Bad Heilbrunn: Unterschied zwischen den Versionen
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''Die Akrotherme, krystallklar, farb- und geruchlos, ohne besonderem Geschmack, auf einer [[M ü. A.|Seehöhe]] von 800 m, bricht rauchend in einer Temperatur von +24° C aus dem Boden und gibt nach alter Angabe per Stunde 38, nach jüngster Messung 33 Hektoliter Wasser. Daß die Heilquelle schon seit undenklichen Zeiten gegen verschiedene Krankheiten erfolgreiche Verwendung fand, beweist auch ein im "Aufmerksamen" (Beilage zur "Grazer Zeitung", 27. Mai 1829) von einem ungenannten Verfasser veröffentlichter Aufsatz, dem wir einige Stellen wörtlich entnehmen: | ''Die Akrotherme, krystallklar, farb- und geruchlos, ohne besonderem Geschmack, auf einer [[M ü. A.|Seehöhe]] von 800 m, bricht rauchend in einer Temperatur von +24° C aus dem Boden und gibt nach alter Angabe per Stunde 38, nach jüngster Messung 33 Hektoliter Wasser. Daß die Heilquelle schon seit undenklichen Zeiten gegen verschiedene Krankheiten erfolgreiche Verwendung fand, beweist auch ein im "Aufmerksamen" (Beilage zur "Grazer Zeitung", 27. Mai 1829) von einem ungenannten Verfasser veröffentlichter Aufsatz, dem wir einige Stellen wörtlich entnehmen: | ||
''"Schon vor undenklichen Zeiten ist in der Gegend von Mitterndorf in einem Gebirgsgraben am Krunglerbache eine warme Quelle wahrgenommen und von Gichtkranken, Lahmen, Ausschlägigen, mit Geschwüren und derlei Krankheiten behafteten Armen, welche die Badekosten aus einer öffentlichen Badeanstalt zu bestreiten unvermögend waren, besucht worden, ohne daß dieser Besuch auffallend bemerkbar war; nur fand man in der Umgebung dieser Quelle kleine Kreuzel in Menge an Bäumen aufgesteckt und angeheftet. Aus diesen wurde die Folgerung gezogen, daß diese aus der Tiefe eines Felsens emporsprudelnde Quelle eine Heilquelle sein möge, und daß die um dieselbe Vorgefundenen Kreuze von jenen, die sich dieser | ''"Schon vor undenklichen Zeiten ist in der Gegend von Mitterndorf in einem Gebirgsgraben am Krunglerbache eine warme Quelle wahrgenommen und von Gichtkranken, Lahmen, Ausschlägigen, mit Geschwüren und derlei Krankheiten behafteten Armen, welche die Badekosten aus einer öffentlichen Badeanstalt zu bestreiten unvermögend waren, besucht worden, ohne daß dieser Besuch auffallend bemerkbar war; nur fand man in der Umgebung dieser Quelle kleine Kreuzel in Menge an Bäumen aufgesteckt und angeheftet. Aus diesen wurde die Folgerung gezogen, daß diese aus der Tiefe eines Felsens emporsprudelnde Quelle eine Heilquelle sein möge, und daß die um dieselbe Vorgefundenen Kreuze von jenen, die sich dieser Quelle anvertraut haben, und die Gesundheit erhielten, aus dankbarer Geisteserhebung zu dem allgütigsten Schöpfer errichtet worden sind. Der Besuch dieser Quelle ist in der Folge immer zahlreicher geworden, und plötzlich fand man ebenfalls schon vor mehr als einem Mannesalter neben der Quelle an einem Baum auf einer hölzernen Tafel ein Bildnis, ohne daß man den Errichter dieses Bildnisses in Erfahrung bringen konnte; durch die lange Dauer desselben ist es vermorscht und im Jahre [[1759]] von unbekannten Verehrern erneut und auf eine sonderheitliche Säule angebracht worden. Um diese Bildsäule finden sich auch noch mehrere hundert aus Holz geschnitzte Kreuzlein angeheftet, die sich noch jährlich vermehren. Ein Beweis, daß diese Heilquelle vielfältig besucht wurde. | ||
Quelle anvertraut haben, und die Gesundheit erhielten, aus dankbarer Geisteserhebung zu dem allgütigsten Schöpfer errichtet worden sind. Der Besuch dieser Quelle ist in der Folge immer zahlreicher geworden, und plötzlich fand man ebenfalls schon vor mehr als einem Mannesalter neben der Quelle an einem Baum auf einer hölzernen Tafel ein Bildnis, ohne daß man den Errichter dieses Bildnisses in Erfahrung bringen konnte; durch die lange Dauer desselben ist es vermorscht und im Jahre [[1759]] von unbekannten Verehrern erneut und auf eine sonderheitliche Säule angebracht worden. Um diese Bildsäule finden sich auch noch mehrere hundert aus Holz geschnitzte Kreuzlein angeheftet, die sich noch jährlich vermehren. Ein Beweis, daß diese Heilquelle vielfältig besucht wurde. | |||
''Der Besuch dieser Quelle von Menschen aus benachbarten Umgebungen wurde seit einigen Jahren immer öffentlicher und viele Gichtkranke, Gelähmte und mit Ausschlägen, Geschwüren u. dgl. Krankheiten behaftet Gewesene verdanken ihre Genesung dem höchsten Schöpfer durch diese Quelle. Vor ungefähr 20 Jahren erbaute jemand eine kleine Hütte über diese Quelle, die jedermann, der sich dieses Heilmittels bedienen wollte, offen stand, damit sich der Badende vor der schädlichen Einwirkung der athmosphärischen Luft schützen konnte, und nicht der Schau der allenfalls vorbeiwandernden Menschen ausgesetzt bliebe. Allein dieses Hüttlein ist ganz vermorscht und bereits wieder zusammengefallen und nun endlich erwacht in Einem und dem Andern der Gedanke, diese Heilquelle, der "Heilbrunn" genannt, nicht nur zum Gebrauche einzelner Menschen wieder herzustellen, sondern zu einer öffentlichen Badeanstalt zu erheben." | ''Der Besuch dieser Quelle von Menschen aus benachbarten Umgebungen wurde seit einigen Jahren immer öffentlicher und viele Gichtkranke, Gelähmte und mit Ausschlägen, Geschwüren u. dgl. Krankheiten behaftet Gewesene verdanken ihre Genesung dem höchsten Schöpfer durch diese Quelle. Vor ungefähr 20 Jahren erbaute jemand eine kleine Hütte über diese Quelle, die jedermann, der sich dieses Heilmittels bedienen wollte, offen stand, damit sich der Badende vor der schädlichen Einwirkung der athmosphärischen Luft schützen konnte, und nicht der Schau der allenfalls vorbeiwandernden Menschen ausgesetzt bliebe. Allein dieses Hüttlein ist ganz vermorscht und bereits wieder zusammengefallen und nun endlich erwacht in Einem und dem Andern der Gedanke, diese Heilquelle, der "Heilbrunn" genannt, nicht nur zum Gebrauche einzelner Menschen wieder herzustellen, sondern zu einer öffentlichen Badeanstalt zu erheben." | ||