Karl Eisler: Unterschied zwischen den Versionen

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==Leben==
==Leben==
Er kam als Sohn des jüdischen Einwanderer [[Emanuel Eisler]] und dessen Frau Marie zur Welt. Seine Brüder waren unter anderen [[Sigmund Eisler|Sigmund]] und [[Adolf Eisler|Adolf]], beide Opfer des Nationalsozialismus.
[[Datei:Karl eisler.jpg|mini|Karl Eisler, ca 1925]]
[[Datei:Karl Eisler.jpg|mini|Karl Eisler, ca 1925 und Karl Eisler ca. 1945]]
Karl Eisler wurde als eines von zehn Kindern des Emanuel und Maria Eisler geboren. Seine Brüder waren unter anderen Sigmund und Adolf, beide Opfer des [[Nationalsozialismus]].
Karl Eisler besuchte ab dem [[1. Oktober 1893]] die vierklassige gemischte Volksschule in [[Liezen]]. Karl konvertierte zum katholischen Glauben und wurde am [[21. August]] [[1920]] in Liezen in der katholischen Kirche getauft.


Karl Eisler fertigte tausende Fotos zwischen [[Admont]] und [[swiki:Bischofshofen]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> an.  
Am [[10. Dezember]] [[1923]] heiratete er die röm.-kath. Maria/Marie, geb. Koller (*[[27. Jänner]] [[1890]] in St. Peter am Ottersbach (Südoststeiermark)) in [[Schladming]]. Das Ehepaar hatte zwei Kinder. Maria (*[[8. Dezember]] [[1921]] in Salzburg) und Karl jr. ([[1. März]] [[1924]] in [[Schladming]]). Beide Kinder wurden katholisch getauft.  


Karl ließ sich [[1921]] taufen und heiratete am [[10. Dezember]] [[1923]] die Schustermeistertochter [[Maria Koller]] aus [[Schladming]]. Das Paar hatte zwei Kinder.
Die Familie lebte in [[Schladming]]. Karl Eisler führte ein eigenes Fotogeschäft und Fotostudio am Hauptplatz 17. Ab [[1929]] lebte er mit seiner Familie in dem von ihnen von [[Johann Angerer]] erworbenen Wohnhaus Dachsteingasse 100.
Er hatte ein Fotostudio am [[Hauptplatz (Schladming)|Hauptplatz]] 17 in Schladming und kaufte später von Kaufmann [[Johann Angerer (Kaufmann)|Johann Angerer]] in der [[Dachsteingasse (Schladming)|Dachsteingasse]] das [[Dörflenhäusl]] Nr. 100. Nach dem [[swiki:Anschluss]] im Jahr [[1938]] sah er sich gezwungen Schladming zu verlassen, verkaufte das Haus an den Gemüsehändler [[Erich Knaus]] und zog mit seiner Familie nach Wien.


Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] kam er nach Schladming zurück und versuchte den Verkauf des Hauses rückgängig zumachen. Nach Information des Heimathistorikers Heribert Thaler bei Ausstellung "100 Jahre Schladming" in der Hohenhaustenne musste der Kaufpreis nochmals bezahlt werden.
Durch seine Heirat mit der als Arierin geltenden Maria/Marie Eisler, geb. Koller lebte Karl Eisler während der NS Zeit in „privilegierter Mischehe“. (1)
 
[[1938]] musste die Familie unter dem Druck der politischen Verhältnisse [[Schladming]] verlassen. Das Haus der Familie wurde arisiert durch den Gemüsehändler Erich Knaus. Die Familie versuchte in Folge, durch verschiedene Wohnungswechsel in Wien unterzutauchen. Karl Eisler und sein Sohn konnten zweimal einer Verhaftung entgehen, wurden zwangsweise als Arbeiter im Straßenbau eingesetzt. Die Gesundheit von Karl Eisler litt dadurch enorm. [[19. Dezember]] [[1945]] verstarb Karl Eisler überraschend bei einem Aufenthalt in [[Schladming]] und wurde auf dem kath. Friedhof beerdigt. Die Familie erfuhr von seinem Tod erst nach dem Begräbnis. (2)
 
Nach dem Krieg erwirkte Karl Eisler in einem Restitutionsverfahren, dass Knaus einem Vergleich für das arisierte Haus (Dachsteingasse 100) zustimmte. (3)
 


==Quellen==
==Quellen==
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* [[Stadtarchiv Liezen]] und dessen Verfasser [[Karl Hödl]]
* [[Stadtarchiv Liezen]] und dessen Verfasser [[Karl Hödl]]
* [https://www.doew.at Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes]
* [https://www.doew.at Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes]
 
* 1) Heribert Thaller, Schladming, Mitteilung
==== Fußnote ====
* 2) Edith Kohlross, geb. Eisler, Enkelin Karl Eisler
<references/>
* 3) Nationalfonds
* Fotos: Das steirische Ennstal von 1918-1938, Dissertation, Zölß


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Version vom 22. April 2023, 16:13 Uhr

Karl Eisler (* 21. Jänner 1888 in Liezen;† 19. Dezember 1945 in Schladming) war Fotograf und wurde ein Opfer des Nationalsozialismus.

Leben

Karl Eisler, ca 1925
Karl Eisler, ca 1925 und Karl Eisler ca. 1945

Karl Eisler wurde als eines von zehn Kindern des Emanuel und Maria Eisler geboren. Seine Brüder waren unter anderen Sigmund und Adolf, beide Opfer des Nationalsozialismus.

Karl Eisler besuchte ab dem 1. Oktober 1893 die vierklassige gemischte Volksschule in Liezen. Karl konvertierte zum katholischen Glauben und wurde am 21. August 1920 in Liezen in der katholischen Kirche getauft.

Am 10. Dezember 1923 heiratete er die röm.-kath. Maria/Marie, geb. Koller (*27. Jänner 1890 in St. Peter am Ottersbach (Südoststeiermark)) in Schladming. Das Ehepaar hatte zwei Kinder. Maria (*8. Dezember 1921 in Salzburg) und Karl jr. (1. März 1924 in Schladming). Beide Kinder wurden katholisch getauft.

Die Familie lebte in Schladming. Karl Eisler führte ein eigenes Fotogeschäft und Fotostudio am Hauptplatz 17. Ab 1929 lebte er mit seiner Familie in dem von ihnen von Johann Angerer erworbenen Wohnhaus Dachsteingasse 100.

Durch seine Heirat mit der als Arierin geltenden Maria/Marie Eisler, geb. Koller lebte Karl Eisler während der NS Zeit in „privilegierter Mischehe“. (1)

1938 musste die Familie unter dem Druck der politischen Verhältnisse Schladming verlassen. Das Haus der Familie wurde arisiert durch den Gemüsehändler Erich Knaus. Die Familie versuchte in Folge, durch verschiedene Wohnungswechsel in Wien unterzutauchen. Karl Eisler und sein Sohn konnten zweimal einer Verhaftung entgehen, wurden zwangsweise als Arbeiter im Straßenbau eingesetzt. Die Gesundheit von Karl Eisler litt dadurch enorm. 19. Dezember 1945 verstarb Karl Eisler überraschend bei einem Aufenthalt in Schladming und wurde auf dem kath. Friedhof beerdigt. Die Familie erfuhr von seinem Tod erst nach dem Begräbnis. (2)

Nach dem Krieg erwirkte Karl Eisler in einem Restitutionsverfahren, dass Knaus einem Vergleich für das arisierte Haus (Dachsteingasse 100) zustimmte. (3)


Quellen