Ostern: Unterschied zwischen den Versionen

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== Schladming ==
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Viele Häuser im Vorfeld des alten Ortsgebietes von [[Schladming] besassen Stallungen, in erster Linie wurden wohl Hühner gehalten. Daher war es am Palmsonntag üblich, dass die Palmbuschenträger Haus und Hof dreimal umschreiten mussten, um so das Anwesen zu „umzäunen“, damit Hühnerdiebe wie Fuchs, Iltis oder gar Geier nicht an das Federvieh herankommen sollten. Dabei wurden neben allgemeinen Gebeten auch besondere Sprüche gesagt wie „heilige Philomena, hüat ma meine Henna vor Fuchsschwanz, Oitesg'stank und Geierschnabel Amen“ (mit dem mundartlichen Ausdruck „Oites“ ist der Iltis gemeint).
Viele Häuser im Vorfeld des alten Ortsgebietes von [[Schladming]] besaßen Stallungen, in erster Linie wurden wohl Hühner gehalten. Daher war es am Palmsonntag üblich, dass die Palmbuschenträger Haus und Hof dreimal umschreiten mussten, um so das Anwesen zu „umzäunen“, damit Hühnerdiebe wie Fuchs, Iltis oder gar Geier nicht an das Federvieh herankommen sollten. Dabei wurden neben allgemeinen Gebeten auch besondere Sprüche gesagt wie „''heilige Philomena, hüat ma meine Henna vor Fuchsschwanz, Oitesg'stank und Geierschnabel Amen''“ (mit dem mundartlichen Ausdruck „Oites“ ist der Iltis gemeint).
Grundlegende Veränderungen in der Hauswirtschaft waren schließlich.auch der Grund für das Ende manchen Brauchtums. Das Herdfeuer wurde ersetzt durch Elektroherd und Mikrowelle, dadurch gibt es heute kaum mehr das „Feuertragen“ am Karsamstag. Ein meist aus sieben oder neun Holzarten auf Draht zusammengehängter Bund der an einer Stange befestigt war wurde beim, Weihfeuer vor der Pfarrkirche entzündet und zum Glühen gebracht. Durch ständiges Schwenken versuchte man die Glut zu erhalten, um dann daheim das Herdfeuer mit der „geweihten" Glut zu entfachen.
Grundlegende Veränderungen in der Hauswirtschaft waren schließlich.auch der Grund für das Ende manchen Brauchtums. Das Herdfeuer wurde ersetzt durch Elektroherd und Mikrowelle, dadurch gibt es heute kaum mehr das „Feuertragen“ am Karsamstag. Ein meist aus sieben oder neun Holzarten auf Draht zusammengehängter Bund der an einer Stange befestigt war wurde beim, Weihfeuer vor der Pfarrkirche entzündet und zum Glühen gebracht. Durch ständiges Schwenken versuchte man die Glut zu erhalten, um dann daheim das Herdfeuer mit der „geweihten" Glut zu entfachen.


Eine besondere Rolle als unheilabwendendes Heilszeichen sagt man den „Antlasseiern“ nach. Die am Gründonnerstag oder Karfreitag gelegten Hühnereier sind nach der Volksmeinung heilkräftig und bedürfen keiner besonderen Segnung. Als Schutzmittel werden die Eier gegen [[Brände im Ennstal|Feuersgefahr]], [[Unwetter]], Hagelschlag und [[Mure|Vermurungen]] verwendet. Aber auch bei größerer Holzarbeit sollen Antlasseier Schutz gegen Verletzungen gewähren. In neuerer Zeit ist es sogar mitunter üblich, ein Antlassei im Handschuhfach des Autos zu verwahren. Der Begriff „Antlass“ wird von der früheren Gepflogenheit abgeleitet, am Gründonnerstag die in der Kirchenbusse stehenden Menschen zu begnadigen (entlassen).
Eine besondere Rolle als unheilabwendendes Heilszeichen sagt man den „Antlasseiern“ nach. Die am Gründonnerstag oder Karfreitag gelegten Hühnereier sind nach der Volksmeinung heilkräftig und bedürfen keiner besonderen Segnung. Als Schutzmittel werden die Eier gegen [[Brände im Ennstal|Feuersgefahr]], [[Unwetter]], [[Hagelschlag]] und [[Mure|Vermurungen]] verwendet. Aber auch bei größerer Holzarbeit sollen Antlasseier Schutz gegen Verletzungen gewähren. In neuerer Zeit ist es sogar mitunter üblich, ein Antlassei im Handschuhfach des Autos zu verwahren. Der Begriff „Antlass“ wird von der früheren Gepflogenheit abgeleitet, am Gründonnerstag die in der Kirchenbusse stehenden Menschen zu begnadigen (entlassen).


== Quelle ==
== Quelle ==
* [[Heimalkundliche Blätter von Schladming]] Nr. 47, Juni 2002, verfasst von [[Walter Stipperger]]
* [[Heimatkundliche Blätter von Schladming]] Nr. 47, Juni 2002, verfasst von [[Walter Stipperger]]


[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Brauchtum]]
[[Kategorie:Brauchtum]]

Version vom 28. Dezember 2011, 15:17 Uhr

Dieser Artikel berichtet über Brauchtum zu Ostern im Ennstal.

Schladming

Viele Häuser im Vorfeld des alten Ortsgebietes von Schladming besaßen Stallungen, in erster Linie wurden wohl Hühner gehalten. Daher war es am Palmsonntag üblich, dass die Palmbuschenträger Haus und Hof dreimal umschreiten mussten, um so das Anwesen zu „umzäunen“, damit Hühnerdiebe wie Fuchs, Iltis oder gar Geier nicht an das Federvieh herankommen sollten. Dabei wurden neben allgemeinen Gebeten auch besondere Sprüche gesagt wie „heilige Philomena, hüat ma meine Henna vor Fuchsschwanz, Oitesg'stank und Geierschnabel Amen“ (mit dem mundartlichen Ausdruck „Oites“ ist der Iltis gemeint). Grundlegende Veränderungen in der Hauswirtschaft waren schließlich.auch der Grund für das Ende manchen Brauchtums. Das Herdfeuer wurde ersetzt durch Elektroherd und Mikrowelle, dadurch gibt es heute kaum mehr das „Feuertragen“ am Karsamstag. Ein meist aus sieben oder neun Holzarten auf Draht zusammengehängter Bund der an einer Stange befestigt war wurde beim, Weihfeuer vor der Pfarrkirche entzündet und zum Glühen gebracht. Durch ständiges Schwenken versuchte man die Glut zu erhalten, um dann daheim das Herdfeuer mit der „geweihten" Glut zu entfachen.

Eine besondere Rolle als unheilabwendendes Heilszeichen sagt man den „Antlasseiern“ nach. Die am Gründonnerstag oder Karfreitag gelegten Hühnereier sind nach der Volksmeinung heilkräftig und bedürfen keiner besonderen Segnung. Als Schutzmittel werden die Eier gegen Feuersgefahr, Unwetter, Hagelschlag und Vermurungen verwendet. Aber auch bei größerer Holzarbeit sollen Antlasseier Schutz gegen Verletzungen gewähren. In neuerer Zeit ist es sogar mitunter üblich, ein Antlassei im Handschuhfach des Autos zu verwahren. Der Begriff „Antlass“ wird von der früheren Gepflogenheit abgeleitet, am Gründonnerstag die in der Kirchenbusse stehenden Menschen zu begnadigen (entlassen).

Quelle