Annakapelle: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Friedhofskapelle mit dem darunter liegenden Beinhaus (Karner) dürfte gleichzeitig oder unmittelbar nach der [[Stadtpfarrkirche Schladming]] zwischen [[1300]] und [[1350]] erbaut worden sein. Der vermutlich seit dem frühen [[14. Jahrhundert]] bestehende [[Friedhof Schladming|Friedhof]] und die [[Gotik|gotische]] Totenkapelle setzen ein altes Begräbnisrecht für die Kirche in Schladming voraus. Das ursprüngliche [[Patrozinium]] der heutigen Annakapelle ist nicht überliefert. Der Kapellenbau hatte das Patrozinium | Die Friedhofskapelle mit dem darunter liegenden Beinhaus (Karner) dürfte gleichzeitig oder unmittelbar nach der [[Stadtpfarrkirche Schladming]] zwischen [[1300]] und [[1350]] erbaut worden sein. Der vermutlich seit dem frühen [[14. Jahrhundert]] bestehende [[Friedhof Schladming|Friedhof]] und die [[Gotik|gotische]] Totenkapelle setzen ein altes Begräbnisrecht für die Kirche in Schladming voraus. Das ursprüngliche [[Patrozinium]] der heutigen Annakapelle ist nicht überliefert. Der Kapellenbau hatte das Patrozinium "Maria Geburt" und war vermutlich von Anfang an der [[Unser lieben Frauen Rosenkranz-Erzbruderschaft zu Schladming]] oder der [[Schladminger Rosenkranzbruderschaft]] zugedacht gewesen. Bis ins späte [[17. Jahrhundert]] wird sie als Kapelle der seligsten Jungfrau bezeichnet und war Gotteshaus der Marien- und Rosenkranzbruderschaft (Schladminger Rosenkranzbruderschaft) sowie für die örtlichen Bergknappen. | ||
[[1513]] weiht Bischof [[swiki:Berthold Pürstinger|Berthold Pürstinger]], [[swiki:Bischöfe vom Chiemsee|Bischof vom Chiemsee]] die Karnerkapelle samt einem Wolfgangsaltar. [[1520]] erfolgt die Weihe des Hauptaltars, der den Heiligen Maria, Anna, Barbara, Michael und Daniel geweiht ist, des rechten Seitenaltars Jakobus d. Ä., Erasmus und Christoph und des linken Seitenaltars der Heiligen Dionysius, Vitus und Florian. | [[1513]] weiht Bischof [[swiki:Berthold Pürstinger|Berthold Pürstinger]], [[swiki:Bischöfe vom Chiemsee|Bischof vom Chiemsee]] die Karnerkapelle samt einem Wolfgangsaltar. [[1520]] erfolgt die Weihe des Hauptaltars, der den Heiligen Maria, Anna, Barbara, Michael und Daniel geweiht ist, des rechten Seitenaltars Jakobus d. Ä., Erasmus und Christoph und des linken Seitenaltars der Heiligen Dionysius, Vitus und Florian. | ||
Im Laufe der Jahrhunderte musste die Annakapelle manche schwere Zeiten mitmachen, wie etwa während des [[Schladming: die Bauernkriege im Ennstal und die Zerstörung Schladmings|Bauernkrieges ]] im Jahre [[1525]], da durch Plünderungen | Im Laufe der Jahrhunderte musste die Annakapelle manche schwere Zeiten mitmachen, wie etwa während des [[Schladming: die Bauernkriege im Ennstal und die Zerstörung Schladmings|Bauernkrieges ]] im Jahre [[1525]], da durch Plünderungen "alles davongekommen sei". | ||
Die Schladminger [[Brände im Ennstal|Brandkatastrophen]] von [[Stadtbrand Schladming 1618|1618]] und [[1741]] verschonten auch die Annakapelle nicht und so wurde die mühsam und mit großen Opfern der gläubigen Bevölkerung geschaffene Einrichtung der Kapelle oftmals wieder zerstört. Um [[1630]] erfolgt der Wiederaufbau und gleichzeitig auch ein Wiederaufleben der Marienbruderschaft. | Die Schladminger [[Brände im Ennstal|Brandkatastrophen]] von [[Stadtbrand Schladming 1618|1618]] und [[1741]] verschonten auch die Annakapelle nicht und so wurde die mühsam und mit großen Opfern der gläubigen Bevölkerung geschaffene Einrichtung der Kapelle oftmals wieder zerstört. Um [[1630]] erfolgt der Wiederaufbau und gleichzeitig auch ein Wiederaufleben der Marienbruderschaft. | ||
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In baugeschichtlicher Hinsicht ist an der Nordwand der Kapelle heute noch der Verlauf der Stadtmauer erkennbar, die bis 1730 in den Baubestand der Kapelle eingebunden war. Die Stadt- bzw. Friedhofmauer erstreckte sich ursprünglich vom Kirchturm durch die Mitte des heutigen nördlichen Friedhofteiles und schloss direkt an die Mauer der Annakapelle an. Erst nach der Erweiterung des Friedhofes im Jahres 1730 ergab sich die Situierung der Kapelle, wie sie sich heute darstellt. | In baugeschichtlicher Hinsicht ist an der Nordwand der Kapelle heute noch der Verlauf der Stadtmauer erkennbar, die bis 1730 in den Baubestand der Kapelle eingebunden war. Die Stadt- bzw. Friedhofmauer erstreckte sich ursprünglich vom Kirchturm durch die Mitte des heutigen nördlichen Friedhofteiles und schloss direkt an die Mauer der Annakapelle an. Erst nach der Erweiterung des Friedhofes im Jahres 1730 ergab sich die Situierung der Kapelle, wie sie sich heute darstellt. | ||
Das einstige Heiligtum der Schladminger Rosenkranzbruderschaft war seit den Bestrebungen Kaiser Josephs II. zur Kirchenreform immer mehr der Gefahr ausgesetzt, geschlossen zu werden und schließlich zu verfallen. Am [[23. September]] [[1789]] richtete der Schladminger Vikar [[Johann Nepomuk Novak]] an seine vorgesetzte Kirchenbehörde den dringenden Appell, den Schließungsbefehl der Annankapelle doch zu überdenken, denn | Das einstige Heiligtum der Schladminger Rosenkranzbruderschaft war seit den Bestrebungen Kaiser Josephs II. zur Kirchenreform immer mehr der Gefahr ausgesetzt, geschlossen zu werden und schließlich zu verfallen. Am [[23. September]] [[1789]] richtete der Schladminger Vikar [[Johann Nepomuk Novak]] an seine vorgesetzte Kirchenbehörde den dringenden Appell, den Schließungsbefehl der Annankapelle doch zu überdenken, denn "''1. besitzt sie nichts, 2. ist sie nicht hinderlich, 3. steht sie über dem unterirdischen Gewölbe, wo die Todtenbeiner verschlossen sind, 4. die Niederreissung und Schuttwegräumung mehr kosten würde als der Vorteil davon beträgt, 5. als der einzige Einsetzungsort für Leichname bey epidemischen Krankheiten nothwendig ist.''" Schon drei Monate später richtete der Dechant von [[Haus]], Benedikt Estendorfer an den Bischof ebenfalls die dringende Bitte, sich für die Erhaltung der Annakapelle einzusetzen. | ||
Alle Interventionen und Bitten hatten aber keinen Erfolg und so wurde es still um die Annakapelle, die einst Inbegriff der Glaubensstärke vieler Schladminger war, die sich unter den Schutz Mariens in der Rosenkranzbruderschaft stellten. | Alle Interventionen und Bitten hatten aber keinen Erfolg und so wurde es still um die Annakapelle, die einst Inbegriff der Glaubensstärke vieler Schladminger war, die sich unter den Schutz Mariens in der Rosenkranzbruderschaft stellten. | ||
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Barbarafeier 2021 im Karner in der Annakapelle Schladming 02.jpg | Barbarafeier 2021 im Karner in der Annakapelle Schladming 02.jpg | ||
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Zu Ehren der heiligen [[Barbaratag|Barbara]], Patronin der Bergleute, findet seit [[2011]] im Karner eine Andacht der Schladminger Höhlenforscher statt. Am [[28. November]] [[2021]] fand die 10. Barbarafeier im kleinen Rahmen fanden Pfarrer [[Andreas Lechner]] sowie Obmann [[Anton Streicher|Toni Streicher]] bewegende Worte und erinnerten und stärkten auch in dieser herausfordernden Zeit das Vertrauen in ein | Zu Ehren der heiligen [[Barbaratag|Barbara]], Patronin der Bergleute, findet seit [[2011]] im Karner eine Andacht der Schladminger Höhlenforscher statt. Am [[28. November]] [[2021]] fand die 10. Barbarafeier im kleinen Rahmen fanden Pfarrer [[Andreas Lechner]] sowie Obmann [[Anton Streicher|Toni Streicher]] bewegende Worte und erinnerten und stärkten auch in dieser herausfordernden Zeit das Vertrauen in ein "Licht am Ende des Tunnels". [[Bürgermeister der Stadt Schladming|Bürgermeister]] [[Hermann Trinker (Politiker)|Hermann Trinker]] sowie Finanzstadtrat Alfred Trinker und Gemeinderat Thomas Kaserer mit weiteren Mitgliedern der Höhlenforscher im Schladminger Bergkittel brachten Fürbitten vor, Andreas Fischbacher untermalte diese stimmungsvolle Feier mit der Harmonika. Die Statue der hl. Barbara ist normalerweise im [[Stadtmuseum Schladming|Stadtmuseum ]] im [[Bruderladenhaus]] zu finden - immerhin ist sie über 200 Jahre alt - und nur für dieses besondere Ereignis geht sie alljährlich auf die Reise. | ||
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