinnahmen zugesichert. Im Jahre 1819 folgte Josefa Tritscher ihr Sohn Franz in der Führung der Poststation. Er hatte bisher als Postexpeditor die Postgeschäfte in Schladming versehen. | ||
Diese aus den Archivalien entnommenen Tatsachen ermöglichen nun auch die Deutung des Aushängeschildes auf der „Alten Post". IFT sind die Initialen von ''J''osefa und ''F''ranz ''T''ritscher, die als [[ | Diese aus den Archivalien entnommenen Tatsachen ermöglichen nun auch die Deutung des Aushängeschildes auf der „Alten Post". IFT sind die Initialen von ''J''osefa und ''F''ranz ''T''ritscher, die als [[Gastwirte im Ennstal|Gastwirte]] zugleich auch die ersten Postmeister von Schladming waren. | ||
Nach Franz Tritscher wurde [[1820]] Franz Teitsch die Postmeisterstelle durch die Oberste Hofpostverwaltung in Wien verliehen. Eine wenig rühmliche Erscheinung in der damals noch kurzen Postgeschichtevon Schladming war Jakob Sambs aus Bad Ischl, der im Jahre 1824 durch Kauf Besitzer der Postrealitäten von Franz Teitsch wurde und sich gleichzeitig auch um die Postmeisterstelle in Schladming bewarb. Nach einem von der Oberpostverwaltung in Graz errichteten Dienstvertrag bekam Sambs auch die Postmeisterstelle währte aber nicht lange, denn wie aus einer Anzeige des Gerichtes des Judenburger Kreisamtes vom 18. Juni 1825 hervorgeht, hat Sambs „mit vielen Schulden belastet, Schladming unbekannt wohin“ verlassen. | Nach Franz Tritscher wurde [[1820]] Franz Teitsch die Postmeisterstelle durch die Oberste Hofpostverwaltung in Wien verliehen. Eine wenig rühmliche Erscheinung in der damals noch kurzen Postgeschichtevon Schladming war Jakob Sambs aus Bad Ischl, der im Jahre 1824 durch Kauf Besitzer der Postrealitäten von Franz Teitsch wurde und sich gleichzeitig auch um die Postmeisterstelle in Schladming bewarb. Nach einem von der Oberpostverwaltung in Graz errichteten Dienstvertrag bekam Sambs auch die Postmeisterstelle währte aber nicht lange, denn wie aus einer Anzeige des Gerichtes des Judenburger Kreisamtes vom 18. Juni 1825 hervorgeht, hat Sambs „mit vielen Schulden belastet, Schladming unbekannt wohin“ verlassen. | ||