Selzthal: Unterschied zwischen den Versionen
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Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Selzthal von einem Bevölkerungsrückgang betroffen ist. Seit dem Höchststand [[1961]] mit 2 681 Einwohnern hat sich die Bevölkerungszahl durch eine negative Geburtenbilanz einerseits und andererseits zum größten Teil durch eine negative Wanderungsbilanz verringert. Dies und die demographische | Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Selzthal von einem Bevölkerungsrückgang betroffen ist. Seit dem Höchststand [[1961]] mit 2 681 Einwohnern hat sich die Bevölkerungszahl durch eine negative Geburtenbilanz einerseits und andererseits zum größten Teil durch eine negative Wanderungsbilanz verringert. Dies und die demographische | ||
Zusammensetzung der Gemeinde (der Anteil der jungen Altersgruppe ist unterdurchschnittlich niedrig) lassen auf eine Abwanderung der vor Allem jungen Bevölkerung schließen. Mögliche Gründe für die Abwanderung bieten die im Kapitel "Wirtschaftsdaten" dargestellten Zahlen. | Zusammensetzung der Gemeinde (der Anteil der jungen Altersgruppe ist unterdurchschnittlich niedrig) lassen auf eine Abwanderung der vor Allem jungen Bevölkerung schließen. Mögliche Gründe für die Abwanderung bieten die im Kapitel "Wirtschaftsdaten" dargestellten Zahlen. | ||
=== Siedlungsgeschichte === | |||
Waren es in früherer Zeit ländlich geprägte Einzelsiedlungen, weit verstreut an Hängen, die das Erscheinungsbild der Gemeinde formten, sind es heute noch typische | Waren es in früherer Zeit ländlich geprägte Einzelsiedlungen, weit verstreut an Hängen, die das Erscheinungsbild der Gemeinde formten, sind es heute noch typische | ||
Eisenbahnkasernen des [[20. Jahrhundert]]s, Schrebergärten und die wachsende Siedlung Neulassing mit ihren Einfamilienhäusern.<ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 40.</ref> | Eisenbahnkasernen des [[20. Jahrhundert]]s, Schrebergärten und die wachsende Siedlung Neulassing mit ihren Einfamilienhäusern.<ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 40.</ref> | ||
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Für den Nordosten der Gemeinde ist zu sagen, dass die Siedlungsentwicklung erst relativ spät begonnen hat, weil die Altarme der Palten diese verhindert hatten. Dort | Für den Nordosten der Gemeinde ist zu sagen, dass die Siedlungsentwicklung erst relativ spät begonnen hat, weil die Altarme der Palten diese verhindert hatten. Dort | ||
finden wir einen relativ steilen Hang, der schlagartig in die stark vernässten Paltenwiesen übergeht. Dies hatte zur Folge, dass lange Zeit Einzelsiedlungen nur entlang der Straße am Hangfuß gebaut worden sind. Hier gab es noch lange Zeit mit Schilf bedeckte Flächen. Ausnahmen waren Schrebergärten. Neben dem Hang gibt es noch Schwemmkegel, auf denen sich Bauernhöfe befinden, die teilweise ihren Ursprung im [[13. Jahrhundert|13.]] und [[14. Jahrhundert]] haben. Landwirtschaftliche Betriebe wurden später oftmals aufgegeben, wodurch die ÖBB die Grundstücke aufkauften und Mehrfamilienhäuser errichteten. Heute ist der Nordosten von Selzthal also von Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie von Schrebergärten geprägt. Außerdem ist noch die Hüttensiedlung am nordöstlichsten Rand zu nennen, der damals aufgrund seiner Lage in einem [[Landschaftsschutzgebiet]] nicht unumstritten war. Die funktionale Ausstattung der Gemeinde konzentriert sich freilich auf das Zentrum rund um den Bahnhof, der Nordosten weist aber dennoch einige wichtige Funktionen auf. Beispiele dafür sind der Friedhof, das neue Schwimmbad, der Eislaufplatz, Tennisplätze und der Fußballplatz. Grund dafür sind auch Überlegungen bezüglich der Entlastung im Zentrum. So wurde beispielsweise der alte Fußballplatz in der Nähe des Bahnhofes aufgelassen, um freie Flächen für Wohnungen zu ermöglichen.<ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S- 56-58.</ref> | finden wir einen relativ steilen Hang, der schlagartig in die stark vernässten Paltenwiesen übergeht. Dies hatte zur Folge, dass lange Zeit Einzelsiedlungen nur entlang der Straße am Hangfuß gebaut worden sind. Hier gab es noch lange Zeit mit Schilf bedeckte Flächen. Ausnahmen waren Schrebergärten. Neben dem Hang gibt es noch Schwemmkegel, auf denen sich Bauernhöfe befinden, die teilweise ihren Ursprung im [[13. Jahrhundert|13.]] und [[14. Jahrhundert]] haben. Landwirtschaftliche Betriebe wurden später oftmals aufgegeben, wodurch die ÖBB die Grundstücke aufkauften und Mehrfamilienhäuser errichteten. Heute ist der Nordosten von Selzthal also von Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie von Schrebergärten geprägt. Außerdem ist noch die Hüttensiedlung am nordöstlichsten Rand zu nennen, der damals aufgrund seiner Lage in einem [[Landschaftsschutzgebiet]] nicht unumstritten war. Die funktionale Ausstattung der Gemeinde konzentriert sich freilich auf das Zentrum rund um den Bahnhof, der Nordosten weist aber dennoch einige wichtige Funktionen auf. Beispiele dafür sind der Friedhof, das neue Schwimmbad, der Eislaufplatz, Tennisplätze und der Fußballplatz. Grund dafür sind auch Überlegungen bezüglich der Entlastung im Zentrum. So wurde beispielsweise der alte Fußballplatz in der Nähe des Bahnhofes aufgelassen, um freie Flächen für Wohnungen zu ermöglichen.<ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S- 56-58.</ref> | ||
<!-- === Geologie === --> | |||
<!-- === Religionen === --> | |||
== Geschichte ==</noinclude> | == Geschichte ==</noinclude> | ||
: ''Hauptartikel [[Selzthal Geschichte]] | : ''Hauptartikel [[Selzthal Geschichte]] | ||
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==== Der Bahnverkehr als Lebensader der Gemeinde ==== | ==== Der Bahnverkehr als Lebensader der Gemeinde ==== | ||
Ernsthafte Bedeutung erreichte Selzthal jedoch erst durch den Bau der Eisenbahn im 19. und 20. Jahrhundert. Anhand der geographischen Lage wird die verkehrsgeographische Bedeutung der Gemeinde verdeutlicht. Denn sie ermöglicht Zugverbindungen in alle vier Himmelsrichtungen. Richtung Norden führt die Eisenbahn nach Linz, Richtung Osten | Ernsthafte Bedeutung erreichte Selzthal jedoch erst durch den Bau der Eisenbahn im 19. und 20. Jahrhundert. Anhand der geographischen Lage wird die verkehrsgeographische Bedeutung der Gemeinde verdeutlicht. Denn sie ermöglicht Zugverbindungen in alle vier Himmelsrichtungen. Richtung Norden führt die Eisenbahn nach Linz, Richtung Osten erreichte man Amstetten, die Bahnstrecke nach Süden führt nach Graz, und die westliche Bahnstrecke erschließt das Ennstal und führt weiter nach Salzburg. Selzthal ist also Bahnknotenpunkt für zahlreiche Schnell- und Regionalzüge. Des Weiteren kann der Ort als „Zugbildebahnhof“ für ausgehende Reise- und Güterzüge und als „Unterwegsbahnhof“ für durchgehende Reise- und Güterzüge bezeichnet werden.<ref>WIESINGER Kurt, Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 37-38; Parth, Martin (Hg.), Chronik Selzthal. Selzthal 2003, S. 172. </ref> | ||
erreichte man Amstetten, die Bahnstrecke nach Süden führt nach Graz, und die westliche Bahnstrecke erschließt das Ennstal und führt weiter nach Salzburg. Selzthal ist also Bahnknotenpunkt für zahlreiche Schnell- und Regionalzüge. Des Weiteren kann der Ort als „Zugbildebahnhof“ für ausgehende Reise- und Güterzüge und als „Unterwegsbahnhof“ für durchgehende Reise- und Güterzüge bezeichnet werden.<ref>WIESINGER Kurt, Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 37-38; Parth, Martin (Hg.), Chronik Selzthal. Selzthal 2003, S. 172. </ref> | |||
==== Rückgang der Bedeutung als Bahnknotenpunkt - Sparmaßnahmen ==== | ==== Rückgang der Bedeutung als Bahnknotenpunkt - Sparmaßnahmen ==== | ||
Grundsätzlich findet jedoch ein stetiger Rückgang der Beschäftigungszahlen statt. Dies ist einerseits der zunehmenden Bedeutung von Hochtechnologien geschuldet, andererseits sind es vor Allem Sparmaßnahmen seitens der ÖBB. Diese beinhalten Schließungen wie bspw. die Service-Werkstätte, die Arbeitsplatzverluste und eine Standortgefährdung mit sich bringen. Wie wichtig die Eisenbahn für die Gemeinde Selzthal ist, verdeutlicht die Tatsache, dass ein wesentlicher Teil der ÖBB-Arbeitsplätze von Einwohnern der Gemeinde besetzt sind. Die Arbeitsstättenzählung der Statistik Austria aus dem Jahre 2001 zeigt, dass von den 701 Beschäftigten der Gemeinde 551 im Verkehr und in der | Grundsätzlich findet jedoch ein stetiger Rückgang der Beschäftigungszahlen statt. Dies ist einerseits der zunehmenden Bedeutung von Hochtechnologien geschuldet, andererseits sind es vor Allem Sparmaßnahmen seitens der ÖBB. Diese beinhalten Schließungen wie bspw. die Service-Werkstätte, die Arbeitsplatzverluste und eine Standortgefährdung mit sich bringen. Wie wichtig die Eisenbahn für die Gemeinde Selzthal ist, verdeutlicht die Tatsache, dass ein wesentlicher Teil der ÖBB-Arbeitsplätze von Einwohnern der Gemeinde besetzt sind. Die Arbeitsstättenzählung der Statistik Austria aus dem Jahre 2001 zeigt, dass von den 701 Beschäftigten der Gemeinde 551 im Verkehr und in der Nachrichtenübermittlung arbeiteten. Der [[Bürgermeister der Gemeinde Selzthal|Bürgermeister]] der Gemeinde, [[Alois Eckmann]] sagt dazu: „''Unsere gesamte Infrastruktur ist auf die Eisenbahn zugeschnitten. Praktisch alle verwertbaren Flächen sind von den ÖBB besetzt, da ist es beinahe unmöglich, neue Betriebe und damit neue Arbeitsplätze in den Ort zu bekommen.''“ Und weiter: „''Wenn die Bahn aus Selzthal abwandert, stirbt ein ganzer Ort mit.''“ | ||
Nachrichtenübermittlung arbeiteten. Der [[Bürgermeister der Gemeinde Selzthal|Bürgermeister]] der Gemeinde, [[Alois Eckmann]] sagt dazu: „''Unsere gesamte Infrastruktur ist auf die Eisenbahn zugeschnitten. Praktisch alle verwertbaren Flächen sind von den ÖBB besetzt, da ist es beinahe unmöglich, neue Betriebe und damit neue Arbeitsplätze in den Ort zu bekommen.''“ Und weiter: „''Wenn die Bahn aus Selzthal abwandert, stirbt ein ganzer Ort mit.''“ | |||
Auch der Verschub ist immer wieder Thema der Einsparungen.<ref>Parth, Martin (Hg.), Chronik Selzthal. Selzthal 2003, S. 172; http://www.kleinezeitung.at/steiermark/liezen/476891/index.do; http://www.kleinezeitung.at/steiermark/liezen/oeblarn/2586235/oebb-sparen-selzthal.story; http://www.krone.at/Nachrichten/OeBB_ueberlegen_Abzug_des_Verschub-Bahnhofs-Angst_in_Selzthal-Story-170931; http://www.statistik.at/blickgem/az1/g61243.pdf.</ref> | Auch der Verschub ist immer wieder Thema der Einsparungen.<ref>Parth, Martin (Hg.), Chronik Selzthal. Selzthal 2003, S. 172; http://www.kleinezeitung.at/steiermark/liezen/476891/index.do; http://www.kleinezeitung.at/steiermark/liezen/oeblarn/2586235/oebb-sparen-selzthal.story; http://www.krone.at/Nachrichten/OeBB_ueberlegen_Abzug_des_Verschub-Bahnhofs-Angst_in_Selzthal-Story-170931; http://www.statistik.at/blickgem/az1/g61243.pdf.</ref> | ||
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==Quellen== | ==Quellen== | ||
* Lumpe, Heinrich: Lumpe, Josefine: ''Im Land der steirischen Enns'', Liezen, 1988 | * Lumpe, Heinrich: Lumpe, Josefine: ''Im Land der steirischen Enns'', Liezen, 1988 | ||
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* {{Wikipedia-de|Selzthal}} | * {{Wikipedia-de|Selzthal}} | ||
==== Einzelnachweise ==== | |||
<references/> | <references/> | ||
{{Städte und Gemeinden im Bezirk Liezen}} | {{Städte und Gemeinden im Bezirk Liezen}} | ||