Ernst Trummer: Unterschied zwischen den Versionen
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Für Tourismus-Landesrat Hermann Schützenhöfer war es ein "''schmerzlicher, aber notwendiger Schritt''". Neben der Tätigkeit als Geschäftsführer der Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH war Trummer auch Geschäftsführer der [[Planai Hotelrichtungs- und Betriebsgesellschaft]]. In dieser Position hatte er unberechtigterweise Bezüge kassiert, zu denen er vertraglich nicht berechtigt gewesen war. Zwei Aufsichtsräte hatten eine nachträgliche Änderung des Dienstvertrages vorgenommen, die ebenso nichts rechtskonform war. Die beiden vom Land eingesetzten Aufsichtsräte haben ihre Funktionen bereits zurückgelegt. Wie es passieren konnte, dass die beiden Aufsichtsratschefs – Vorsitzender Candidus Cordolezis und sein Stellvertreter Oswin Kois – diesen zentralen Vertragsteil, wonach Trummer keine Extragage hätte kassieren dürfen, übersehen hatten, konnte Schützenhöfer freilich nicht beantworten. | Für Tourismus-Landesrat Hermann Schützenhöfer war es ein "''schmerzlicher, aber notwendiger Schritt''". Neben der Tätigkeit als Geschäftsführer der Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH war Trummer auch Geschäftsführer der [[Planai Hotelrichtungs- und Betriebsgesellschaft]]. In dieser Position hatte er unberechtigterweise Bezüge kassiert, zu denen er vertraglich nicht berechtigt gewesen war. Zwei Aufsichtsräte hatten eine nachträgliche Änderung des Dienstvertrages vorgenommen, die ebenso nichts rechtskonform war. Die beiden vom Land eingesetzten Aufsichtsräte haben ihre Funktionen bereits zurückgelegt. Wie es passieren konnte, dass die beiden Aufsichtsratschefs – Vorsitzender Candidus Cordolezis und sein Stellvertreter Oswin Kois – diesen zentralen Vertragsteil, wonach Trummer keine Extragage hätte kassieren dürfen, übersehen hatten, konnte Schützenhöfer freilich nicht beantworten. | ||
Die beiden Aufsichtsräte wollten sie gar nicht beantworten – sie nahmen von sich aus den Hut, teilten aber mit, dass sie mit der Eigentümerentscheidung | Die beiden Aufsichtsräte wollten sie gar nicht beantworten – sie nahmen von sich aus den Hut, teilten aber mit, dass sie mit der Eigentümerentscheidung nicht konform gehen und merkten an, dass sie Ernst Trummer „''als äußerst engagierten und innovativen Geschäftsführer''“ erlebt hätten. | ||
nicht konform gehen und merkten an, dass sie Ernst Trummer „''als äußerst engagierten und innovativen Geschäftsführer''“ erlebt hätten. | |||
Betroffen von der Entscheidung des Landes zeigte sich in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem „[[Der Ennstaler|Ennstaler]]“ auch Schladmings | Betroffen von der Entscheidung des Landes zeigte sich in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem „[[Der Ennstaler|Ennstaler]]“ auch Schladmings [[Bürgermeister der Stadt Schladming|Bürgermeister]] [[Jürgen Winter]], der Trummer als eine der treibenden Kräfte im Vorfeld der [[FIS Alpine Ski WM 2013 Schladming]] bezeichnete: „'' Ernst Trummer war als Chef der Planai-Bahnen und führender Mitstreiter rund um das Hotelprojekt Falkensteiner ein stets verlässlicher Partner, dessen oberstes Ziel es war, den Ruf Schladmings als steirische Skihauptstadt international zu festigen und weiter auszubauen.''“ | ||
[[Bürgermeister der Stadt Schladming|Bürgermeister]] [[Jürgen Winter]], der Trummer als eine der treibenden Kräfte im Vorfeld der [[FIS Alpine Ski WM 2013 Schladming]] bezeichnete: „'' Ernst Trummer war als Chef der Planai-Bahnen und führender Mitstreiter rund um das Hotelprojekt Falkensteiner ein stets verlässlicher Partner, dessen oberstes Ziel es war, den Ruf Schladmings als steirische Skihauptstadt international zu festigen und weiter auszubauen.''“ | |||
Das Land Steiermark hatte Trummer noch eine Lösung des Problems in Form einer Rückzahlung des unrechtmäßig bezogenen Geldes angeboten, die dieser jedoch ausschlug. Nachfolger wird [[Steirische Tourismus GmbH|Steiermark-Tourismus]]-Chef [[Georg Bliem]] bis nach der [[FIS Alpine Ski WM 2013 Schladming|Alpinen Ski WM 2013]]. | Das Land Steiermark hatte Trummer noch eine Lösung des Problems in Form einer Rückzahlung des unrechtmäßig bezogenen Geldes angeboten, die dieser jedoch ausschlug. Nachfolger wird [[Steirische Tourismus GmbH|Steiermark-Tourismus]]-Chef [[Georg Bliem]] bis nach der [[FIS Alpine Ski WM 2013 Schladming|Alpinen Ski WM 2013]]. | ||
=== Spekulationen über die Hintergründe === | === Spekulationen über die Hintergründe === | ||
In Schladming selbst gingen ob der Entscheidung die Wogen hoch, da Ernst Trummer auch in jenen Kreisen, die sich vielfach kritisch über die | In Schladming selbst gingen ob der Entscheidung die Wogen hoch, da Ernst Trummer auch in jenen Kreisen, die sich vielfach kritisch über die Entwicklung und Ausrichtung der Planai- und Hochwurzen-Bahnen und damit auch über die WM-Stadt äußerten, für seine Geradlinigkeit geschätzt wurde. Hinter vorgehaltener Hand ist auch vielfach davon die Rede, dass Trummer gewissen Entscheidungsträgern im Land einfach zu mächtig wurde. Unbeantwortet bleibt auch die Frage, warum der Leiter der Fachabteilung 12A, Hellmuth Schnabl, der als Schützenhöfer-Vertrauter gilt und nun neuer Aufsichtsratsvorsitzender wird, nicht schon im März nach dem Beschluss des damaligen Aufsichtsrates auf die Ungereimtheit hingewiesen hat, sondern erst vier Monate später? | ||
Entwicklung und Ausrichtung der Planai- und Hochwurzen-Bahnen und damit auch über die WM-Stadt äußerten, für seine Geradlinigkeit geschätzt wurde. Hinter vorgehaltener Hand ist auch vielfach davon die Rede, dass Trummer gewissen Entscheidungsträgern im Land einfach zu mächtig wurde. Unbeantwortet bleibt auch die Frage, warum der Leiter der Fachabteilung 12A, Hellmuth Schnabl, der als Schützenhöfer-Vertrauter gilt und nun neuer Aufsichtsratsvorsitzender wird, nicht schon im März nach dem Beschluss des damaligen Aufsichtsrates auf die Ungereimtheit hingewiesen hat, sondern erst vier Monate später? | |||
Wie [[Der Ennstaler]] in seiner Ausgabe vom 20. Juli 2012 berichtete, verdichteten sich mittlerweile jedoch die Hinweise, dass Landeshauptmann- | Wie [[Der Ennstaler]] in seiner Ausgabe vom 20. Juli 2012 berichtete, verdichteten sich mittlerweile jedoch die Hinweise, dass Landeshauptmann-Stv. Hermann Schützenhöfer sich und seine ihm unterstellte Tourismus-Fachabteilung schützen wollte und Trummer damit zum Bauernopfer machte. Damit kam die Absetzung des nunmehr ehemaligen Planai-Chefs nämlich einer öffentlichen Hinrichtung gleich, da Schützenhöfer mit seiner Aussage auch die weitere berufliche Existenz Trummers bewusst aufs Spiel setzte. | ||
Stv. Hermann Schützenhöfer sich und seine ihm unterstellte Tourismus-Fachabteilung schützen wollte und Trummer damit zum Bauernopfer machte. Damit kam die Absetzung des nunmehr ehemaligen Planai-Chefs nämlich einer öffentlichen Hinrichtung gleich, da Schützenhöfer mit seiner Aussage auch die weitere berufliche Existenz Trummers bewusst aufs Spiel setzte. | |||
=== Unabhängige Rechtsanwälte bestätigen Rechtmäßigkeit des strittigen zweiten Gehalts === | === Unabhängige Rechtsanwälte bestätigen Rechtmäßigkeit des strittigen zweiten Gehalts === | ||
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==="...die Sache stinkt zum Himmel"=== | ==="...die Sache stinkt zum Himmel"=== | ||
Für viele steht aber mittlerweile fest, dass "''die Sache zum Himmel stinkt''". Begründet wird dies unter anderem damit, weil sich Trummer immer wieder hartnäckig gegen verschiedene Pläne im Vorfeld der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2013 gewehrt hat. So sprach er sich als Planai-Chef vehement gegen den geplanten Abriss des sogenannten Loops – die Verlängerung der neu errichteten Talstation [[Planet Planai]] – aus, um weitere Zuschauerkapazitäten für das sportliche Großereignis im Februar 2013 schaffen zu können. Trummer nahm in diesem Zusammenhang auch eine Konfrontation | Für viele steht aber mittlerweile fest, dass "''die Sache zum Himmel stinkt''". Begründet wird dies unter anderem damit, weil sich Trummer immer wieder hartnäckig gegen verschiedene Pläne im Vorfeld der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2013 gewehrt hat. So sprach er sich als Planai-Chef vehement gegen den geplanten Abriss des sogenannten Loops – die Verlängerung der neu errichteten Talstation [[Planet Planai]] – aus, um weitere Zuschauerkapazitäten für das sportliche Großereignis im Februar 2013 schaffen zu können. Trummer nahm in diesem Zusammenhang auch eine Konfrontation mit dem Österreichischen Skiverband als Veranstalter in Kauf, der wiederum seine Interessen vertrat, um für sich das Beste aus der WM herauszuholen, | ||
mit dem Österreichischen Skiverband als Veranstalter in Kauf, der wiederum seine Interessen vertrat, um für sich das Beste aus der WM herauszuholen, | |||
was ebenso legitim ist. | was ebenso legitim ist. | ||
Auffallend war, dass sich das Land Steiermark als Mehrheitseigentümer der Planai, aus diesen Ungereimtheiten – in die auch die Stadt Schladming | Auffallend war, dass sich das Land Steiermark als Mehrheitseigentümer der Planai, aus diesen Ungereimtheiten – in die auch die Stadt Schladming mit Bürgermeister Jürgen Winter und die Nachhaltigkeitsgesellschaft [[Schladming 2030 GmbH]] mit Koodinator KR Albert Baier involviert war – herausgehalten hat. Dabei hätte die Tourismusfachabteilung 12A mit ihrem Leiter HR Dr. Helmuth Schnabl – sie gehört zu dem von Landeshauptmann-Stv. Hermann Schützenhöfer als Landesrat geführten Tourismusressort – längst eingreifen und den Standpunkt des Landes in dieser Causa deponieren müssen. Dies hat sie aber nicht getan, wohl deshalb, weil dazu eine schriftliche Weisung von HR Schnabl an Planai-Chef Trummer notwendig gewesen wäre. Eine solche hätte aber möglicherweise bedeutet, dass der um rund 350.000 Euro aus Steuergeldern errichtete Loop mit Zustimmung des Schützenhöfer-Ressorts wieder abgerissen wird, was ein denkbar schlechtes Licht auf den Landeshauptmann-Stellvertreter geworfen und ihn politisch mehr als nur angreifbar gemacht hätte. Dies wiederum lässt den Schluss zu, dass sich Hermann Schützenhöfer ganz bewusst für Ernst Trummer als Bauernopfer entschieden hat, um einem möglichen späteren Vorwurf von politischen Gegnern zu entgehen. | ||
mit Bürgermeister Jürgen Winter und die Nachhaltigkeitsgesellschaft [[Schladming 2030 GmbH]] mit Koodinator KR Albert Baier involviert war – herausgehalten hat. Dabei hätte die Tourismusfachabteilung 12A mit ihrem Leiter HR Dr. Helmuth Schnabl – sie gehört zu dem von Landeshauptmann-Stv. Hermann Schützenhöfer als Landesrat geführten Tourismusressort – längst eingreifen und den Standpunkt des Landes in dieser Causa deponieren | |||
müssen. Dies hat sie aber nicht getan, wohl deshalb, weil dazu eine schriftliche Weisung von HR Schnabl an Planai-Chef Trummer notwendig gewesen | |||
wäre. Eine solche hätte aber möglicherweise bedeutet, dass der um rund 350.000 Euro aus Steuergeldern errichtete Loop mit Zustimmung des Schützenhöfer-Ressorts wieder abgerissen wird, was ein denkbar schlechtes Licht auf den Landeshauptmann-Stellvertreter geworfen und ihn politisch mehr als nur angreifbar gemacht hätte. Dies wiederum lässt den Schluss zu, dass sich Hermann Schützenhöfer ganz bewusst für Ernst Trummer als Bauernopfer entschieden hat, um einem möglichen späteren Vorwurf von politischen Gegnern zu entgehen. | |||
Wie es scheint, ist diese politische Intrige der wahre Grund für die Entlassung von Ernst Trummer, denn wie aus gut informierten Kreisen bekannt | Wie es scheint, ist diese politische Intrige der wahre Grund für die Entlassung von Ernst Trummer, denn wie aus gut informierten Kreisen bekannt wurde, ist der Abriss des Loops am Planet Planai mittlerweile beschlossene Sache. Auch das so genannte „Schwarz-Haus“, das sich neben dem Hopsi-Maskottchen am Planai-Zielhang befindet, und die neu errichtete „Manege“ – ein Gastro-Bereich der Planai – dürften aller Voraussicht nach abgerissen werden. | ||
wurde, ist der Abriss des Loops am Planet Planai mittlerweile beschlossene Sache. Auch das so genannte „Schwarz-Haus“, das sich neben dem | |||
Hopsi-Maskottchen am Planai-Zielhang befindet, und die neu errichtete „Manege“ – ein Gastro-Bereich der Planai – dürften aller Voraussicht nach | |||
abgerissen werden. | |||
== Ernst Trummer voll rehabilitiert == | == Ernst Trummer voll rehabilitiert == | ||