Gesäuse: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Gesaeuseeingang-Haindlbauer.jpg|thumb|Gesäuseeingang-Haindlbauer]]{{Googlemapsort|Gesäuse}}
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[[Datei:Xeis.png|thumb|Verlauf der Enns]]
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[[Datei:Freytag_Gustav_Gesäusekarte_1918_(HBEA).jpg|thumb|Historische Landkarte des Gesäuses von 1918 von [[Gustav Freytag]].]]
[[Datei:Gesause_5.jpg|thumb|Im Gesäuse]]
[[Datei:Gesause_6.jpg|thumb|Im Gesäuse]]
Das '''Gesäuse''' ist eine in Westost verlaufende Verbindungsschlucht der [[Enns]] zwischen [[Admont]] und [[Hieflau]] und zählt zu den [[Ennstaler Alpen]].
Das '''Gesäuse''' ist eine in Westost verlaufende Verbindungsschlucht der [[Enns]] zwischen [[Admont]] und [[Hieflau]] und zählt zu den [[Ennstaler Alpen]].


== Geografie ==
== Geografie ==
Das Gesäuse (im Volksmund ''Xeis'' genannt) bildet im nordöstlichen [[Ennstal]] auf einem rund 16 Kilometer langen Abschnitt eine Felsschlucht und wird oftmals als die ''senkrechte Welt Österreichs'' bezeichnet. Der [[Gesäuseeingang]] liegt ca. sechs Kilometer östlich von Admont. Von dort fließt die Enns aufgrund der Talverengung, unzähligen Felsvorsprüngen sowie der Überwindung eines beachtlichen Höhenunterschiedes ([[Ennskatarakte]]) reißend schnell und ist rundum von steilen, zum Teil senkrechten und wild bewachsenen Felswänden umgeben. Genau diese Wasserfälle gaben nach dem Sausen des Wassers dem Gesäuse seinen Namen.
Das Gesäuse (im Volksmund ''Xeis'' genannt) bildet im nordöstlichen [[Ennstal]] auf einem rund 16 Kilometer langen Abschnitt eine Felsschlucht und wird oftmals als die ''senkrechte Welt Österreichs'' bezeichnet. Der [[Gesäuseeingang]] liegt ca. sechs Kilometer östlich von Admont. Von dort fließt die Enns aufgrund der Talverengung, unzähligen Felsvorsprüngen sowie der Überwindung eines beachtlichen Höhenunterschiedes ([[Ennskatarakte]]) reißend schnell und ist rundum von steilen, zum Teil senkrechten und wild bewachsenen Felswänden umgeben. Genau diese Wasserfälle gaben nach dem Sausen des Wassers dem Gesäuse seinen Namen.
[[Datei:Xeis.png|thumb|Verlauf der Enns]]


Aber es wird auch die Bergwelt nördlich und südlich dieses Gesäuses als "Gesäuse" bezeichnet. Am [[26. Oktober]] [[2002]] wurde ein überwiegender Teil dieses Gesäuses zum [[Nationalpark Gesäuse]] erklärt.
Aber es wird auch die Bergwelt nördlich und südlich dieses Gesäuses als "Gesäuse" bezeichnet. Am [[26. Oktober]] [[2002]] wurde ein überwiegender Teil dieses Gesäuses zum [[Nationalpark Gesäuse]] erklärt.
Im Bereich des Gesäuses führen mehrere Brücken über die Enns, u. a. die unter [[Denkmalschutz]] stehende [[Lauferbauerbrücke]].


== Ennsarme: "Verrückte" Gemeindegrenzen ==
== Ennsarme: "Verrückte" Gemeindegrenzen ==
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Das Szenario vor 150 Jahren um die Mitte des [[19. Jahrhundert]]s: Breit mit vielen Mäandern beherrscht die Enns den Talboden. Überall Altarme, überflutete Streuwiesen, Sümpfe, Moore, hochwassergefährdete Wiesen und Felder. Der Flussspiegel am Gesäuseeingang lag bis zu 14 Meter über
Das Szenario vor 150 Jahren um die Mitte des [[19. Jahrhundert]]s: Breit mit vielen Mäandern beherrscht die Enns den Talboden. Überall Altarme, überflutete Streuwiesen, Sümpfe, Moore, hochwassergefährdete Wiesen und Felder. Der Flussspiegel am Gesäuseeingang lag bis zu 14 Meter über
[[Datei:Gesause_5.jpg|thumb|Im Gesäuse]]


Sprengungen am Gesäuseeingang im Auftrag des [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerstifts Admont]] im Jahre [[1824]] brachten nur wenig Schutz vor den dauernden Überschwemmungen. Man wandte sich an den Kaiser, und im Jahre 1860 unterschrieb er das für das gesamte Ennstal lebenswichtige Patent der [[Ennsregulierung]]. In den [[1860er]] Jahren wurde die Enns mittels "Durchstichen" begradigt, die Ufer durch Buhnen und Querwerke befestigt. Östlich von Admont waren der [[Kornbauer-Durchstich|Kornbauer]]- und der [[Grabner Durchstich]] die wichtigsten und kostspieligsten Baulose. Die insgesamt 2 400 m an Durchstichen kosteten 46.500 [[swiki:Gulden]] – eine Summe, die die Gemeinden oder das Herzogtum Steiermark damals nie hätten aufbringen können.
Sprengungen am Gesäuseeingang im Auftrag des [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerstifts Admont]] im Jahre [[1824]] brachten nur wenig Schutz vor den dauernden Überschwemmungen. Man wandte sich an den Kaiser, und im Jahre 1860 unterschrieb er das für das gesamte Ennstal lebenswichtige Patent der [[Ennsregulierung]]. In den [[1860er]] Jahren wurde die Enns mittels "Durchstichen" begradigt, die Ufer durch Buhnen und Querwerke befestigt. Östlich von Admont waren der [[Kornbauer-Durchstich|Kornbauer]]- und der [[Grabner Durchstich]] die wichtigsten und kostspieligsten Baulose. Die insgesamt 2 400 m an Durchstichen kosteten 46.500 [[swiki:Gulden]] – eine Summe, die die Gemeinden oder das Herzogtum Steiermark damals nie hätten aufbringen können.
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Für die "Touristen", wie man früher die Bergsteiger nannte, war der [[Bahnhof Gstatterboden]] von Bedeutung. Man fuhr Freitagabend mit dem Nachtzug von Wien ab, war in den frühen Morgenstunden im Gesäuse und begann seine Bergtour. Sonntag ging es mit dem Abendzug wieder zurück.
Für die "Touristen", wie man früher die Bergsteiger nannte, war der [[Bahnhof Gstatterboden]] von Bedeutung. Man fuhr Freitagabend mit dem Nachtzug von Wien ab, war in den frühen Morgenstunden im Gesäuse und begann seine Bergtour. Sonntag ging es mit dem Abendzug wieder zurück.
[[Datei:Gesäuseberge_Karte_1918.jpg|thumb|Historische Landkarte des Gesäuses von 1918 von [[Gustav Freytag]]. Anklicken, dann kommt man zu einem Link zu einer genaueren und scharfen Vergrößerung der Karte]]


Es gab eine Reihe von [[Gesäuse-Pioniere]], die sich um die Erschließung dieser Bergwelt verdient gemacht hatten. [[Heinrich Heß]] (* [[29. Dezember]] [[1857]] in Wien; † [[12. August]] [[1946]] ebenda) war einer der ganz großen Gesäuse-Pioniere und wird als solcher auch "Vater des Gesäuses" genannt.  
Es gab eine Reihe von [[Gesäuse-Pioniere]], die sich um die Erschließung dieser Bergwelt verdient gemacht hatten. [[Heinrich Heß]] (* [[29. Dezember]] [[1857]] in Wien; † [[12. August]] [[1946]] ebenda) war einer der ganz großen Gesäuse-Pioniere und wird als solcher auch "Vater des Gesäuses" genannt.  
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[[Datei:Geologische Karte der östlichen NKA.jpg|thumb|Geologische Karte der östlichen Nördlichen Kalkalpen.]]
[[Datei:Geologische Karte der östlichen NKA.jpg|thumb|Geologische Karte der östlichen Nördlichen Kalkalpen.]]
[[Datei:Geologie Gesäuseberge.jpg|thumb|Geologische Beschreibung der Nordwände der Gesäuseberge (von Westen/rechts nach Osten/links).]]
[[Datei:Geologie Gesäuseberge.jpg|thumb|Geologische Beschreibung der Nordwände der Gesäuseberge (von Westen/rechts nach Osten/links).]]
[[Datei:Lauferbauerbrücke471.JPG|thumb|Die unter [[Denkmalschutz]] stehende [[Lauferbauerbrücke]].]]
 
Geologisch betrachtet sind die Gesäuseberge Teil des [[Juvavische Decken|Juvavikums]] der [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]]. Einer Detailuntergliederung zufolge gehört der Großteil der ''Mürzalpen-Decke'' an. Diese tektonische Einheit reicht von den [[Haller Mauern]] im Westen bis zum Wiener Becken im Osten. Nur kleine Bereiche westlich des [[Hochtor (Ennstaler Alpen)|Hochtor]]s sind der ''Schneeberg-Decke'' zugehörig, die inselartig der Mürzalpen-Decke auflagert.
Geologisch betrachtet sind die Gesäuseberge Teil des [[Juvavische Decken|Juvavikums]] der [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]]. Einer Detailuntergliederung zufolge gehört der Großteil der ''Mürzalpen-Decke'' an. Diese tektonische Einheit reicht von den [[Haller Mauern]] im Westen bis zum Wiener Becken im Osten. Nur kleine Bereiche westlich des [[Hochtor (Ennstaler Alpen)|Hochtor]]s sind der ''Schneeberg-Decke'' zugehörig, die inselartig der Mürzalpen-Decke auflagert.
[[Datei:Gesause_6.jpg|thumb|Im Gesäuse]]


Vom [[Liegendes|Liegenden]] ins [[Hangendes|Hangende]] werden die Gesäuseberge folgendermaßen aufgebaut: Bis ca. 1.200 m Seehöhe bestehen sie aus [[Wettersteinkalk]], darüber folgt das Schieferband der [[Raibler Schichten]], im Anschluss der mehrere hundert Meter mächtige [[Hauptdolomit]] und die obersten etwa 500 m prägt der [[Dachsteinkalk]]. All diese Gesteinsformationen hatten ein flachmarines Bildungsmilieu. Die Felswände geben anhand der Fossilien noch heute Einblicke in diesen ca. 210 bis 235 Millionen Jahre vergangenen Lebensraum.
Vom [[Liegendes|Liegenden]] ins [[Hangendes|Hangende]] werden die Gesäuseberge folgendermaßen aufgebaut: Bis ca. 1.200 m Seehöhe bestehen sie aus [[Wettersteinkalk]], darüber folgt das Schieferband der [[Raibler Schichten]], im Anschluss der mehrere hundert Meter mächtige [[Hauptdolomit]] und die obersten etwa 500 m prägt der [[Dachsteinkalk]]. All diese Gesteinsformationen hatten ein flachmarines Bildungsmilieu. Die Felswände geben anhand der Fossilien noch heute Einblicke in diesen ca. 210 bis 235 Millionen Jahre vergangenen Lebensraum.
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[[Kategorie:Landschaft]]
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[[Kategorie:Gebirge]]  
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[[Kategorie:Ostalpen]]  
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[[Kategorie:Kalkalpen]]  
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[[Kategorie:Ennstaler Alpen|!]] 
[[Kategorie:Gesäuse|!]]
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[[Kategorie:Nationalpark Gesäuse]]
[[Kategorie:Nationalpark Gesäuse]]