Friedrich Simony: Unterschied zwischen den Versionen

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==Leben==
==Leben==
Bekannt ist nur sein Taufdatum, sein Geburtsdatum wird nicht erwähnt. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Forscher konnte nur aufgrund finanzieller Unterstützung von [[swiki:Erzherzog Ludwig Viktor]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> seine wissenschaftlichen Arbeiten durchführen. [[1840]] kam Friedrich Simony erstmals auf das Dachsteinplateau und begann mit der Erforschung der Geomorphologie und der acht [[Dachsteingletscher]] des [[Dachsteingebirge]]s. Besonders beeindruckt war er vom [[Hallstätter Gletscher|Karlseisfeld]], auf dem er dann auch [[1846]] mit den ersten exakten Eisbewegungsmessungen begann.  
Bekannt ist nur sein Taufdatum, sein Geburtsdatum wird nicht erwähnt. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Forscher konnte nur aufgrund finanzieller Unterstützung von Erzherzog [[swiki:Ludwig Viktor von Österreich]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> seine wissenschaftlichen Arbeiten durchführen. [[1840]] kam Friedrich Simony erstmals auf das [[Dachsteinplateau]] und begann mit der Erforschung der Geomorphologie und der acht [[Dachsteingletscher]] des Dachsteinmassivs. Besonders beeindruckt war er vom [[Hallstätter Gletscher|Karlseisfeld]], auf dem er dann auch [[1846]] mit den ersten exakten Eisbewegungsmessungen begann.  


[[1843]] erreichte er nach zweitägigem Aufstieg mit zwei Begleitern den Gipfel des [[Hoher Dachstein|Dachsteins]] ([[15. September|15.]] bis [[17. September]]). Er verbrachte die Nacht am Gipfel, bevor er wieder abstieg.  
[[1843]] erreichte er nach zweitägigem Aufstieg mit zwei Begleitern den Gipfel des [[Hoher Dachstein|Dachsteins]] ([[15. September|15.]] bis [[17. September]]). Er verbrachte die Nacht auf dem Gipfel, bevor er wieder abstieg.  


Es folgten zwei Winteraufenthalte mit weiteren Besteigungen des Hohen Dachsteins. Im Winter [[1846]]/[[1847|47]] war er längere Zeit im Dachsteingbirge und bestieg dabei insgesamt vier Mal den Gipfel des Hohen Dachsteins. Bei seinem zweiten Winteraufenthalt prägte er den Begriff ''Dachsteinkalk'', der in die geologische Literatur einging. Die Besteigungen des Hohen Dachsteins waren am [[14. Jänner|14.]], [[29. Jänner]], [[4. Februar|4.]] und [[6. Februar]] 1847.
Es folgten zwei Winteraufenthalte mit weiteren Besteigungen des Hohen Dachsteins. Im Winter [[1846]]–[[1847]] war er längere Zeit im Dachsteinggebirge und bestieg dabei insgesamt vier Mal den Gipfel des Hohen Dachsteins. Bei seinem zweiten Winteraufenthalt prägte er den Begriff „[[Dachsteinkalk]]“, der in die geologische Literatur einging. Die Besteigungen des Hohen Dachsteins waren am [[14. Jänner|14.]], [[29. Jänner]], [[4. Februar|4.]] und [[6. Februar]] 1847.


Diese Feldforschungen führte er bis [[1890]] durch und bestieg damals 77-jährig zum letzten Mal den Dachsteingipfel. Die Krönung seiner Arbeit war schließlich sein Buch ''Das Dachsteingebiet'', das [[1895]] erschien. Simony dokumentierte den [[Schladminger Gletscher]], der als [[Kar]]-Karstgletscher bezeichnet wird, mehrfach − sowohl mit Bleistiftskizzen als auch mit Aquarellen und Fotografien.
Diese Feldforschungen führte er bis [[1890]] durch und bestieg, damals 77-jährig, zum letzten Mal den Dachsteingipfel. Die Krönung seiner Arbeit war schließlich sein Buch „Das Dachsteingebiet“, das [[1895]] erschien. Simony dokumentierte den [[Schladminger Gletscher]], der als [[Kar]]-Karstgletscher bezeichnet wird, mehrfach − sowohl mit Bleistiftskizzen als auch mit Aquarellen und Fotografien.


Sein Aufzeichnungssystem umfasste Skizzen, Fotografien und Messpunkte im Fels. Damit untersuchte er das Karlseisfeld (Hallstätter Gletscher) immer wieder. Unterhalb dieser Gletscherzunge befand sich sein erster Unterstand, aus dem später die [[Simonyhütte]] wurde. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten, die unter anderem auch Messungen enthielten, fertigte Simony vor allem aber auch durch unzählige Graphiken und Fotos an. Diese dokumentieren die Zeit des letzten Gletscherhöchststandes im Zeitraum zwischen 1850 und 1880. [[1875]] nahm Simony erstmals einen Fotografen, [[Alois Elsenwenger]], mit auf den Dachstein. Simony, damals bereits über 60 Jahre alt. Erstmals [[1877]] veröffentlichte er dann seine Lichtbilder. Aus der Quelle geht nicht klar hervor, ob Simony vor 1875 schon selbst fotografiert hatte oder ob die ersten Bilder erst 1875 entstanden.
Sein Aufzeichnungssystem umfasste Skizzen, Fotografien und Messpunkte im Fels. Damit untersuchte er das Karlseisfeld (Hallstätter Gletscher) immer wieder. Unterhalb dieser Gletscherzunge befand sich sein erster Unterstand, aus dem später die [[Simonyhütte]] wurde. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten, die unter anderem auch Messungen enthielten, fertigte Simony vor allem aber auch durch unzählige Graphiken und Fotos an. Diese dokumentieren die Zeit des letzten Gletscherhöchststandes im Zeitraum zwischen [[1850]] und [[1880]]. [[1875]] nahm Simony erstmals einen Fotografen, [[Alois Elsenwenger]], mit auf den Dachstein. Simony war damals bereits über 60 Jahre alt. Erstmals [[1877]] veröffentlichte er dann seine Lichtbilder. Aus der Quelle geht nicht klar hervor, ob Simony vor 1875 schon selbst fotografiert hatte oder ob die ersten Bilder erst 1875 entstanden.


Das Besondere an den Dokumenten von Simony ist, dass bei den Fotografien nicht in erster Linie darauf geachtet wurde, den für den Bildausschnitt, den Stand der Sonne usw. optimalen Ort für die Kameraposition zu eruieren, sondern dass er bestimmte Stellen aus wissenschaftlichem Interesse stets aufs Neue aufgesucht hatte. Diese hielt er fotografisch bei fast jedem Wetter fest. Der Vergleich zwischen diesen einzelnen Bildern stellen eben den glaziologischen Mehrwert dar, der für die Forschung noch heute von Bedeutung ist. Trotzdem dürfte Simony gerade bei den publizierten Fotografien großes Interesse gehabt haben, überwältigende Eindrücke dieser Bergwelt festzuhalten.  
Das Besondere an den Dokumenten von Simony ist, dass bei den Fotografien nicht in erster Linie darauf geachtet wurde, den für den Bildausschnitt, den Stand der Sonne usw. optimalen Ort für die Kameraposition zu eruieren, sondern dass er bestimmte Stellen aus wissenschaftlichem Interesse stets aufs Neue aufgesucht hatte. Diese hielt er fotografisch bei fast jedem Wetter fest. Der Vergleich zwischen diesen einzelnen Bildern stellen eben den glaziologischen Mehrwert dar, der für die Forschung noch heute von Bedeutung ist. Trotzdem dürfte Simony gerade bei den publizierten Fotografien großes Interesse gehabt haben, überwältigende Eindrücke dieser Bergwelt festzuhalten.  
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Seine Eltern waren nicht verheiratet. Sein Vater, der sich nicht zu seinem Sohn bekannte, starb früh.  
Seine Eltern waren nicht verheiratet. Sein Vater, der sich nicht zu seinem Sohn bekannte, starb früh.  


Am [[2. August]] [[1851]] heiratete er Amalie Katharina [[swiki:Krackowizer]] (* 2. Juli 1821 in Wels, [[Oberösterreich]]; † 14. Mai 1877 in Wien) in Thalheim bei Wels. Amalie gebar Friedrich zwei Söhne, am 23. April 1852 [[Oskar Simony|Oskar]] und am 15. Mai 1854 [[Arthur Simony|Arthur]]. Eine 1858  
Am [[2. August]] [[1851]] heiratete er Amalie Katharina [[swiki:Krackowizer]] (* [[2. Juli]] [[1821]] in Wels, [[OÖ]].; † [[14. Mai]] [[1877]] in Wien) in Thalheim bei Wels. Amalie gebar Friedrich zwei Söhne, [[Oskar Simony|Oskar]] und [[Arthur Simony|Arthur]]. Eine [[1858]] geborene Tochter verstarb wenige Wochen nach der Geburt. Amalie litt an einer Geisteskrankheit.  
geborene Tochter verstarb „wenige Wochen nach der Geburt.“ Amalie litt an einer Geisteskrankheit.  


Kurz vor seinem 83. Geburtstag stirbt Friedrich Simony, erblindet und an den Rollstuhl gefesselt, in St. Gallen in der Steiermark.
Kurz vor seinem 83. Geburtstag stirbt Friedrich Simony, erblindet und an den Rollstuhl gefesselt, in St. Gallen in der Steiermark.


== Gedenken an Simony ==
== Gedenken an Simony ==
In Österreich: [[Simonyhütte]], Simonyhöhle, Simonywarte, [[Simonyscharte]], ein Simony-Gedenkstein in [[swiki:Hallstatt]], Simonystraßen in Wien, Linz und in anderen Gemeinden Österreichs, in der [[swiki:Venedigergruppe]] der[[swiki:Hohen Tauern|swiki:Hohen Tauern]] gibt es zwei Simonyspitzen, eine Simonyschneide und ein Simonykees;
In Österreich: Simonyhütte, Simonyhöhle, Simonywarte, [[Simonyscharte]], ein Simony-Gedenkstein in [[swiki:Hallstatt]], Simonystraßen in Wien, Linz und in anderen Gemeinden Österreichs, in der [[swiki:Venedigergruppe]] der [[swiki:Hohen Tauern|swiki:Hohen Tauern]] gibt es zwei Simonyspitzen, eine Simonyschneide und ein Simonykees (kees = Gletscher);


Das „Hotel Simony" ein Begriff, ein winzige Unterstandshöhle im [[Wildkar]] unterhalb der heutigen Simonyhütte. [[1843]] hatte Simony selbst diesen Rastplatz 1843 errichtet, der dann von den Dachsteinpionieren seiner Zeit scherzhaft „Hotel" betitelt wurde.
Das „Hotel Simony“ eine Bezeichnung für eine winzige Unterstandshöhle im Wildkar nördlich der heutigen Simonyhütte. [[1843]] hatte Simony selbst diesen Rastplatz errichtet, der dann von den Dachsteinpionieren seiner Zeit scherzhaft „Hotel“ betitelt wurde.


Der Simonygletscher im Nördlichen Polarmeer auf dem Franz-Josef-Land wurde nach dem Forscher benannt. „Simonyit" ist ein seltenes Begleitmineral des Steinsalzes (Natrium-Magnesium-Sulfat), das ebenfalls nach ihm benannt wurde.
Der Simonygletscher im nördlichen Polarmeer auf dem Franz-Josef-Land wurde nach dem Forscher benannt. „Simonyit“ ist ein seltenes Begleitmineral des Steinsalzes (Natrium-Magnesium-Sulfat), das ebenfalls nach ihm benannt wurde.


Am [[3. September]] [[1887]] brachten Hallstätter Bergführer eine [[Gedenktafel Friedrich Simony]] am Gipfel des Hohen Dachsteins an.
Am [[3. September]] [[1887]] brachten Hallstätter Bergführer eine [[Gedenktafel Friedrich Simony]] auf dem Gipfel des Hohen Dachsteins an.


== Ausstellung ==
=== Ausstellung ===
Von Juni bis Oktober 2013 fand im [[Museum Hallstatt]] die Sonderausstellung "[[Dachsteinpionier und Wissenschaftler – Friedrich Simony zum 200. Geburtstag]]" statt.
Von Juni bis Oktober [[2013]] fand im [[Museum Hallstatt]] die Sonderausstellung "[[Dachsteinpionier und Wissenschaftler – Friedrich Simony zum 200. Geburtstag]]" statt.


== Gedächtnisfeier ==
=== Gedächtnisfeier ===
In [[St. Gallen]] fand am [[14. November]] [[2013]] eine [[Gedächtnisfeier zum 200. Geburtstag von Friedrich Simony]] statt.
In [[St. Gallen]] fand am [[14. November]] [[2013]] eine [[Gedächtnisfeier zum 200. Geburtstag von Friedrich Simony]] statt.
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== Bilder ==
== Bilder ==
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{{Commonscat|Friedrich Simony}}
{{Commonscat|Friedrich Simony}}
== Literatur ==
== Literatur ==
* Friedrich Simony: ''Das Dachsteingebiet. Ein geographisches Charakterbild aus den österreichischen Nordalpen. Nach eigenen photographischen und Freihandaufnahmen illustriert und beschrieben'', Wien, 1895, im Internet abrufbar unter [http://www.literature.at/viewer.alo?objid=25367&viewmode=fullscreen&rotate=&scale=3.33&page=1 www.literature.at]
* Friedrich Simony: „Das Dachsteingebiet. Ein geographisches Charakterbild aus den österreichischen Nordalpen. Nach eigenen photographischen und Freihandaufnahmen illustriert und beschrieben“, Wien, 1895, im Internet abrufbar unter [https://austria-forum.org/web-books/dasdachsteingebiet00de1895iicm/ev0001 austria-forum.org/web-books]
 
* „[[Ansichten vom Ewigen Eis]], die Geschichte der Dachsteingletscher in Bildern und Texten“, mit zahlreichen Zeichnungen und Bildern von Friedrich Simony
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==Quellen==
==Quellen==
* Internetseiten
* [https://opac.geologie.ac.at/wwwopacx/wwwopac.ashx?command=getcontent&server=images&value=BR0102_A.pdf opac.geologie.ac.at], pdf, "Die frühen Jahre des Dachsteinpioniers"
* Buch: ''Das Salzkammergut'' von Kristian Sotriffer, mit Beiträgen von Franz Carl Lipp und Karl Lukan, erschienen 1969 im Oberösterreichischen Landesverlag
* Kristian Sotriffer: „Das [[Salzkammergut]]“, mit Beiträgen von Franz Carl Lipp und Karl Lukan, erschienen 1969 im Oberösterreichischen Landesverlag
* Buch: ''Die Weite des Eises, Arktis und Alpen von 1860 bis heute'', Hrsg. Monika Faber, Albertina, Wien, 2008, ISBN 978-3-7757-2252-0
* „Die Weite des Eises, Arktis und Alpen von 1860 bis heute“, Hrsg. Monika Faber, Albertina, Wien, 2008, ISBN 978-3-7757-2252-0
* [https://www.zobodat.at/pdf/STAPFIA_0043_0009-0041.pdf www.landesmuseum.at Ein Leben für den Dachstein von Prof. Rudolf Lehr]
* [https://www.zobodat.at/pdf/STAPFIA_0043_0009-0041.pdf www.landesmuseum.at Ein Leben für den Dachstein von Prof. Rudolf Lehr]
* Stammbaum der Familie [[Benutzer:Peter Krackowizer]]
* Stammbaum der Familie [[Benutzer:Peter Krackowizer]]
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[[Kategorie:Person (Alpinismus)]]
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[[Kategorie:Gestorben 1896]]
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